Autor: Sascha Wübbena (Seite 2 von 6)

Was ist mit Threema?

Wie ich vor einigen Tagen berichtete, habe ich via WhatsApp-Status verkündet, dass ich mehr und mehr auf die Benutzung dieser App verzichten möchte. Zu sehr nerven mich die Skandale um Facebook und deren Umgang mit Daten. Ich gab in diesem Zuge meine Threema-ID bekannt und bat mein Umfeld doch, sich zu überlegen, mich darin zu unterstützen und für selbst über das Thema Privacy Gedanken zu machen.

Seither darf ich voller Glück verkünden, dass ich 18 neue Kontakte auf Threema verbuchen darf. Es gab also doch einige, die zumindest ins Grübeln gekommen sind. Auch wenn ich wohl keinen davon überzeugen kann, auf WhatsApp komplett zu verzichten (weil, da sind ja alle), ist das schon mal ein kleiner Erfolg. Mal sehen, ob ich noch weitere gewinnen kann.

Threema und die Privatssphäre

Vom Prinzip her mag ich Threema sehr. Das Design der App ist angenehm (hat sogar einen Dark-Mode) und wartet mit ein paar netten kleinen Features auf – abgesehen vom hohen Grad der Verschlüsselung. In Sachen Privatsphäre bietet Threema aber so unendlich viel mehr!

  1. Jeder User hat eine anonyme ID. Man gibt dem Anbieter also nicht erst irgendwelche personenbezogenen Daten von sich, um sich beispielsweise zu registrieren. Man kann seine ID mit einer Mobilfunknummer oder einer E-Mailadresse verknüpfen, um von anderen gefunden zu werden, aber das ist optional.
  2. Threema-Kontakte haben unterschiedliche Vertrauensstufen, dessen Sinn und Zweck auf dieser Seite erklärt werden. Ich finde, hier hat sich wirklich jemand viel mehr Gedanken über das Datenschutz gemacht, als jeder andere.
  3. Nachrichten werden auf keinem Server gespeichert, sondern nur auf den Geräten. Auch Kontaktlisten und Gruppenchats werden nicht zentral gespeichert. Klar, irgendwo muss bis zur vollständigen Übermittlung was zwischengespeichert werden. Aber sobald eine Nachricht zugestellt wurde, wird vom Server alles gelöscht.
  4. Es werden keine Metadaten gespeichert. Das gefährliche an all den Messenger da draußen sind in der Regel nicht die Nachrichten selbst, sondern die Meta-Daten, die entstehen: wer, mit wem, wann, wo und so weiter. Auch hier ist Threema vorbildlich und verspricht, dass keine solcher Logs geführt werden. Argument: Wo keine Daten sind, können auch keine Daten missbraucht werden.
  5. Optional kann man sein Telefonbuch an Threema übermitteln. Das ist eine gängige Vorgehensweise, wenn man gerne wissen möchte, welche der Kontakte ebenfalls bei bei diesem Messenger ist. Im Falle von WhatsApp ist das ein komplettes Desaster: das Adressbuch bleibt bei Facebook liegen und kann von denen genutzt für zig andere Dinge genutzt werden. Zumindest kann Facebook hier unglaublich viele Metadaten herausziehen. Threema geht auch diese Sache anders an. Hier werden alle Daten anonymisiert und nach dem Abgleich und dem Zurückliefern der gewünschten Informationen an den User auch gleich wieder gelöscht.

Man sieht also: es geht anders. Wenn man nur will. Und all das passiert im Hintergrund, ohne dass man irgendwelche IT-Superkräfte haben muss. Gut, die Backup-Geschichten sind so eine Sache. Man muss ein Backup seiner ID machen (sprich, einen Code und ein Passwort irgendwo hinspeichern) und seine Kontakte (incl. Vertrauensstufe) und die Chats entweder in der iCloud oder irgendwo anders ablegen. Aber wer Lesen kann, ist klar im Vorteil. Wem seine Privatsphäre wichtig ist, der scheut sich auch nicht, mal ein paar Sätze zu lesen.

Threema und die Funktionen

Threema war in den letzten Jahre überaus fleißig. Sie haben nicht nur Threema selbst immer weiter entwickelt und sicherer gemacht, sondern verfolgten auch die Idee, Privates von Arbeit und / oder Schule/Uni zu trennen. So findet man im AppStore nicht nur Threema, sondern auch Threema Work und Threema Education. Sie haben alle die gleiche, grundlegende Technologie, erfüllen aber noch speziellere Anforderungen, wie beispielsweise Funktionen zur Administration (MDM). Perfekt auch für Schulen, wenn es um die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern geht. Die Möglichkeiten sind endlos.

