Wehe, du machst da Milch rein!

So gegen Ende des Jahres musste ich mich mir mal einen kulinarischen Tag gönnen. Am vergangenen Freitag habe ich mich dann auf eine Getränke-Entdeckungsreise begeben, die beim Kaffee begann und beim guten alten Whisky endete. Das Whisky eine Wissenschaft für sich ist, dass wusste ich bereits. Aber erstmals durfte ich mal ein wenig in die Kunst des Kaffeeröstens eintauchen.

Ein ehemaliger Arbeitskollege von mir hat mich auf meinem Xing-Profil besucht. Dadurch habe ich erfahren, dass dieser, jener, welcher scheinbar eine neue Passion für sich entdeckt und damit nun ein eigenes Gewerbe gestartet hat: Er ist Röstmeister geworden und hat eine eigene Rösterei eröffnet. Da ich ihn schon lange nicht mehr gesehen habe und ihn beglückwünschen wollte, bin ich die knapp 40km nach Teltow, in den Süden Berlins, gefahren. Die gut drei Stunden im Kaffeemanum waren echt spannend!

Ich habe viel über Kaffee gelernt und auch, warum der verhältnismäßig teure Kaffee aus einer kleinen Rösterei so viel anders und vor allem besser ist, als der, den man im Supermarkt bekommt. Worauf man beim Rösten achten muss, und überhaupt, wie das alles funktioniert. Und wieder einmal hat sich gezeigt: Nerd-Kram ist was Tolles!

Und wie auf dem oben gezeigten Foto zu sehen: diese Röstmaschine ist so atemberaubend schön, sowas würde ich mich gerne ins Wohnzimmer stellen!

So habe ich noch nie Kaffee getrunken

Seit ich mit 16 Jahren ins Berufsleben eingetreten bin, trinke ich Kaffee. Immer gerne und lange Zeit auch viel zu viel. Hat man ganz früher den Kaffee mit Milch und ordentlich Zucker getrunken (was habe ich das süße Finale am Ende eine Tasse geliebt), bin ich später darauf umgestiegen, nur noch Milch in das schwarze Etwas zu geben – “rehbraun”, wie es so schön heißt. Das habe ich die ganzen letzten 20 Jahre auch so beibehalten. Milch deswegen, um den etwas bitteren Geschmack des Kaffees zu verdecken. Habe ich denn mal gezwungenermaßen einen schwarzen Kaffee trinken müssen, hat es mich immer ein wenig geschüttelt.

Stolz stellt mir Volker nun eine Tasse seiner Rüstung vor die Nase, und die erste Frage von ihm war: “Brauchst Du Milch?” Der Reflex des Ja-Sagens war da, gewonnen hat allerdings die Neugier. Ich trank den Kaffee ohne, und bereute es rein gar nicht! So einen milden, NICHT im geringsten bitteren Kaffee habe ich noch nie getrunken! Ich konnte es gar nicht glauben. Es macht halt doch einen gewaltigen Unterschied, ob man einen in Massen produzierten Husch-Husch-Kaffee trinkt, oder ob man sich für die Röstung Zeit nimmt. Natürlich spielt auch die Bohne eine Rolle und ist ausschlaggebend für den Geschmack, aber der Röstvorgang ist verantwortlich dafür, wie der Geschmack der Bohne am Ende zur Geltung kommt.

Ich habe keine Ahnung, ob ich jetzt noch den Kaffee “von der Stange” trinken kann. Da ich inzwischen nicht mehr soooo viel Kaffee trinke, lohnt sich die Anschaffung einer anständigen Espresso-Maschine nicht. Und da so eine Packung Kaffee bei mir relativ lange stehen würde, hätte ich womöglich einige Geschmackseinbußen. Deswegen bin ich vor ein paar Jahren auf Nespresso umgestiegen – weil der Kaffee für so ein Kapselsystem gar nicht mal so fürchterlich schmeckt. Aber besser ginge immer.

Warum ich so ausführlich darüber schreibe? Wer einmal in Berlin ist und sich für Kaffee interessiert, dem sei ein Besuch in dieser kleinen Privatrösterei wärmstens empfohlen. Der Laden und die Maschine sind sehenswert, man erfährt eine Menge über das Getränk und kann auch mal einen Kaffee probieren. Und vielleicht, wenn man Glück hat, kann man einer Röstung auch mal zuschauen. Ab Januar soll es auch Kaffee-Seminare geben, bei denen man auch ein wenig tiefer in die Materie einsteigen kann.

http://www.kaffeemanum.de

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