Modernes Fernsehen? (Teil 2)

Wie der letzte Artikel gezeigt hat, ist die TV-App-Welt nichts Ganzes und nichts Halbes. Und die Apps, die wahrscheinlich gut funktionieren würden und auch noch den Luxus bieten würden, alles in einer zu haben, kosten Geld. Wenn man dann aber noch darüber nachdenkt, dass man eigentlich eine Satelitenschüssel auf dem Dach hat und im Grunde alles schon da hat, wäre es noch bitterer, extra Euros in die TV-Welt zu pumpen. Deswegen blitzte in meinem Kopf der Gedanke auf, wie toll es doch wäre, wenn man das Signal von der Satelitenschüssel in das AppleTV bekommen könnte. Mit einer entsprechenden App würde man das dann abgreifen und hätte dann alles da – in der Box, in der man eh alles medienmäßige zusammenführt.

Ich musste gar nicht so lange recherchieren, bis ich fündig geworden bin. Es gibt in der Tat eine Mischung aus Hard- und Software, die es möglich machen, auf dem AppleTV Satelitenfernsehen zu schauen. Eine Mischung aus Hard- und Software macht es möglich.

Die Hardware

Klar, ich hatte nicht damit gerechnet, dass man irgendein Kabel an Apple’s kleine Blackbox anschließen könnte. Und ja, es bedarf ein paar Vorbereitungen. Aber am Ende könnte da eine ziemlich gute Lösung bei herauskommen. Zentrum des Ganzen ist ein sogenannter Sat>IP-Empfänger. Dieser wird mit der dem Empfänger der Satelitenschüssel verbunden. Das Signal wird entsprechend aufbereitet und dann über LAN in den Router eingespeist. Das es so etwas gibt, wusste ich vorher noch nicht.

Mein Problem ist architektonisches: die Anschlussdose für das TV und der WLAN-Router liegen sehr weit auseinander. Zu weit, um da “mal eben” ein Kabel zu verlegen. Ich hatte kurz nach einem Sat>IP-Empfänger gesucht, der das Signal sofort ins WLAN eingibt. Gibt es auch. Ich war dann aber nicht so sicher, ob dieses Ding und das AppleTV im Zusammenspiel die Bandbreite des WLANs nicht allzu sehr in die Knie zwingt. Bis mir einfiel, dass ich ja dann, weil mein T-Home Entertain wegfällt, die Powerline-Funkstecke wieder frei habe. Das wird dann also mit eingebaut. Diese hat dann die Aufgabe, die Strecke zwischen dem SAT-Empfänger und dem WLAN-Router zu überbrücken und das Signal über den Router ins WLAN zu übergeben.

Die Software

Für das AppleTV entdeckt habe ich die App TV Pro SAT>IP von equinux. Schnell installiert macht diese nichts anderes, als das WLAN nach dem Sat>IP-Signal abzusuchen und auf dem Bildschirm darzustellen. Mit der kleinen Fernbedienung des AppleTV geht man durch die TV-Sender und schaut dann ganz normal Fernsehen. Wie die Qualität ist, konnte ich noch nicht ausprobieren, aber das wird bald sicherlich der Fall sein. Auf jeden Fall soll sie sich gut konfigurieren lassen, um sich seine TV-Sender so anzuordnen, wie man sie gerne hätte.

Ja, auch die diese App gibt es nur im Abo. Das ist eigentlich das, was ich ja vermeiden wollte, aber gut. Es sind zumindest keine 10 Euro pro Monat. Es sind 10 Euro pro Halbjahr, also knapp 1,70 pro Monat. Das kann ich irgendwie noch vertreten.

Das ganze System ist also vom Prinzip her ein Sateliten-Receiver, den man in zwei Stücke zerteilt hat: die Hardware, die sonst direkt an den Fernseher angeschlossen wird und die Software, die darauf läuft. Ich glaube, das könnte wirklich gut funktionieren, und der große Vorteil wäre: man hätte alles, was man auf dem Fernseher haben möchte, in einem Gerät und benötigt auch nur eine Fernbedienung für alles. Was unter anderem mein großes Ziel ist. Und wenn mich nicht alles täuscht, kann man den Fernseher auch so einstellen, dass er sich automatisch mit ausschaltet, wenn das AppleTV in den Ruhemodus geht. Das wäre perfekt!

Das Wohnzimmer als zentrale für TV (Sat>IP), Filme und Serien (Netflix), Musik (Apple Music) und vielleicht bald irgendwann mal so ein bischen Home Automation (Home-App). Irgendwie ist das ein kleiner Schritt in diese Richtung. Und das gefällt mir sehr gut!