Die Standard-App wirkt aufgeräumt und unaufgeregt. Mit anderen Worten: sachlich. Wie eine Messenger-App auch sein sollte. Normale Funktionen wie Nachrichten löschen oder auf eine direkt antworten und zitieren sind vorhanden. Sehr nett ist auch das Liken und Disliken einer Nachricht. Dies kann man nutzen, um einer Information schnell zuzustimmen oder auch nicht – ohne dass der andere durch eine Benachrichtigung gestört wird.

Nett ist auch, dass eine Umfrage-Funktion gleich mit enthalten ist. Das ist beispielsweise etwas, was mir schon immer in anderen Messengern gefehlt hat. Besonders viel Sinn macht das natürlich in Gruppenchats, die es in Threema selbstverständlich auch gibt. Ebenso, wie Sprachnachrichten, Standort senden, Datei schicken oder Fotos anhängen.

Nicht zuletzt ist es auch möglich, mit Threema Telefonate zu führen. Auch hierbei ist auf volle Privatsphäre gesetzt. In den Einstellungen kann ich entscheiden, wie die Telefonate geroutet werden: entweder verschlüsselt direkt zwischen den Geräten, oder verschlüsselt über den Threema-Server. Empfohlen wird ganz klar, die direkte Verbindung zu nutzen. Damit muss bei Threema selbst auch nichts an Daten gepuffert werden.

Wer Threema auf einem Android-Gerät nutzt, darüber hinaus noch die Funktion, einen privaten Chat zu führen. Diese Chats sind durch einen PIN geschützt und können auch aus der normalen Chat-Übersicht ausgeblendet werden. Für iOS steht diese Funktion noch nicht zur Verfügung. Dafür lässt sich aber Threema generell durch den Geräte-PIN und Touch-ID abschließen.

Threema – was fehlt?

Die weite Verbreitung von WhatsApp liegt nicht zuletzt darin, dass es so ein paar Features gibt, auf die die wenigstens verzichten wollen. Ich selbst erwische mich auch oft dabei, dass ich die Status-Funktion einfach klasse finde. Besonders, wo viele Freunde und vor allem Familie weit weg wohnen, ist es halt echt genial, ab und an zu sehen, was so in deren Leben vor sich geht.

Was nicht mehr lange fehlt, weil derzeit in der Beta-Phase, ist Threema als Web-Anwendung. Wenn mal also am PC sitzt, wird man bald ganz normal über den Browser auch Threema nutzen können. Das macht die Kommunikation mit anderen einfacher, weil man dann nicht auf dem kleinen Display herumtippen muss. Sehr angenehm. Ich freue mich definitiv über dieses Feature.

Ansonsten fällt mir nichts weiteres ein, was Threema fehlen würde. Ich bin wieder sehr happy mit der App und würde mir wünschen, wenn noch mehr Leute umsteigen würden. Es müssten sich nur einige mehr durchringen und sagen: „Ich steige jetzt um.“ Und damit würden sie eine Kettenreaktion auslösen. Ehe man sich versieht, wäre ein Großteil ebenfalls dort. Man würde an diese Daten-Messis ein klares Zeichen setzen und hätte etwas zu seiner Privatsphäre beigetragen. Da die App günstige 2,99 € kostet, würde man dem Unternehmen Threema auch wieder ein bisschen Geld in die Kassen spülen, um neue Features zu bauen.

Am Ende hätten alle gewonnen. Ich hoffe, dass die allgemeine Ignoranz für dieses Thema irgendwann dann doch bröckelt.

Das VIPP Shelter

Am Wochenende habe ich mich mit einem Thema beschäftigt, mit dem ich hätte niemals beginnen dürfen. Denn jetzt bin ich angefixt und mein Kopf ist jetzt voller Ideen.

Es geht um Tiny Houses. Seit Jahren schon beschäftigt mich das Thema „auf ein Minimum reduziertes Leben“. Es gibt diese Bewegung des Minimalismus schon eine ganze Weile. Ich bin bisher noch wirklich selbst das Ausmisten angegangen, steht aber immer noch zur Debatte. Aber mit Haushalt entschlacken ist die Sache nicht unbedingt erlegt. Auch Wohnraum kann auf ein Minimum reduziert werden. Und da sind wir bei den Tiny Houses.

Besonders das im Titel angesprochene Haus von den dänischen Designer-Team VIPP trifft meinen Geschmack. Und ja – typisch Sascha -, ist natürlich wieder das teuerste Tiny House, was man finden kann. Eine knappe halbe Million kostet es und wird für mich unerreichbar sein und bleiben. Aber es zeigt sehr schön, was alles möglich ist. Und  bringt ein paar Dinge ins Spiel, die ich überaus interessant finde.

