Social-Media-Strategie 2018

Das Jahr neigt sich dem Ende. Zeit, sich ein wenig Gedanken über dieses 2018 Gedanken zu machen, welches vor der Tür steht. In diesem Jahr habe ich mich im Internet wieder etwas mehr engangiert und das möchte ich auch im kommenden Jahr tun. Nachdem ich in diverse Dienste etwas mehr reingeschnuppert habe, denke ich, dass ich nun einen ziemlich genauen Plan habe, wie es Social-Media-mäßig weitergehen soll.

Ich bin ein sehr unstetiger Typ. Das liegt zum Teil daran, dass ich mich sehr schnell für etwas begeistern kann, diese Begeisterung aber auch genauso schnell wieder abflaut. Zum Anderen merke ich dann aber auch, dass mir die Kanäle zu viel werden. Und alles zu pflegen geht dann auch in die Zeit, die ich eigentlich nicht habe. Also schlafen diverse Kanäle wieder ein, liegen einige Zeit brach, bis ich sie dann komplett löschen. Und dann irgendwie neu erstelle, weil mich irgendwas in dem Moment daran reizt.

Das Set, an das ich mich derzeit gewöhnt habe, und welches für mich ganz persönlich auch Sinn macht, ist nun folgendes:

Twitter hat sich inzwischen wieder als kleines Zentrum meiner Social-Media-Tätigkeit herauskristalisiert. Hier teile ich Privates und Berufliches. Wer mir folgt, der findet dort Apple-Kram, Musik-technisches und auf jeden Fall viel Microsoft Office 365 und Modern Workplace. Zu letzten Themen habe ich mir auch vorgenommen, endlich mal mit Periscope zu starten. Da ich über Twitter viele Branchen-interne und Unternehmen erreiche, macht das Thema Office 365 und Modern Workplace hier mehr Sinn als in den Insta-Stories. (Link)

LinkedIn ist zu einer neuen Liebe geworden. Ich habe darüber in den letzten Monaten viel Networking betrieben und bin begeistert, wie aktiv dieses Netzwerk ist. Vor allem findet man hier ein internationales Publikum. Die Reichweite ist durchaus größer als bei Xing. Hier wird also weiterhin und nun verstärkt mein berufliches Networking stattfinden. (Link)

Instagram wird zur reinen Foto-Geschichte. Hier versuche ich möglichst regelmäßig nette “Fotos mit Anspruch” (also keine Schnappschüsse oder Selfies) zu posten. Die Insta-Stories werden hier auf jeden Fall einschlafen, da es hier einfach nicht die Zielgruppe für derartige Themen gibt. Instagram ist also zukünftig rein privat und konzentriert sich einzig und allein auf meine Fotografie (iPhone only – zumindest aktuell). (Link)

Mein Blog hier wird natürlich auch weitergehen. Ich weiß, hier könnte mehr passieren, aber die Zeit ist derzeit recht knapp bemessen. Aber ich habe ein paar Dinge vor, was den Content angeht. Ich möchte gerne ein bisschen screencasten. Und mit einem sehr netten Kollegen würde ich gerne auch ein klein wenig postcasten. Themen hierfür werden natürlich Office 365 und IT sein, und da wir beide Apple-Fans sind, wird es dann auch den entsprechenden Ausflug geben. Blogposts werden aber auch nach wie vor privater Natur sein.

Wenn es um die Musik geht, wird in 2018 Bandcamp mein vorrangiges Werkzeug werden. Bisher setzte ich auf Soundcloud, gefällt mir aber nicht so. Mit Bandcamp kann ich halt eine recht professionelle Künstler-Page aufbauen und meine Musik entweder so präsentieren, aber auch entsprechend monitarisieren (wenn ich denn endlich mal soweit bin). Ich habe mich dort bisher noch nicht so intensiv engagiert, wird aber kommen. (Link)

Also zur Übersicht:

Twitter (privat & beruflich)
Blog (privat & beruflich)
LinkedIn (beruflich)
Instagram (privat)
Bandcamp (privat)

Was wird wegfallen?

