Office 365 15. Mai 2017 0

Office 365 Business als Privatanwender?

Aufmerksame Leser dieses Blog wissen, dass ich von Office 365 begeistert bin. Aber nun gibt es ja Office 365 für Privatanwender (z.B. Home & Student) und Office 365 für Unternehmen (die Business- und Enterprise-Lizenzen). Wenn ich von Office 365 spreche, dann in der Regel von zweiterem. Ich habe zum einen hauptberuflich damit zu tun – insofern muss ich da einfach tief im Thema stecken. Auf der anderen Seite ist das auch so etwas wie ein kleines Hobby geworden. Und das schon, bevor ich beruflich damit zu tun hatte. Wie es dazu kam, dass möchte ich hier etwas erläutern und damit auch erklären, warum es für den privaten, ambitionierten Computerfreak keine schlechte Idee ist, über diese Business-Lösung nachzudenken.

Womit alles anfing

Verzweifelt rief ich einen guten Freund an und klagte mein Leid. Ich war in diesem Moment ein großer Verfechter vom Tod der E-Mail. Ja, ich hasste dieses Medium, weil es einfach nur Schmerzen verursachte. POP3 war schon immer ein Produkt aus der Hölle, und IMAP verfolgte zwar einen richtigen Ansatz, funktioniert aber bis heute auch nie richtig. Sprich: die Synchronisation zwischen den unterschiedlichen Geräten funktionierte nur mäßig. Überhaupt war die Einrichtung allein schon ein Krampf. Der Tipp, den ich dann bekam: “Du brauchst Exchange.”

Okay, schaute ich mir an. Mein Provider für Webdomain, Webspace und damit auch E-Mail war und ist die Domainfactory. Mal gucken, was die so anbieten in dieser Richtung. Und ja, Exchange als Hosted Service haben sie auch im Angebot. Da kostet das kleine Paket zwar stolze 9 € pro Postfach, aber gut, ich kann es mir ja mal anschauen. Wenn damit die Schmerzen weg sind, bin ich gerne bereit, auch ein wenig Geld in die Hand zu nehmen. Und ja, es gab eine kleine Verbesserung. Die Mails waren überall synchron. Und trotzdem gab es immer wieder Schwierigkeiten mit der Anmeldung. Und die iOS-Mailapps verstanden sich so gut wie gar nicht mit dem Exchange.

In der Historie meldete sich regelmäßig irgendein Familienmitglied (die allerdings nach wie vor auf IMAP liefen), dass das mit den Mails nicht hinhaut und einfach nur nervt. Und außerdem hantierte jeder mit seiner eigenen Sync-Lösung für Kontakte und Termine herum, die auch alle nicht so liefen, wie sie sollten. Hat halt auch nicht jeder nur Apple-Geräte im Haus.

Und deswegen stand nun Office 365 for Business als Thema im Raum. Die Feature-Liste las sich vielversprechend. Ich sprach mich mit meiner Familie ab: “Wärt Ihr bereit, Geld zu bezahlen, wenn ich Euch eine E-Mail-, Kontakt- und Termin-Lösung biete, die wirklich funktioniert? Und wo Ihr obendrein – wenn Ihr das wollt – ein echtes Microsoft Office mitbekommt?” Das zögerliche Nicken wertete ich als “Ja” und machte mich ans Werk.

  1. Ich erstellte einen Office365-Tentant.
  2. Ich leitete meine Domain für E-Mails nach Office365 um, was für mich als absoluter Noob ein kleiner Kraftakt war. Ich hatte von RECORD- und MX-Einträgen so gar keine Ahnung hatte. Dementsprechend lange hat das auch gedauert. Aber ich habe es geschafft!
  3. Dann erstellte ich die User.
  4. Ich kaufte die Lizenzen und wies diese den Usern zu (1x Business Premium, 3x Business Essentials).
  5. Zu guter Letzt bekamen alle ihre Zugangsdaten.

