Da wirst du arm

Die Software-Landschaft hat sich stark verändert. Nicht in der Art der Software, sondern in dem, wie man sie als Anwender bezieht. Ich erinnere mich – es war vor unendlich vielen Jahren -, dass es sich der private Mensch regelrecht zum Sport gemacht hat, Software als Raubkopie von irgendwo her zu holen. Ich habe davon nie etwas gehalten – für mich war das immer Diebstahl. Aber in meinem Umfeld war das weiter verbreitet. “Ich gebe doch xxx Mark aus, nur um mal einen Brief zu schreiben.” (Word) Oder: “Ich gebe doch nicht xxxx Mark aus, nur um ein paar Fotos zu bearbeiten.” (Photoshop). Es wurden selbstgebrannte CDs ausgetauscht und dazu die passenden Lizenzschlüssel.

Vor ein paar Jahren änderte sich in der Software-Welt etwas gravierendes. Die Appstores kamen auf. Apple kam mit dem Appstore auf iOS und später auch für den Mac. Android zog nach und letztendlich dann auch Microsoft. Und in diesem Zuge fielen auch die Preise für Anwendungen. Apps für 99 Cent, zwei Euro, fünf Euro. Auf mobilen Geräten war Software plötzlich erschwinglich – und unkompliziert, innerhalb von Sekunden zu haben. Da dachte keiner mehr an Raubkopien (zumal das zumindest auf iOS auch gar nicht möglich war).

Dann kamen in den Appstores die ersten kostenlosen Apps auf, die man mit einem Abo um ihre Funktionen erweitern konnte. In meiner Erfahrung war das so ein Momant, wo einige etwas geschluckt haben. Jeden Monat was zahlen? Aber na gut, sind ja nur zwei oder vier Euro im Monat. Das kann man verkraften.

Aber es dauerte nicht lange, da kamen auch die großen Software-Hersteller auf den Trichter des Abo-Modells. Und plötzlich sind einige Anwender sehr hellhörig geworden. Photoshop und Lightroom für nur 12 Euro im Monat? Wow! Und ich kann das Office jetzt für 70 Euro im Jahr haben? Das ist ja der Hammer! Endlich kann ich mir auch Profi-Software leisten!

Dazu kommt auch noch eine gewisse Flexibilität. Braucht man ein Programm mal für eine gewisse Zeit, bucht man halt auch nur für diese Zeit. Wenn nicht, wird einfach das Abo unterbrochen. Pay what you need – ich finde, das hat was.

Ich war voll dabei!

Ich mag vom Prinzip her dieses Modell. Bringt es doch einige Vorteile. Zum einen hat man als normal sterblicher Mensch wirklich die Möglichkeit, eigentlich unbezahlbare Software zu nutzen. Dazu gehörte für mich eine lange Zeit lang Photoshop und Lightroom. Hat mir als Hochzeitsfotograf in den Anfängen wirklich geholfen. Denn mit einem Schlag 1200 Euro auszugeben, das war einfach nicht drin.

Was ich bekanntlich auch als Abo intensiv nutze, ist Office 365 für Unternehmen. Echtes Exchange und keinen Stress mehr mit dem Sync von E-Mails. Und darüber hinaus ein echtes Office mit allem Drum und Dran (12 Euro).

Ein weiteres Abo ist Babbel, womit ich mein Englisch aufbessere und Norwegisch lerne (15 Euro). Für meine eigene Musik brauchte ich eine Musikbibliothek für klassische Instrumente (40 Euro). Und dann kam da noch die Roland-Cloud, die mir Synthesizer aus den 80er Jahren lieferte und mich total begeisterte (30 Euro). Darüber hinaus kommt noch meine Schlaf-Analyse-App dazu, die ebenfalls noch einmal jährlich mit einem gewissen Obolus zu buche schlägt (1 Euro pro Monat). Apple Music (15 Euro). iTunes Match (gut 2 Euro).

Knoten im Konto

Und jetzt wird das Ausmaß wohl etwas klarer – nur an meinem kleinen Beispiel: Auf der einen Seite sind Abos eine tolle, praktische Sache, auf der anderen muss man zusehen, den Überblick über seine Ausgaben zu behalten. Rechnet man die ganzen kleinen und größeren Software- und Onlinedienste-Abos zusammen, könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere auf eine beachtliche Summe im Jahr kommt. Und das ist meiner Meinung die Kehrseite der Medaille.