Modernes Fernsehen? (Teil 1)

Obwohl man immer wieder das Gefühl hat, dass das Niveau im Fernsehen mehr und mehr unter die Grasnarbe sinkt, so hat es immer noch seinen Sinn und Zweck. Und ja, nicht alles ist schlecht. Es gibt durchaus Formate, die gut funktionieren und Spaß machen. Aber auch unser Konsum wird weniger – mehr noch, nachdem wir Netflix für uns entdeckt haben. Man schaut halt gezielter, strukturierter, und man wird nicht ständig mit Werbung bombardiert. Das gleiche gilt für andere Anbieter wie Amazon Prime. Aber trotzdem interessierten mich die ein oder anderen Sendungen im normal klassischen Fernsehen. Und bin mehr und mehr genervt von der technischen Lethargie unserer Rundfunkanstalten. Allerdings mit Ausnahmen. Und überhaupt habe ich mich mal ein wenig um dieses Thema gekümmert. Im Zentrum steht der AppleTV.

Im ersten Teil dieses Artikels geht es in erster Linie um die Apps zum Thema Fernsehen. Im zweiten Teil wird es ein klein wenig nerdiger, denn ich habe mich einer ganz speziellen technischen Umgebung beschäftigt: AppleTV in Verbindung mit einer Satelitenschüssel.

Die Öffentlich-Rechtlichen

Ich fange gleich mal mit einer kleinen Sensation an. Das erste Mal habe ich das Gefühl, dass meine GEZ-Gebühren irgendwie gut angelegt wurden. Wenn jemand im Bereich TV-Apps Vorreiter ist, dann sind es die Öffentlich-Rechtlichen Sender wie die ARD, das ZDF (und anhängender Kanäle) und ARTE. Die Mediatheken werden im Internet schon gerne genutzt, noch etwas komfortabler ist es mit den entsprechenden Applikationen für iPhone und iPad. Ist eine WLAN-Verbindung vorhanden, kann man nicht nur auf bereits gesendete Dinge zugreifen, man hat auch entsprechendes Live-Fernsehen.

Das alles macht besonders viel Sinn auf dem Fernseher selbst. Und da man nicht immer über Airplay auf das AppleTV streamen möchte, war ich sehr dankbar, dass die Mediatheken-Apps auch für das AppleTV verfügbar waren. Ich nutze die wirklich oft! Zum einen, um meine ganzen Satire-Sendungen zu sehen, aber auch die ein oder andere Doku. Und auch, wenn ich kein Fußballfan bin, die nächste WM/EM kann ich wohl locker auch über diese Apps live mitverfolgen.

Ich sagen nicht, dass die beiden Mediatheken-Apps perfekt sind. Ja, sie sind sogar ziemlich unübersichtlich! Was mich am meisten nervt ist, dass man Sendungen wie die “heute-show” oder “Extra 3” in zig kleine Episoden aufteilt und den User komplett mit der Menge an Videos überfordert. Anstatt so eine Sendung einfach im Stück behält – man kann ja schließen vor- und zurückspulen. Und dennoch muss man sagen, dass sich alle anderen TV-Sender in Sachen neuer “Vertriebswege” an diesen messen müssen.

Die Privatsender

Jetzt wird es haarig. Und unübersichtlich.Da gibt es zum Beispiel die App von ProSieben und Sat1. Auf dem iPad macht die eigentlich eine ziemlich nette Firgur. Neben dem Live-Fernsehen kann man hier und da auch mal die Folge einer Sitcom nachgucken. Scheinbar stehen die aber nur ein oder zwei Tage zur Verfügung, dann sind die weg. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass immer ganz klar ist, wo man die dann findet. Das kann alles Lizenz-technische Gründe haben, aber ich möchte behaupten, dass man die ProSieben-App nicht als Mediathek begreifen darf.

Aber gut, die Live-Funktion ist wenigstens schon mal ein Anfang. Aber jetzt kommt die große Frage: Warum gibt es diese noch nicht für das AppleTV? Vom Prinzip her ist es gar kein großer Akt, die iOS-App für das tvOS zu portieren. Fernsehen gehört auf den Fernseher. Das ist so, und das wird die nächsten Jahre auch so bleiben. Also Leute, macht hinne!