Beispielsweise mag sich der ein oder andere daran stören, dass wirklich alles in diesem Haus (außer vielleicht der Bodenbelag) schwarz gehalten ist. Die Idee dahinter ist allerdings: durch das dunkle Interieur wird die Umwelt mehr ins Haus integriert. Je weniger Ablenkung es im Innern des Gebäudes gibt, desto mehr wirkt die Natur und die Umgebung. Ein interessanter Gedanke. Durch das öffnen der Fensterfronten auf beiden Seiten wohnt man dann förmlich in der Natur. Es ist ein Traum!

Ein weiteres Feature, dass ich liebe, sind die Wandverkleidungen. Sämtliche Wände und Deckenteile sind mit einem Filz überzogen. Das sorgt für eine außergewöhnliche Raumakustik. Geräusche werden gedämpft und schaffen so ein sehr behagliches, ruhiges Ambiente. Ich glaube, ich dürfte mich keine zwei Minuten in diesem Haus aufhalten, ohne mich so sehr darin zu verlieben, dass sich mein Banker den Strick nimmt.

Das Thema Tiny Houses ist aber generell sehr spannend – auch außerhalb dieser Designer-Luxus-Butze. Es gibt viele Ideen dazu: fest installiert, mobil als Anhänger, oder als Container auf einen LKW aufladbar. Verschiedene Größen, sogar nachträglich erweiterbar, mit und ohne Einbaumöbel, edel und einfach. Eigentlich scheint nichts unmöglich. Einmal die Google-Bildersuche bemüht, bekommt man einen kleinen Eindruck davon, was so alles in diesem Thema steckt.

Fest steht, dass ich weiter schauen und mich mit diesen Tiny Houses auseinandersetzen werde. Insbesondere auch die Nische des autarken Wohnens. Deshalb die neue Kategorie Minimalismus in diesem Blog. Gucken wir mal, was da noch alles passiert in den nächsten Jahren.

iJustine – herrlich übertrieben

Inzwischen bin ich recht viel auf YouTube unterwegs. Eine schöne Quelle, um sich über sämtlichen Technik-Kram zu informieren. Und wer sich die Kanäle von den Technik- und Apple-YouTubern mal so durchstöbert, der stößt irgendwann automatisch über iJustine.

Anfänglich leicht irritiert über ihre Art, finde ich ihre Videos zu Unboxing und Reviews äußerst amüsant. Sie ist so herrlich, übertrieben enthusiastisch. Putzig irgendwie. Und zeigt mir, wie leidenschaftslos ich inzwischen geworden bin, was diese ganzen Gadgets angeht. Bin halt auch keine 25 mehr. Vielleicht liegt es einfach daran.

Hier mal eine kleine Kostprobe.

Ruhig mal mute-ig sein

Derzeit ist Twitter immer noch mein favorisierter Social-Media-Kanal. Und nahezu (neben LinkedIn) auch mein einziger. Klar, es gibt vieles an der Strategie von Twitter, was mich ärgert und nervt. Sie gehen mit meinem Profil fast genauso dreckig um, wie Facebook es tun würde. Und ihr Umgehen mit Third-Party-Applikationen ist meiner Meinung nach unter aller Sau. Sich über Jahre hinweg die App-Hersteller bei Laune halten und eine wunderbare API anbieten und dann nach und nach den Hahn abdrehen. Das wird in Zukunft bestimmt die ein oder andere Bude in den Ruin treiben.

Bei all der Kritik muss ich aber sagen, dass Twitter für mich ein Hörrohr in die weite Welt ist. Gibt es irgendwo was Neuen, erfährt man es dort als erstes. Sämtliche Hersteller für mich interessanter Produkte (Gadgets, Software u.v.m.) sind dort vertreten und schreiben mehr oder weniger regelmäßig über Neuigkeiten. Ebenso auch Magazine und andere Blogger. Meine ganzen Lieblingskünstler aus Musik und Film sind ebenfalls dort zu finden. Es ist also wie es ist: auch wenn man eigentlich weg will, Twitter schafft es, mich zu halten.

Eine Unart, die mich allerdings immer mehr nervt ist, dass selbst irgendwelchen Technik-Blogger, Technik-Magazine und auch schon viele andere nicht bei ihren Themen bleiben, sondern mehr und mehr auch über Politik schreiben. Und das, was ich nicht in meiner Timeline sehe, ist alles, was damit zu tun hat. Es interessiert mich einfach nicht, oder macht mich unendlich wütend. Und ich weiß auch so, dass die Welt nicht mehr zu retten ist.