Ja, und 2018 wird auch einiges wieder sterben. Weil es meines Erachtens nach wenig Sinn macht, zu viele Kanäle werden oder weil ich einfach keine Lust mehr drauf habe:

Xing war über Jahre hinweg mein berufliches SocialMedia-System. Wie ich aber immer mehr feststelle, macht LinkedIn für mich sehr viel mehr Sinn, da meine Kontakte auch inzwischen sehr viel internationaler werden. Viele Kontakte in Xing habe ich inzwischen auch auf LinkedIn, was es für mich sehr müßig macht, beide Systeme zu pflegen und Kontakte auf beiden Plattformen zu “nerven”. Ich spare mir diese 100 € Premium im Jahr, lasse das Profil zukünftig einfach ruhen. Wenn sich 2018 nicht mehr viel auf dieser Plattform tut, wird der Account dort dann komplett eingestampft.

In diesem Jahr hatte ich Google+ mal wieder etwas genauer unter die Lupe genommen. Und ja, ich wieder ein klein wenig euphorisch. Das Netzwerk ist wirklich super gut, aber hier in Deutschland mehr oder weniger komplett out of scope. Deswegen werde ich dort keine Energie mehr reinstecken.

Wie oben schon erwähnt, Soundcloud wird für mich sterben. Ich habe es ausprobiert und irgendwie gefällt mir das Netzwerk nicht. Die Usability kann ich irgendwie nicht leiden. Und überhaupt hat mir das nicht wirklich einen Mehrwert gebracht.

Ich glaube, dass ich mit dem oben genannten Set ganz gut fahren werde. Mit knapp 90 Followern bin ich Twitter mehr oder weniger eine “null”, aber das wird sich hoffentlich in 2018 ein klein wenig ändern. Mal sehen, wie ich das hinbekomme. Bestimmt lerne ich noch viel dazu, wenn um das Networking geht. Von den geplanten Themen her sollte das auf jeden Fall interessant werden.

Wie sieht es bei Euch sein? Fahrt Ihr eine klare Strategie? oder lasst Ihr Euch treiben, was dieses Thema angeht? Würde mich einfach mal interessieren.

Back to the Roots

Es hat wenig etwas damit zu tun, dass ich vor wenigen Monaten angefangen habe, selbst Musik zu machen. Es hat auch nichts damit zu tun, dass ich zu der Fraktion “Früher war alles besser” gehöre – nein, da bin ich das absolute Gegenteil. Aber, um es mit den Worten des Poeten Jochen Malmsheimer, zu sagen: “Früher war vieles gut.” Und aus welchem Grund auch immer – wohl angeregt durch Arbeitskollegen – habe ich mich an Zeiten zurückerinnert, in der das Musikhören für mich etwas sehr viel Besondereres war, als es das bis heute gewesen ist.

Ich möchte meinen Vater gerne als “audiophil” bezeichnen. Nicht zuletzt durch seine Arbeit hat er immer irgendwelche High-End-Audiogeräte zu Hause gehabt. Da wurden Lautsprecher selbst gebaut, das Rennrad verkauft, um sich einen der ersten CD-Spieler zu kaufen, da war der Schrank voller Schallplatten und man setzte sich gemeinsam auf die Couch, und hörte Musik. Gerne auch etwas lauter. Es existiert ein Foto von mir, da saß ich mit vielleicht drei Jahren vor dem großen Hifi-Turm und hatte den guten, riesengroßen Sennheiser-Kopfhörer auf dem Kopf. Und ich strahle auf diesem Foto!

Musik war also schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Und auch das bewusste Hören. Wenn man auf die kleinen Details achtet, wenn man die Augen schließt und den Bass auf sich zurollen spürt (nicht hart und grob, sondern weich und warm). Leider ist mir das in den letzten schätzungsweise 15 Jahren ein wenig abhanden gekommen. Klar, man nimmt sich irgendwann nicht mehr die Zeit dafür. Und Musik hört man dann eher im Auto, oder via In-Ears auf der Straße. Also alles andere als bewusst.

Die Sache mit der Qualität

Womit höre ich also die meiste Zeit Musik? Genau, mit meinem iPhone und meinem Beats-Kopfhörer dran. Wenn am Mac, dann hängen da recht einfache 150€-Teufel-Lautsprecher dran, die zwar einigermaßen voll klingen, aber auch nicht wirklich den Hochgenuss darstellen. Und im Auto… Naja, seit Anfang der Woche (neues Auto) klingt auch das ein wenig besser, aber es ist auch nicht die Welt. Ich glaube, dass die Allgemeinheit es überhaupt verlernt hat, bewusst Musik zu hören, und damit in Verbindung auch darauf zu achten, womit man hört.