Aber jetzt wird es richtig schmerzhaft! Die RTL-Gruppe hat sich in einer einzigen App zusammengefunden – TVnow. Man startet die App, sieht eine Menge Material, und sobald man eine Sendung starten will, kommt ein Login-Fenster. Dahinter verbirgt sich ein TVnow Plus-Abo. Ja, richtig gehört. Alle bekommen das hin, nur RTL scheint den Hals nicht voll zu bekommen. Ich habe nichts dagegen, im Live-Modus die normale Werbung zu sehen. Ich habe auch nichts dagegen, aus der Mediathek etwas zu sehen und alle paar Minuten mal einen Spot zu sehen. Aber im Ernst? Ich sehe im Live-TV schon die Werbung und muss darüber hinaus noch 3 Euro pro Monat zahlen? Überhaupt die Tatsache, dass ich mir einen Account klicken muss, ist unnötig nicht akzeptabel.

Und natürlich gibt es die App auch nicht für das AppleTV. Will man in dieser Form aber auch gar nicht.

Zattoo als Generelle App

Jeder, der mal nach TV-Apps gesucht hat, ist über Zattoo gestolpert. Der große Vorteil hier: man hat das Live-Programm von so ziemlich allen namenhaften TV-Sendern in einer App. Die Öffentlich-rechtlichen und ein paar Nischensender sind kostenlos, der Rest kostet Geld. Pro Monat 10 Euro, pro Jahr 100 Euro. Mag vielleicht gehen für den Luxus des One-App-Systems (die es übrigens auch für AppleTV gibt). Aber wenn ich überlege, dass ich parallel pro Monat noch einen knappen 10er für Netflix ausgebe, dann auch noch alle drei Monate die GEZ an der Backe habe, dann muss man sich schon mal überlegen: Wie viel Geld möchte ich eigentlich wirklich pro Jahr diese Unterhaltung ausgeben? Soviel ist mir das dann doch nicht wert.

Fazit

Ein klein wenig ist passiert und hier und da reagiert man auch auf die TV-Boxen. Dennoch haben nicht alle begriffen, dass man auch über Satelitenschüsseln, Kabelanschluss und Angebote der Telekom und Co. hinausdenken muss. Man geht den Weg einfach nicht zu Ende und verschenkt einfach Potential. Einige machen gar nichts, andere spielen nur auf den mobilen Devices, und nur sehr wenige geben sich alle Mühe, das AppleTV zu unterstützen. Ich nehme mal ganz stark an, dass die gleiche Situation auf dem Fire TV Stick von Amazon und Chromecast von Google herrscht. Vielleicht ist es sogar noch schlimmer. Nimmt man pro Monat zusätzliches Geld in die Hand, hätte man eine nette Lösung. Aber wie beschrieben: rechnet man alles zusammen, schaufelt man eine Menge Geld ins TV. Das will man eigentlich auch nicht.

In unserer neuen Wohnung haben wir darüber noch den kleinen Luxus, dass der Vermieter eine Satelitenschüssel auf dem Dach hat und alles fein säuberlich direkt in alle Zimmer verlegt hat. Ich stellte mir dann diese irrwitzige Frage: Gäbe es denn eine Möglichkeit, das Sateliten-Signal direkt ins AppleTV einzuspeisen? Und ich bin fündig geworden. Darum geht es im nächsten Teil.

Aus dem Schuppen geholt

Ich gebe es ganz offen zu: ich bin so sportlich wie ein Pommes. Erstens, weil ich nie wirklich Bock darauf habe, schweißgebadet durch die Gegend zu rennen, ein oder zweimal wöchentlich in ein Fitnessstudio zu rennen, oder sonst dafür Zeit zu opfern. Außerdem kann ich mich eh schon nicht über zu viel zeitliche Freiräume beklagen – da passt Sport also eh nicht rein. Die Folge: Stress, den ganzen Tag vor’m Computer sitzen, Süßigkeiten fressen, In der Mittagspause mehr oder wenig Ungesundes, neues Kampfgewicht, aus der Puste sein, wenn man sich die Schuhe zugebunden hat. Und selbstverständlich weiß der werte Herr, dass dieses Denken vollkommen bescheuert ist.

Aber nun wird aaaaalles anders. Punkt 1: Ich habe eine neue Arbeit. Punkt 2: Ich ziehe aus Berlin weg. Punkt 3: Ich wohne dann 50 Meter Luftlinie an der wunderschönen Donau. Punkt 4: Vor unserer Wohnung läuft der Donau-Fahrradweg vorbei – ein Naherholungsgebiet für die Städter. Ergo (was liebe ich dieses Wort): Ich verkaufe mein Fahrrad nicht. So ein harter Schnitt im Leben muss genutzt werden, um auch neue Gewohnheiten zu etablieren. Und so transportierte ich mein Fitnessbike in dieser Woche schon mal in die neue Heimat, brachte es zum Service (ja, es wurde lange nicht mehr bewegt) und montierte meinen neuen Fahrrad-Computer. Es kann also losgehen.

