N26 – Eine Bank nach meinem Geschmack

Ein Bankkonto muss jeder haben. Wir erinnern uns an Zeiten, wo man dann in so eine Bankfiliale gehen musste, wo man seinen Berater hatte und wo man seine Kontoauszüge an diesen komischen Geräten ausdrucken ließ. Diese Zeiten sind nun schon lange vorbei. Online-Banking war der Schlüssel zu weniger Rennerei und weniger Papierkram. Und trotz dieser Werkzeuge wurde das Bankwesen sein angestaubtes Image nicht los. So richtig fortschrittlich war das alles nicht. Bis jetzt. Denn jetzt ist N26 da.

Ich liebe es Early Adopter zu sein – also neues gleich von Anfang an auszuprobieren und durch entsprechendes Feedback an der Verbesserung solcher Dienste beizutragen. Mit N26 – oder vor einigen Monaten hieß es noch Number26 – habe ich mir allerdings ein wenig Zeit genommen. Wenn es um Geld geht, sollte man auf Number sicher gehen.

Aber irgendwann war dann Punkt erreicht, wo ich mich dazu durchrang, dieses Konto nun zu meinem Hauptkonto zu erklären. Ich stellte also alles um. Und Ihr könnt ahnen, was das für ein Aufwand war – alle zu informieren. Und das alles nur, um zwei Tage danach von N26 zu erfahren: “Wir werden in Kürze eine eigenständig Bank. Das heißt, Du bekommst eine neue IBAN und BIC.” Gut, das ganze Spielchen nochmal, obwohl dieBank hier ein ein paar kleine Werkzeuge an die Hand gab, um das alles etwas einfacher und schneller zu gestalten. Aber jetzt, jetzt läuft alles absolut perfekt!

Das liebe ich an N26

Informationen in Echtzeit: Jede Kontobewegung bekomme ich gleich auf meiner AppleWatch angezeigt. Das ist äußerst hilfreich, weil ich nicht ständig selbst gucken muss.

Kategorisierung der Ein- und Ausgaben: Die App lernt mit. Geht Geld ein oder aus, wird diese Buchung einer Kategorie zugeordnet. So haben anhand von Statistiken immer Blick, wie viel ich in welchen Bereich ausgegeben habe. Als jemand, der nie wirklich gelernt hat, mit Geld umzugehen, ist das eine wirklich tolle Sache. So allmählich beginnt man Geld zu begreifen und verantwortungsbewusst damit umzugehen.

Verschlagwortung: Ein weiteres hilfreiches Tool ist die Verschlagwortung von Kontobewegungen. Beispielsweise jetzt, wo wir uns in einer Umzugsphase befinden, kann ich alle Ausgaben in Verbindung mit dem Umzug mit #umzug verschlagworten und habe so durch den entsprechenden Suchbegriff eine wunderbare Zusammenfassung darüber, was mich der Umzug gekostet hat.

Investment: Ein weiteres Feature, welches ich derzeit aber noch nicht benutze, ist die Invest-Funktion. Man kann selbst entscheiden und in die App eintragen, weiviel man pro Monat in den Invest-Fond einzahlen möchte, und ob man das Risiko eher mutig, ausgewogen oder zurückhaltend gestalten möchte. Jeweils wird einem dann eine Prognose auf die nächsten 10 Jahre aufgezeigt. Das ist eine äußerst moderne Art, mit seinem Geld zu arbeiten. Nicht lang schnacken, einfach machen und im Laufe der Zeit einfach flexibel zu sein. Man kann jederzeit Geld aus dem Fond hineinpacken oder herausziehen.

Spar-Option: Man packt immer wieder gerne Geld zur Seite. Derzeit habe ich ein Sparkonto irgendwo, das per Dauerauftrag gefüllt wird. Dieses Konto kann ich mir dann auch bald sparen. Denn in Kürze (in der App steht was von Anfang 2017) wird die Spar-Option geben, wo ich Geld einfach parken kann. Auch in dieser einen App zu steuern. Was am Ende an Zinsen oder ähnliches kommen wir, werden wir sehen. Ich finde das aber sehr entspannt, innerhalb des System Geld wegzulegen und nicht auf irgendeine anderes Konto, bei einer anderen Bank, wo man immer nochmal ein Kontoauszug drucken muss, um Geld am Schalter abzuholen.