Wie ich jetzt auf dieses Thema komme? Ich habe mir vor längerer Zeit eine App für iOS und den Mac gekauft, die ich regelmäßig, viel und leidenschaftlich gerne verwendet habe: Ulysses. Dafür habe ich auch nicht wenig Geld ausgegeben. Wenn mir etwas gefällt, dann bin ich auch gerne bereitdazu. Gestern aber kam das Grauen: Ulysses steigt von der Kaufversion auf ein Abo-Modell um. Und zwar für alle. Nett: Ich als ehemaliger Käufer bekomme lebenslang 50% Rabatt auf den Abo-Preis. Trotzdem bin ich gerade leicht angesäuert.

Was passiert mit den anderen Apps, für die ich mal viel Geld bezahlt habe? Ich denke da beispielsweise an die erfolgreiche CulturedCode-App “Things”. Oder an eine meiner Lieblingsapps “Mindnode”? Werden wir bald nur noch Abos abschließen können, um Software zu nutzen? Schließlich ist das ja auch ein tolles Mittel, sich als Software-Schmiede ein regelmäßiges Einkommen zu sichern.

Vorschlag zur Versöhnung

Warum macht man es einfach so – der Fairness halber und auch der Auswahl wegen? Man bietet für seine Software einen Festpreis an. Der kann ja meinetwegen auch etwas teurer sein als bisher. Aber so hat man einfach die Wahl, wenn man absoluter Poweruser einer App ist.

Und dann bietet man parallel noch ein Abo-Modell an – für die Unentschlossenen, die Tester, die Quartals-Nutzer und diejenigen, die kein Problem mit einem Abo haben.

Für alle, die viel am Computer sitzen und viel mit Software zu tun haben, kann ein Abo-Modell nicht dauerhaft funktionieren. Es gibt Software, teure und professionelle Anwendungen, da ist die Subscription sinnvoll. Aber diese vielen kleinen Abos, die in Summe zu einem riesigen Batzen werden, das wird mehr und mehr nervig. Leider geht mir Ulysses jetzt verloren. Ich werde dieses Abo nicht eingehen, sondern wahrscheinlich jetzt komplett auf Microsofts OneNote umsteigen, was in Office 365 ja mit drin ist. Sehr schade!

Was ist Eure Meinung zu diesem Thema? Arbeitet Ihr mit Software-Abos? Und wenn ja, wo hört bei Euch der Spaß auf?

Alle lachen über den Apple Pencil

Die Medien. Immer für einen kleinen Aufreger gut. Dieser ist zwar schon älter. Aber da ich einem heute erschienenen Artikel von MobileGeeks wieder einmal darüber gestolpert bin, muss ich mit diesem Thema jetzt einfach mal aufräumen.

Es geht um Steve Jobs, der 2007 bei der legendären Proäsentation des ersten iPhones die Frage stellte: “Who wants a stylus?” Mit anderen Worten: Niemand möchte gerne mit einem kleinen Stift auf dem Display eines Smartphone herumtippen, wenn man auch den Finger dafür nehmen kann. So fein, so gut – dieser Ansatz hat die Art und Weise, wie wir Mobile Computing betreiben grundlegend verändert. Niemand von uns möchte sein iPhone mit einem Stylus bedienen. Und auch später wollte niemand sein iPad mit einem Stylus bedienen.

Aber dann. Wir schrieben das Jahr 2015. Die Geburtsstunde des iPad Pro. Und damit auch Geburtsstunde des Apple Pencil. Mal davon abgesehen, dass die Welt noch nie einen solch guten, präzisen und schnellen Stylus gesehen, war das Gelächter fast noch lauter als die Begeisterung. Sämtliche Medien kramten das alte Zitat “Who wants a stylus?” wieder raus und unterstellten Jobs (wie so oft), er würde sich widersprechen. Aber hat er das wirklich?

Evolution

Keiner würde jemals auf die Idee kommen, sein iPhone mit einem Stylus zu bedienen. Und niemand würde normalerweise auf die Idee kommen, sein iPad mit einem Stylus zu bedienen, wenn es um ganz normale Dinge geht wie im Internet surfen, Texte schreiben oder spielen. Aber das iPad ist so viel mehr geworden. Und wahrscheinlich hat Apple damals selbst noch nicht geahnt, wohin die Reise mit dem iPad geht. Das zeigt allein schon, welche Features für dieses Gerät 2010 herausgestellt wurden. Da war halt noch keine Rede davon, dass man darauf zeichnen und malen können soll. Da war auch noch keine Rede von handschriftlichen Notizen.