Ich spreche nicht von normaler Pop-Musik, die nicht selten lieblos hingerotzt wird, ohne eine ausgeprägte Liebe zum Detail. “Für’s Radio reicht’s halt.” Sie lädt aber selten dazu ein, sich mit geschlossen Augen und einem Kopfhörer auf dem Kopf auf den Boden zu legen, und die feinen Nuoncen herauszuhören und sich in der Musik zu verlieren. Das klappt halt nur mit der entsprechenden Musik, und einer Anlage, die eben diese Nuoncen auch darstellen kann.

Für mich war es nun an der Zeit, genau dahin wieder zurück zu kehren. Zum bewussten Musikhören. Und ich habe ich dementsprechend neu ausgestattet:

Magnat MA 400

Dieser pechschwarze, puristische Verstärker von Magnat ist ein richtiger Röhrenverstärker. Alle Hifi-Begeisterte wissen, dass Röhre schon immer was besonderes war und heute noch ist. Sie klingen einfach wärmer und sauberer, als die, die komplett digital funktionieren. Ja, unter den rein digitalen Verstärkern gibt es eine Menge, die ebenfalls saugut klingen. Aber Röhre – ich wollte da einfach auf das altbewährte setzen. Und ich bin echt happy damit!

Der erste Verstärker kam an, lief einen Tag ganz ordentlich und fing dann an, zu kratzen. Scheinbar war genau die Röhre nicht ganz in Ordnung. Dem Transport geschuldet? Also wieder zurückgeschickt und einen neuen bekommen, der bis heute wunderbar funktioniert. Es ist wirklich ein Erlebnis: man schaltet den Verstärker ca. eine Stunde bevor man sich zum Musikhören hinsetzen will ein. Denn nach einer Stunde ist die Röhre richtig warm und sorgt für den besten, schönsten und harmonischten Klang. Wenn man eine gute Zeit haben will, dann muss man diese auch gut vorbereiten. Klar, der Verstärker klingt von Anfang an herrlich, aber nach der Auswärmphase ist das schon ein Hochgenuss.

Was ich auf keinen wollte: Dolby Surround. Ja, irgendwann wird auch mein Fernseher an diesem Verstärker hängen. Ich mag aber kein Surround. Ich liebe den klaren und eindeutigen Sound von Stereo. Dehalb fiel meine Wahl ebenfalls auf den MA 400. Bezahlbar und nicht allzu fett. Ganz nach meinem Geschmack.

Thorens TD 160

Ja, und jetzt komme ich zu dem Herstück des Ganzen: dem Plattenspieler. Das ist ein großer Schritt für mich gewesen, war ich doch so froh, keine CDs und DVDs mehr zu haben, sondern alles nur noch digital in der Hosentasche. Eigentlich bin ich jemand, der sagt: Je weniger Gegenstände ich besitze, desto frei kann ich mich fühlen. Einen Plattenspieler zu besitzen ist dem im Grunde genommen genau das Gegenteil dieser Philosophie. Man hat ha dann nicht nur die Hardware, sondern sammelt sich nach und nach auch noch einen Stapel an Vinyls an.

Nichts desto trotz: als ich das erste Mal nach vielen, vielen Jahren mit einem Kopfhöhrer vor diesem Plattenspieler saß und das Knistern beim Aufsetzen der Nadel auf dem Vinyl hörte, habe ich eine Gänsehaut bekommen. Und die Dynamik, die eine Vinyl (wenn sie gut produziert ist) abgibt, ist phänomenal. Keine CD, kein digitales Format kommt da mit.

Der Thorens TD 160 stammt aus den 70/80er Jahren und gehörte zu HighEnd-Geräten. Der Holzrahmen ist starr, der Plattenteller und der Arm für den Tonabnehmer sind gesondert gelagert und gefedert. Damit ist das gesamte System sehr viel unfälliger auf Erschütterungen. Was genau für ein Tonabnehmer mein Vater da aus seinen Hifi-Schätzen ausgegraben hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass der Klang ein Traum ist.