Geld abholen und einzahlen im Supermarkt: Und nicht nur dann, wenn man für über 20€ eingekauft hat. Sondern immer. Wenn ich Geld brauche und gerade keine Bank in der Nähe ist, zücke ich die App, rufe die Cash26-Karte auf und sehe, welche Geschäfte mir hier zur Verfügung stehen. Klappt Super!

Alles in einer App: Die App von N26 ist der Knaller. Sie ist einfach aufgebau, man findet sich sofort zurecht. Daueraufträge erstellen, Überweisungen tätigen und seine Karten verwalten, PINs ändern – alles total easy. Muss man einfach mal ausprobiert haben!

Wie verdient N26 ihr Geld?

Das Konto ist vom Prinzip erst einmal kostenlos – man zahlt also keine Grundgebühr. Es gibt aber eine klare Aufstellung über die Kosten, die man hier findet:

Website mit Preisliste

Ich finde, das sieht moderat aus. Und ich bin überglücklich, dass ich mit der MasterCard bis zu fünf mal kostenlos Geld abheben kann – auch bei den Halsabschneidern der Sparkasse. Fünf mal kostenlos Geld abheben kommt manchen vielleicht etwas wenig vor. Aber mal im ernst: Das ist mehr als einmal pro Woche. Ich sehe das als Erziehnungsmaßnahme. Ich mag prinzipiell kein Bargeld. Und je mehr ich digital bezahle, desto besser lassen sich die Ausgaben in der App auch einer Kategorie zuordnen, weil sie als einzelne Buchung erkennbar ist. Insofern kommt mir diese Strategie sehr zugute!

Datensicherheit

Kommen wir jetzt zu diesem wichtigen Thema. Und ja, es gibt, bzw. gab eine Schattenseite. Auf dem Chaos Computer Club Congress 2016 gabe es einen Vortrag von einem Hacker, der sich mit der Datensicherheit von N26 beschäftigt hat und teilweise recht krasse Lücken gefunden hat. Besser gesagt: der Vortrag kam einer Horrorshow gleich. Man kann ihn sich hier noch einmal anschauen:

Was Vincent Haupert in diesem Vortrag auch deutlich macht, ist, dass N26 mit diesen Informationen sehr professionell umgegangen ist und umgehend damit begonnen hat, diese Lücken zu schließen. Zum Zeitpunkt des Vortrag auf dem Kongress war keine der genannten Probleme mehr präsent. Das spricht absolut für N26.

Kritische Stimmen ließen verlauten, dass es unverantwortlich gewesen sei, die User über diese Lücken zu informieren. Das sehe ich aber ein wenig anders. Es gibt keine bekannten Fälle, dass diese Lücken in böser Absicht genutzt wurden – es kam somit niemand zu Schaden. Außerdem hätte das “In Kenntnis setzen” vielleicht den ein oder anderen auf die Idee bringen können, das System anzugreifen. Insofern – aus meiner Richtung habt das Berliner Startup alles richtig gemacht! Sie stehen auch nach wie vor mit Herrn Haupert in Kontakt, so dass ich fest davon überzeugt bin, dass meine Daten bei N26 sicher aufgehoben sind.

Was kommt im Teil 2?

Ja, es wird zum Thema “Bank” noch einen zweiten Teil geben. Der hat aber nur indirekt mit N26 zu tun.

Kreditkarte, ec-Karte, Maestro-Card. Ja, was denn jetzt. Ich habe in den letzten Wochen ein paar sehr unglückliche Erfahrungen gemacht. Es stellt sich die Frage, wer auf diesem Gebiet versagt: der Einzelhandel? Die Banken? Dem werden ich in Kürze nachgehen.

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