Ein Hoch auf die Mute-Funktion

Da es also nicht mehr reicht, einfach keinem zu folgen, der sich mit Politik auseinandersetzt, musste ich nun verstärkt mit der inzwischen doch ganz gut ausgereiften Mute-Funktion von Twitter arbeiten. Besonders in der Twitter-eigenen App (jaja, ich weiß, den finden die meisten auch blöd) funktioniert das ganz simpel.

Gibt es einen Tweet, der Hashtags oder einzelne Wörter enthält, die man nicht mehr in der Timeline sehen will, dann tippt man diesen Tweet an, so dass dieser einzeln zu sehen ist. Dann markiert man diesen Begriff, und schon wird einem angeboten, diesen stumm zu schalten. „Merkel“ – weg. „Trump“ – weg. Und zig andere Begriffe ebenfalls.

Möchte man verhindern, dass irgendwelche Accounts einem Tweets von anderen, nicht gern gesehenen Accounts in die Timeline spülen, einfach auch die entsprechenden Konten stummschalten.

Jetzt gerade habe ich das leise Gefühl, dass ich die richtigen Wörter getroffen habe. So allmählich fühle ich mich meine Timeline wohl und es wird angenehmer, entspannter, ruhiger.

Einmal rund um Regensburg

Meine letzte Tour mit dem Rennrad war gestern vor einer Woche. Und auch nur, weil mir ein anderer Termin ausgefallen ist. Ich komme gerade recht selten dazu, mich aufs Rennrad zu schwingen, was mich etwas fuchsig macht. Denn ich merke, dass ich mich jedes Mal, wenn ich denn mal Zeit habe, schon fast durchringen muss, mich umzuziehen und das Fahrrad rauszuholen. Ich bin noch lange nicht so weit, als das sich bei mir sowas wie „Gewohnheit“ eingestellt hat.

Nichts desto trotz hatte ich mir bei meiner letzten Radtour einiges vorgenommen. Ich wollte Regensburg einmal umrunden. Und darüber hinaus hatte ich bei meiner Tour auch einige Höhenmeter geplant – solche, für die ich andere Radler aus der Umgebung schon etwas bewundert habe.

Die ersten Höhenmeter waren die „Weichslmühle“, dicht bei meinem Zuhause. Die Straße, die von der Donau hoch nach Pentling führt, hatte ich schon einmal gemeistert, allerdings dafür knapp 11 Minuten gebraucht – incl. vieler kleiner Pausen und einem Puls jenseits von Gut und Böse. Der Puls war auch diesmal sehr hoch, aber ich musste nur eine kurze Pause einlegen. Nach 8 Minuten war ich dann oben angekommen. Für mich also schon ein kleiner Erfolg. Und das zeigt mir, dass das Training wirklich was bringt. Man muss nur dran bleiben.

Die Umrundung von Regensburg war im Grunde genommen nicht wirklich spektakulär. Alles recht flach. Ein Teil verläuft auch ein wenig durch die Stadt (nördlich der Donau). Ist nicht ganz schön, aber okay. Besonders sehenswert ist die Brücke bei Regenstauf, die einen herrlichen Blick auf die Donau und die Walhalla bietet.

Die ganze Fahrt über hatte ich aber immer einen Feind vor mir – die letzte Etappe mit seinen Höhenmetern. Nittendorf war der erste Abschnitt – ein Dorf am Berghang mit gut und gerne auch mal 13% Steigung. Herausforderung für mich als Anfänger war, dass sich diese Strecke wirklich lang hinzog. Irgendwann überholte mich dann noch ein anderer Rennradfahrer mit ziemlich sportlichem Tempo. Niederschmetternd!

Als Nittendorf dann hinter mir lag und weiterhin ein paar enspanntere Meter absolviert waren, kam der nächste Hammer – der Aufstieg nach Eilsbrunn. Recht steil (auch gut und gerne 10%), aber nicht ganz so lang. Fast oben angekommen winkte dann aber ein kleiner Biergarten und ein frisches, kühles Radler. Von da an kamen dann nur noch die letzten 10 Kilometer zurück nach Hause. Am Ende waren es knapp 60 Kilometer Fahrt und über 500 Höhenmeter. Letzteres ein neuer persönlicher Rekord. Und bei all der Schufterei waren die gebotenen Panoramen wirklich atemberaubend.

Bei aller Anstrengung muss ich sagen: Nittendorf und Eilsbrunn sind zwar ein krasse Herausforderung für mich, aber irgendwie dann doch irgendwann hoffentlich machbar. Ich muss halt nur öfter fahren und mich mehr an die Höhenmeter wagen. Und irgendwann wird sich das Bergtraining auch auszahlen. Ich habe mir jetzt eine Hausrunde ausgesucht, die zumindest zwei Höhenetappen beinhalten. Ich hoffe, dass ich in dieser Woche ein oder zweimal dazu komme, sie auszuprobieren.