Das System des Ganzen war schnell erklärt. Du hast ein Online-Portal. Dort logst du dich ein und kannst dann deine E-Mails lesen und schreiben, deine Kontakte verwalten und deinen Kalender führen. Aber du kannst noch mehr machen. Zum Beispiel kannst du online Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien erstellen und im 1TB-OneDrive ablegen. Des Weiteren kannst Du auf all deinen Geräten Outlook installieren und hast diesmal wirklich alle Mails, Kontakte und Termine synchron. Wenn Du darüber hinaus auch noch ein normales Offline-Office haben möchtest, dass sag einfach Bescheid. Du bekommst eine andere Lizenz von mir, dann kannst du dir aus dem gleichen Portal dein Office herunterladen. Und zwar auf all deine Geräte, die du hast. Und durch das OneDive hast du auch noch alle deine Dokumente auf jedem Gerät verfügbar.

Seitdem ist mehr oder weniger Ruhe im Karton. Es funktioniert einfach. Plattformunabhängig und sicher.

Thema Datensicherheit

Ich bekomme ja immer die Krätze, wenn jemand sagt: Datenschutz muss eine Firma interessieren und nicht mich als Privatperson. Man ist als Privatperson vielleicht kein direktes Angriffsziel, aber dennoch finde ich es wichtig und richtig, sich auch als scheinbar unwichtiges und uninteressantes Wesen Gedanken darüber zu machen, wie man seine Dateien in der Cloud schützt. Klar, man könnte komplett auf Cloud-Dienste verzichten. Aber ich würde das inzwischen nicht mehr wollen. Man hat von überall aus Zugriff, man kann Dateien leichter mit anderen teilen und vor allem: sie sind weitgehendst vor Verlust geschützt. Keine Angst davor, dass einem die Festplatte abraucht. Und nicht nur einmal ist passiert, dass auch in Privatwohnung eingebrochen und die ein oder andere Harddisk gestohlen wird. Die Cloud ist einfach wichtig geworden.

Da Microsoft Unternehmen und öffentliche Einrichtungen einlädt, ihre Daten in der Cloud abzulegen, steht das Thema Datenschutz ganz oben auf der Prioritätsliste. Und da Microsoft keine großen Diskussion zu diesem Thema möchte, wird dieses durch entsprechende Maßnahmen im Keim erstickt. Sämtliche Cloud-Systeme für Unternehmen werden besonders geschützt. Microsoft steckte2015 1 Milliarde Dollar in Security und Complience 1)Quelle: http://www.darkreading.com/endpoint/microsoft-invests-$1-billion-in-holistic-security-strategy/d/d-id/1323170. Und wenn ich sehe, was ständig an neuen Sicherheits-Features implementiert werden, weckt das dann schon Vertrauen.

Hinzu kommt noch der Punkt, dass, wenn ich mir in Deutschland einen Business-Office365-Account klicke, dann bleiben die Daten auf jeden Fall im europäischen Raum und werden nicht in den USA gespeichert. Und damit unterliegt das Ganze dem EU-Datenschutz. Wer seine Daten auf jeden Fall in Deutschland halten möchte, dem steht die Microsoft-Deutschland-Cloud zur Verfügung. Die ist zwar ein klein wenig teurer, aber die Daten liegen dann bei einem deutschen Treuhänder (der Deutschen Telekom) und sind damit darüber hinaus außerhalb der Reichweite von Microsoft.

Fazit

Ja, für eine Privatperson mag es auf den ersten Blick nicht unbedingt sinnvoll sein, sich ein Business-Plan für Office365 zuzulegen. Geht man allerdings in die Tiefe und überlegt sich, wie wichtig einem eine anständige Mail-Anbindung und die Synchronisation der Kalender und Kontakte ist, könnte man schon zu der Überlegung kommen, dass das Geld gut angelegt ist. Macht meines Erachtens aber auch nur wirklich Sinn, wenn man vor hat, eine eigene Domain einzubinden. Eine E-Mailadresse mit der langen Domain …@name.onmicrosoft.com ist vielleicht ein wenig umständlich.

Die Flexibilität, die diese Art von Office365 mit sich bringt, ist toll. Man kann so leicht andere Personen mit einbinden und je nach ausgewählter Lizenz Dienste zur Verfügung stellen – bis hin zu einem vollständigen Office mit allem Drum und Dran. Das finde ich persönlich wirklich spannend!

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Fußnoten   [ + ]

1. Quelle: http://www.darkreading.com/endpoint/microsoft-invests-$1-billion-in-holistic-security-strategy/d/d-id/1323170

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Sascha:

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