Bayerdynamic DT 880 PRO

Kommen wir jetzt zu dem “Gerät”, mit dem ich die Musik dann hörbar mache. Derzeit habe ich ja noch keine Lautsprecher. Die kommen irgendwann später mal. Finanziell gesehen ist das Sparen auf einen Urlaub erstmal wichtiger. Deshalb spendierte ich mir einen neuen Kopfhöhrer. Und wie überwältigt ich war! Kein Vergleich zu dem Beats-Kopfhöhrer. BEATS mag zwar ganz nett sein, um damit am iPhone Musik zu hören, aber zu richtigen Musikgenuss taugt er sehr wenig. Das weiß ich jetzt, nachdem ich den DT 880 PRO von Bayerdynamic gehört habe.

Durch seine Impedanz von 250 Ohm ist er an einem normalen iPhone vielleicht nicht so doll nutzbar. Recht leise insgesamt, man bräuchte da schon einen kleinen Vorverstärker. Aber am Magnat-Verstärker holt dieser Kopfhörer alles aus der Musik raus, was nur geht. Da ist kein Bass übertrieben heftig, da ist sind keinen Höhen schrill. Ich habe selten so einen ausgewogenen, angenehmen Klang gehört. Ich liebe das! Des Weiteren sitzt der Kopfhörer wirklich angenehm auf dem Kopf und auf den Ohren. Es ist kein Headphone für unterwegs. Er ist halboffen, das heißt, die gehörte Musik ist außen ebenfalls zu hören und die Umgebungsgeräusche hört man mit den Kopfhöhrern ebenfalls. Er ist also zum Zuhausegenießen.

Ich habe außerdem festgestellt, dass das Produzieren von Musik mit diesem Kopfhöhrer ebenfalls um Länger besser funktioniert. Man hört die einzelnen Tonspuren sehr viel sauberer heraus und kann entsprechend gut abmischen. Es fallen einem so viele Details in der eigenes erdachten Musik auf, dass man noch mehr in die Tiefe gehen kann. Das macht um Längen mehr Spaß!

Fazit

Musik ist etwas Tolles. Und man muss sie irgendwo auch würdigen. Ich freue mich über meine Zeiten, in denen ich einfach wieder bewusst in die Musik eintauchen und Details entdecken kann, die ich vorher nie bemerkt habe. Mit meinem neuen Hifi-Setup gelingt mir das sehr gut und ich bin wirklich happy damit. Ich hoffe, ich werde lange Freude daran haben.

Und das Schönste daran ist: Das ist nicht nur alles ziemlich viel Nerd-Kram, den die meisten wahrscheinlich gar nicht nachvollziehen können. Es tut meiner Seele gut. Sich die Zeit zu nehmen, auf der Couch zu liegen und in die Musik einzutauchen, holt mich komplett runter. Nach einer Stunde fühle ich mich wie neugeboren. Alleine dafür hat sich die Mühe, Suche, Anstrengung und das Geld schon gelohnt.

Die Microsoft Cloud Deutschland

In der vergangenen Woche ist ein Artikel von mir im Blog meines Arbeitgebers erschienen. In diesem erläutere ich, wo die Unterschiede zwischen der europäischen Cloud und der Deutschland-Cloud liegen. Und ich finde das ein äußerst spannendes Projekt, welches die verhältnismäßig wenigen Unternehmensarten abholt, die aufgrund strengerer Auflagen bisher von der Cloud Abstand genommen haben.

Viel Spaß beim Lesen! (Link)

Da wirst du arm

Die Software-Landschaft hat sich stark verändert. Nicht in der Art der Software, sondern in dem, wie man sie als Anwender bezieht. Ich erinnere mich – es war vor unendlich vielen Jahren -, dass es sich der private Mensch regelrecht zum Sport gemacht hat, Software als Raubkopie von irgendwo her zu holen. Ich habe davon nie etwas gehalten – für mich war das immer Diebstahl. Aber in meinem Umfeld war das weiter verbreitet. “Ich gebe doch xxx Mark aus, nur um mal einen Brief zu schreiben.” (Word) Oder: “Ich gebe doch nicht xxxx Mark aus, nur um ein paar Fotos zu bearbeiten.” (Photoshop). Es wurden selbstgebrannte CDs ausgetauscht und dazu die passenden Lizenzschlüssel.

Vor ein paar Jahren änderte sich in der Software-Welt etwas gravierendes. Die Appstores kamen auf. Apple kam mit dem Appstore auf iOS und später auch für den Mac. Android zog nach und letztendlich dann auch Microsoft. Und in diesem Zuge fielen auch die Preise für Anwendungen. Apps für 99 Cent, zwei Euro, fünf Euro. Auf mobilen Geräten war Software plötzlich erschwinglich – und unkompliziert, innerhalb von Sekunden zu haben. Da dachte keiner mehr an Raubkopien (zumal das zumindest auf iOS auch gar nicht möglich war).