Meine erste Fahrt verband ich mit etwas Praktischem – ich musste Freunden etwas vorbeibringen. 7 km hin, 7 km zurück. Für jemand, der so gar keine Kondition hat, war das ein ganz schöner Ritt. Und außerdem habe ich die Temperaturen etwas unterschätzt. Einem wird bei der Anstrengung nicht warm, sondern der Fahrtwind lässt einen noch mehr frieren, als es die Temperatur vermuten lässt. Aber gut, ich habe die Fahrt überlebt. Der Hintern tut, die Waden schmerzen, die Lunge pfeift, aber es gut getan!

Die Technik

Wie bereits erwähnt, ich habe einen neuen Bordcomputer. Kein neuer Vorsatz ohne technischen Anreiz. Und ich bin begeistert! Diverse Dinge werden mit dem WAHOO ELEMNT und dem passenden BLUE SC festgehalten:

  • Geschwindigkeit
  • Trittfrequenz
  • die Strecke via eingebautem GPS
  • Zeiten
  • Höhenmeter

Man hat also die Möglichkeit, das Smartphone einfach zu Hause zu lassen. Alle Daten – also auch die GPS-Daten – werden im Bordcomputer ermittelt und gespeichert. Durch eine Reihe von LEDs kann man sich zu größeren Leistungen anspornen lassen. Man kann definieren, was sie einem anzeigen sollen. Ob die Geschwindigkeit unter oder über dem Durchschnitt ist, das gleiche noch einmal in Bezug auf die Leistung. Und (falls man den Wahoo-Pulsmesser dabei hat) wie es um die Herzfrequenz steht. Man hat also eine Menge Informationen im Blick.

Was auch toll ist: Das ELEMNT ist auch ein Navigationssystem. In der ELEMNT-App kann man direkt eine Route planen und diese auf den Fahrad-Computer laden. Aber auch aus anderen Quellen kann man geplante Routen importieren. Für die Planung nutze ich beispielsweise Komoot, weil dieses System spezielle Fahrradrouten sucht und eine Menge Informationen zur Strecke liefert (z.B. Untergründe, Straßentypen, durchschnittliche Geschwindigkeiten und Höhenmeter, sowie den Schwierigkeitsgrad). Man verbindet die ELEMNT-App mit der Komoot-App und schon werden einem alle gespeicherte Routen angezeigt. Diese werden offline heruntergeladen. Überhaupt ist ein Haufen Kartenmaterial auf dem ELEMNT enthalten. Also spontane Routenänderungen sind immer möglich.

Ist man dann zu Hause (oder beendet man eine Tour), werden die Daten einfach gesynct und landen dann Wahoo-App. Da ich die aber nicht ganz so schick finde, werden die Daten noch einmal weitergegeben an Strava. Das Portal dort gefällt mir sehr gut. Und die Möglichkeit, Widgets in diesen Blog einzufügen (so wie oben oder unten im Footer), ist auch ganz nett.

Nein, ich werde kein Spitzensportler. Aber es wird mir und meinem Körper gut tun, wenn ich mich regelmäßig bewege. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine neue Motivation. Da es mit meiner Selbstdisziplin nicht immer zum Besten steht, hoffe ich, das mich auch diese ganze Spielerei ein wenig länger bei der Stange hält. Und wie heißt es so schön? Wenn man eine Sache 66 mal tut, wird sie zur Gewohnheit. Na dann!

Shorty: Wintergatan und die Marble Machine

Zur Abwechslung mal wieder etwas musikalisches. Und da Skandinavien nicht nur meine hypotische Traum-Auswanderländergruppe ist, sondern auch musikalisch inzwischen zu meinen Favoriten gehört, entführe ich Euch heute mal nach Schweden. Wintergatan sagte mir bis vor Kurzem nach gar nichts. Eher zufällig stieß ich bei Youtube über ein Video, dass mich echt begeistert hat. Musik ist ja schon etwas Kreatives. Aber dann auch die entsprechenden Instrumente in einem unfassbar kreativen Prozess entstehen zu lassen – das hat man nicht alle Tage. Zumindest nicht in diesem überaus aufwendigen Umfang.

Es handelt sich um ein selbstgebautes Murmel-Instrument. Extrem aufwendig gemacht und wie es scheint auch nicht einfach zu spielen. Involviert ist ein Xylophon (könnte eher aber auch Vibraphone sein), kleine Teile, die das Drumset abbilden und ein Bassguitarre. Und alles mechanisch angetrieben. Wahnsinn! Aber ich glaube, jeden verlorene Wort dazu ist zu viel. Man muss es einfach sehen:

Fileee – Dokumentenmanagment Deluxe

Ich mag kein Papier. Und Aktenordner auch nicht. Nur leider kommt man auch in 2017 nicht wirklich ohne aus. Täglich trudeln die Dokumente per Post ein. Einige davon sollte man aufheben, andere nicht. Bei wieder anderen Dokumenten ist man sich halt nicht so sicher. Spätestens beim Erstellen der nächsten Steuererklärung flucht man beim Zusammensammeln all seiner Dokumente. Es musste eine Lösung her – und die habe ich nun endlich gefunden!

Mitte des letzten Jahres bin ich bei einer normalen Google-Suche auf der Website von Fileee gelandet. Zu diesem Zeitpunkt war das bisherige Produkt einfach nur eine App, mit der ich Dokumente abfotografieren konnte und die das Stück Papier dann etwas aufbereitet (in welchem Umfang weiß ich nicht). Gleichzeitig aber promotete Fileee ein neues Konzept der Dokumentenverwaltung und bat in diesem Zusammehang um Geld. Die Aussage:

Wenn wir 2000 Bestellungen zusammen bekommen, können wir mit der Produktion starten.

Das war sozusagen Crowdfunding auf eigene Faust. Das mir das Konzept der Sache sofort plausibel war, investierte ich. Und war dann am Ende sehr glücklich, als die Info kam, dass die Rechnung aufgegangen war. Und jetzt – nach ein paar Verzögerungen – war ich einer der ersten, die mit diesem System arbeiten durfte. Seit nunmehr drei Monaten arbeite ich damit und meine Begeisterung ist ungebrochen.

Was ist die FileeeBox?

Schuhkartons haben ihre Vorteile. Sie haben eine schöne Größe und lassen sich gut stapeln. Für das Sammeln von Dokumenten eigenen Sie sich allerdings nicht so toll. Es sei denn, man pimpt diese. Und genau das hat Fileee gemacht. Und noch viel mehr.

Die Box, in der die Dokumente gelagert werden, ist seitlich zu öffnen, hat auf dem Deckel oben ein Barcode und an der Seite einen Aufkleber zum Beschriften. An allen vier Ecken des Deckels ist eine magnetische Fläche eingearbeitet. Und jedes Feature hat seinen Sinn. Dann gibt es noch einen Aufsatz für diese Box. Origami-Freunde kommen hier voll auf Ihre Kosten, wenn Sie diesen entsprechend auf- und zusammenfalten. Auch dieser ist voll mit Features. Zum Beispiel gibt es oben eine Öffnung. Auf der Unterseite sind ebenfalls Magneten eingearbeitet. Und seitlich an der Bodenplatte hat man eine Aussparung gelassen. Und da ich NIEMALS etwas kaufen würde, dass nicht mit Strom funktioniert, hat dieser Aufsatz LEDs im Deckel. Diesen Aufsatz kann man jederzeit zusammenfalten und gut in der Box verstauen.

Bringt man das alles zusammen, hat man ein Dokumentenarchivierungssystem. Und das System ist denkbar einfach:

Es funktioniert wirklich, wie in dem Video gezeigt. Eine Sache sehe ich nicht so: man sollte schon darauf achten, dass das zu scannende Dokument möglich glatt aufgelegt wird, damit der Scan nachher auch gut aussieht. Aber ansonsten ist das System genial und schnell zu begreifen.