Dann kamen in den Appstores die ersten kostenlosen Apps auf, die man mit einem Abo um ihre Funktionen erweitern konnte. In meiner Erfahrung war das so ein Momant, wo einige etwas geschluckt haben. Jeden Monat was zahlen? Aber na gut, sind ja nur zwei oder vier Euro im Monat. Das kann man verkraften.

Aber es dauerte nicht lange, da kamen auch die großen Software-Hersteller auf den Trichter des Abo-Modells. Und plötzlich sind einige Anwender sehr hellhörig geworden. Photoshop und Lightroom für nur 12 Euro im Monat? Wow! Und ich kann das Office jetzt für 70 Euro im Jahr haben? Das ist ja der Hammer! Endlich kann ich mir auch Profi-Software leisten!

Dazu kommt auch noch eine gewisse Flexibilität. Braucht man ein Programm mal für eine gewisse Zeit, bucht man halt auch nur für diese Zeit. Wenn nicht, wird einfach das Abo unterbrochen. Pay what you need – ich finde, das hat was.

Ich war voll dabei!

Ich mag vom Prinzip her dieses Modell. Bringt es doch einige Vorteile. Zum einen hat man als normal sterblicher Mensch wirklich die Möglichkeit, eigentlich unbezahlbare Software zu nutzen. Dazu gehörte für mich eine lange Zeit lang Photoshop und Lightroom. Hat mir als Hochzeitsfotograf in den Anfängen wirklich geholfen. Denn mit einem Schlag 1200 Euro auszugeben, das war einfach nicht drin.

Was ich bekanntlich auch als Abo intensiv nutze, ist Office 365 für Unternehmen. Echtes Exchange und keinen Stress mehr mit dem Sync von E-Mails. Und darüber hinaus ein echtes Office mit allem Drum und Dran (12 Euro).

Ein weiteres Abo ist Babbel, womit ich mein Englisch aufbessere und Norwegisch lerne (15 Euro). Für meine eigene Musik brauchte ich eine Musikbibliothek für klassische Instrumente (40 Euro). Und dann kam da noch die Roland-Cloud, die mir Synthesizer aus den 80er Jahren lieferte und mich total begeisterte (30 Euro). Darüber hinaus kommt noch meine Schlaf-Analyse-App dazu, die ebenfalls noch einmal jährlich mit einem gewissen Obolus zu buche schlägt (1 Euro pro Monat). Apple Music (15 Euro). iTunes Match (gut 2 Euro).

Knoten im Konto

Und jetzt wird das Ausmaß wohl etwas klarer – nur an meinem kleinen Beispiel: Auf der einen Seite sind Abos eine tolle, praktische Sache, auf der anderen muss man zusehen, den Überblick über seine Ausgaben zu behalten. Rechnet man die ganzen kleinen und größeren Software- und Onlinedienste-Abos zusammen, könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere auf eine beachtliche Summe im Jahr kommt. Und das ist meiner Meinung die Kehrseite der Medaille.

Wie ich jetzt auf dieses Thema komme? Ich habe mir vor längerer Zeit eine App für iOS und den Mac gekauft, die ich regelmäßig, viel und leidenschaftlich gerne verwendet habe: Ulysses. Dafür habe ich auch nicht wenig Geld ausgegeben. Wenn mir etwas gefällt, dann bin ich auch gerne bereitdazu. Gestern aber kam das Grauen: Ulysses steigt von der Kaufversion auf ein Abo-Modell um. Und zwar für alle. Nett: Ich als ehemaliger Käufer bekomme lebenslang 50% Rabatt auf den Abo-Preis. Trotzdem bin ich gerade leicht angesäuert.

Was passiert mit den anderen Apps, für die ich mal viel Geld bezahlt habe? Ich denke da beispielsweise an die erfolgreiche CulturedCode-App “Things”. Oder an eine meiner Lieblingsapps “Mindnode”? Werden wir bald nur noch Abos abschließen können, um Software zu nutzen? Schließlich ist das ja auch ein tolles Mittel, sich als Software-Schmiede ein regelmäßiges Einkommen zu sichern.

Vorschlag zur Versöhnung

Warum macht man es einfach so – der Fairness halber und auch der Auswahl wegen? Man bietet für seine Software einen Festpreis an. Der kann ja meinetwegen auch etwas teurer sein als bisher. Aber so hat man einfach die Wahl, wenn man absoluter Poweruser einer App ist.

Und dann bietet man parallel noch ein Abo-Modell an – für die Unentschlossenen, die Tester, die Quartals-Nutzer und diejenigen, die kein Problem mit einem Abo haben.

Für alle, die viel am Computer sitzen und viel mit Software zu tun haben, kann ein Abo-Modell nicht dauerhaft funktionieren. Es gibt Software, teure und professionelle Anwendungen, da ist die Subscription sinnvoll. Aber diese vielen kleinen Abos, die in Summe zu einem riesigen Batzen werden, das wird mehr und mehr nervig. Leider geht mir Ulysses jetzt verloren. Ich werde dieses Abo nicht eingehen, sondern wahrscheinlich jetzt komplett auf Microsofts OneNote umsteigen, was in Office 365 ja mit drin ist. Sehr schade!

Was ist Eure Meinung zu diesem Thema? Arbeitet Ihr mit Software-Abos? Und wenn ja, wo hört bei Euch der Spaß auf?

Alle lachen über den Apple Pencil

Die Medien. Immer für einen kleinen Aufreger gut. Dieser ist zwar schon älter. Aber da ich einem heute erschienenen Artikel von MobileGeeks wieder einmal darüber gestolpert bin, muss ich mit diesem Thema jetzt einfach mal aufräumen.

Es geht um Steve Jobs, der 2007 bei der legendären Proäsentation des ersten iPhones die Frage stellte: “Who wants a stylus?” Mit anderen Worten: Niemand möchte gerne mit einem kleinen Stift auf dem Display eines Smartphone herumtippen, wenn man auch den Finger dafür nehmen kann. So fein, so gut – dieser Ansatz hat die Art und Weise, wie wir Mobile Computing betreiben grundlegend verändert. Niemand von uns möchte sein iPhone mit einem Stylus bedienen. Und auch später wollte niemand sein iPad mit einem Stylus bedienen.

Aber dann. Wir schrieben das Jahr 2015. Die Geburtsstunde des iPad Pro. Und damit auch Geburtsstunde des Apple Pencil. Mal davon abgesehen, dass die Welt noch nie einen solch guten, präzisen und schnellen Stylus gesehen, war das Gelächter fast noch lauter als die Begeisterung. Sämtliche Medien kramten das alte Zitat “Who wants a stylus?” wieder raus und unterstellten Jobs (wie so oft), er würde sich widersprechen. Aber hat er das wirklich?

Evolution

Keiner würde jemals auf die Idee kommen, sein iPhone mit einem Stylus zu bedienen. Und niemand würde normalerweise auf die Idee kommen, sein iPad mit einem Stylus zu bedienen, wenn es um ganz normale Dinge geht wie im Internet surfen, Texte schreiben oder spielen. Aber das iPad ist so viel mehr geworden. Und wahrscheinlich hat Apple damals selbst noch nicht geahnt, wohin die Reise mit dem iPad geht. Das zeigt allein schon, welche Features für dieses Gerät 2010 herausgestellt wurden. Da war halt noch keine Rede davon, dass man darauf zeichnen und malen können soll. Da war auch noch keine Rede von handschriftlichen Notizen.

Mit anderen Worten: Mit den hinzugekommenen technischen Möglichkeiten sind auch die Ideen gewachsen. Es gab auf einmal Apps für Architekten. Es gab auf einmal Apps, die aufwendige Zeichnungen ermöglichten, oder richtige Malbücher. Und Notiz-Apps, in denen Zeichnungen und handschriftliche Aufzeichnungen möglich waren, schossen auch aus dem Boden. Und schon war ein Bedarf da, den Apple mit seinem Pencil deckte.

Ist die Aussage von Steve Jobs jetzt außer Kraft gesetzt? Nein, natürlich nicht. Denn die normale Bedienung eines Smartphones oder Tablets macht einen Stylus nach wie vor obsolet. Niemand möchte das. Außer man hat einen speziellen Anwendungsfall dafür – einen, der sich erst Jahre später durch die Weiterentwicklung ergeben hat.