Die App

Ebenfalls einfach ist die Bedienung der App, die in dem Fall als Scanner fungiert und mit der Linse über die Öffnung gelegt wird 1)Damit das Smartphone immer gleich liegt, gibt es kleine Ansatzaufkleber. So kann das Gerät einmal ausrichten und muss sich beim erneuten Anlegen nicht mehr so viel Mühe geben. Ein weiteres Schmankerl gibt es für jede, die ein Android-Gerät mit NFC haben. Man legt das Phone einfach nur auf den Aufsatz und es startet automatisch die App und macht sich bereit für’s Scannen.. Dadurch, dass nicht nur das Dokument von der Smartphone-Kamera erfasst wird, sondern auch der Barcode, erkennt das System automatisch, in welcher Box das Papier abgelegt werden soll. Möchte man das Dokument zwar erfassen, aber die Papiervariante nicht aufheben, kann man das nach dem Scannen einfach angeben. Alle Dokumente (ein- oder mehrseitig) werden dann als PDF-File abgelegt und entpsrechend bearbeitet:

  • Weißabgleich
  • Begradigung
  • OCR
  • Extrahierung des Logos (wird dann in der Absender-Übersicht angezeigt)

Die OCR-Erkennung ist wirklich gut! Name und Adresse des Absenders wird in der Regel gut erkannt, wie auch das Datum. Auch wird versucht, die Art des Dokuments zu erraten. Bei Rechnungen funktioniert das beispielsweise super! Informationen wie Rechnungsbetrag und Kontonummer des Empfängers werden gleich in die Meta-Daten gepackt. Das ist eine grandiose Idee! Möchte man die Rechnung später bezahlen, so kann man in diesem Zuge einen Reminder in der App setzen und muss die benötigten Informationen nicht lange aus dem Dokument selbst herauslesen.

Alle gescannten Dokumente, aber auch solche, die man als PDF bekommen hat und dort importiert hat, können in der App, wie auch am PC im Browser im “Posteingang” weiter bearbeitet werden. Man kann eigene Schlagworte vergeben, dem Dokument einen neuen Namen geben oder falsch erkannte Informationen ändern. Und zum Schluss archivieren. Mein Anwendungsfall ist beispielsweise, dass ich das Schlagwort “Steuer” vergeben. So kann ich später dann nach “2017” und “Steuer” filtern, und alle relevanten Dokumente werden mir angezeigt.

Die Dokumentensuche

Die Suche innerhalb der App ist natürlich aufgrund der vielen Metadaten recht simpel. Man kann filtern und alle Dokumente sind chronologisch abgelegt. Was macht man aber, wenn man die Papierversion benötigt? Wie am Anfang gesagt: Ein Karton als Ablage von Dokumenten ist in punkto “Wiederfinden” eher suboptimal. Nicht so die gepimpte Box von Fileee. Wie im Video gesehen hat die Box  innen eine Farbscala. Ich suche also in der App das Dokument heraus und gleichzeitig wird mir gesagt, in welcher Box das Papier liegt, und in welchem Bereich der Farbscala. Klar, man muss ein paar Blätter schon durchgehen, aber gefunden hat man das Blatt wirklich schnell!

Ist ein Jahr und eine Steuererklärung vorbei, nimmt man die Box, packt Sie auf den Dachboden und lässt sie einfach 10 Jahre dort stehen. Danach nimmt man den Inhalt, schreddert ihn und nimmt die Box wieder für das nächste Jahr.

Ja, die Dokumente liegen in der Cloud. Aber sie sind verschlüsselt und und liegen in einem deutschen Rechenzentrum, wo einfach mal die stärksten Datenschutzbestimmungen greifen. Infos zu diesem Thema gibt es hier.

Fazit

Alles in allem bin ich von diesem System wirklich beeindruckt. Es ist simpel, es ist absolut sinnvoll und alltagstauglich. Durch das Beleuchtungssystem ist gewährleistet, dass die Texterkennung wirklich gut funktioniert und dei Scans auch gescheit aussehen.

Das Starterpaket (Box und Aufsatz) kostet 45 Euro, jeder weitere Spezial-“Schuhkarton” 20 Euro. Ich finde, dass kann man sich mal antun und damit endlich Ordnung in sein Büro bringen. Die App ist kostenlos im Appstore für iOS und Android. Gehört man zu denen, die pro Monat extrem viel Scannen, müsste man sich ein Premium-Abo zulegen, kommt dann aber auch nur 4 € pro Monat.

Alle Infos zu der Box und dem gesamten System findest Du unter http://box.fileee.com. Schaut es Euch an; ich glaube, bei diesem Thema hat fast jeder irgendwie Aufholbedarf.

Fußnoten   [ + ]

1. Damit das Smartphone immer gleich liegt, gibt es kleine Ansatzaufkleber. So kann das Gerät einmal ausrichten und muss sich beim erneuten Anlegen nicht mehr so viel Mühe geben. Ein weiteres Schmankerl gibt es für jede, die ein Android-Gerät mit NFC haben. Man legt das Phone einfach nur auf den Aufsatz und es startet automatisch die App und macht sich bereit für’s Scannen.