Mit anderen Worten: Mit den hinzugekommenen technischen Möglichkeiten sind auch die Ideen gewachsen. Es gab auf einmal Apps für Architekten. Es gab auf einmal Apps, die aufwendige Zeichnungen ermöglichten, oder richtige Malbücher. Und Notiz-Apps, in denen Zeichnungen und handschriftliche Aufzeichnungen möglich waren, schossen auch aus dem Boden. Und schon war ein Bedarf da, den Apple mit seinem Pencil deckte.

Ist die Aussage von Steve Jobs jetzt außer Kraft gesetzt? Nein, natürlich nicht. Denn die normale Bedienung eines Smartphones oder Tablets macht einen Stylus nach wie vor obsolet. Niemand möchte das. Außer man hat einen speziellen Anwendungsfall dafür – einen, der sich erst Jahre später durch die Weiterentwicklung ergeben hat.

Shorty: ROLI Blocks

Ich bin kein Musiker, würde es aber gerne sein. Ideen sind da, Talent aber nicht. Das ist ja manchmal die Krux. Nichts destotrotz kann man ja interessante Instrumenten-Konzepte toll finden. Und jetzt gerade bin ich mal wieder über so ein nettes Konzept gestolpert, das Lust auf mehr macht! Über Twitter kam folgendes rein:

Es handelt sich um erweiterbare Pads, die sich frei konfigurieren und programmieren lassen. Und die Ergebnisse können sich hören lassen und es sieht so als, als könnte man damit richtig viel Spaß haben! 199€ kostet so ein Block pro Stück. Lässt mit Mac, Windows und iOS koppeln und mit diversen Musikproduktionsprogrammen.

Modernes Fernsehen? (Teil 2)

Wie der letzte Artikel gezeigt hat, ist die TV-App-Welt nichts Ganzes und nichts Halbes. Und die Apps, die wahrscheinlich gut funktionieren würden und auch noch den Luxus bieten würden, alles in einer zu haben, kosten Geld. Wenn man dann aber noch darüber nachdenkt, dass man eigentlich eine Satelitenschüssel auf dem Dach hat und im Grunde alles schon da hat, wäre es noch bitterer, extra Euros in die TV-Welt zu pumpen. Deswegen blitzte in meinem Kopf der Gedanke auf, wie toll es doch wäre, wenn man das Signal von der Satelitenschüssel in das AppleTV bekommen könnte. Mit einer entsprechenden App würde man das dann abgreifen und hätte dann alles da – in der Box, in der man eh alles medienmäßige zusammenführt.

Ich musste gar nicht so lange recherchieren, bis ich fündig geworden bin. Es gibt in der Tat eine Mischung aus Hard- und Software, die es möglich machen, auf dem AppleTV Satelitenfernsehen zu schauen. Eine Mischung aus Hard- und Software macht es möglich.

Die Hardware

Klar, ich hatte nicht damit gerechnet, dass man irgendein Kabel an Apple’s kleine Blackbox anschließen könnte. Und ja, es bedarf ein paar Vorbereitungen. Aber am Ende könnte da eine ziemlich gute Lösung bei herauskommen. Zentrum des Ganzen ist ein sogenannter Sat>IP-Empfänger. Dieser wird mit der dem Empfänger der Satelitenschüssel verbunden. Das Signal wird entsprechend aufbereitet und dann über LAN in den Router eingespeist. Das es so etwas gibt, wusste ich vorher noch nicht.

Mein Problem ist architektonisches: die Anschlussdose für das TV und der WLAN-Router liegen sehr weit auseinander. Zu weit, um da “mal eben” ein Kabel zu verlegen. Ich hatte kurz nach einem Sat>IP-Empfänger gesucht, der das Signal sofort ins WLAN eingibt. Gibt es auch. Ich war dann aber nicht so sicher, ob dieses Ding und das AppleTV im Zusammenspiel die Bandbreite des WLANs nicht allzu sehr in die Knie zwingt. Bis mir einfiel, dass ich ja dann, weil mein T-Home Entertain wegfällt, die Powerline-Funkstecke wieder frei habe. Das wird dann also mit eingebaut. Diese hat dann die Aufgabe, die Strecke zwischen dem SAT-Empfänger und dem WLAN-Router zu überbrücken und das Signal über den Router ins WLAN zu übergeben.

Die Software

Für das AppleTV entdeckt habe ich die App TV Pro SAT>IP von equinux. Schnell installiert macht diese nichts anderes, als das WLAN nach dem Sat>IP-Signal abzusuchen und auf dem Bildschirm darzustellen. Mit der kleinen Fernbedienung des AppleTV geht man durch die TV-Sender und schaut dann ganz normal Fernsehen. Wie die Qualität ist, konnte ich noch nicht ausprobieren, aber das wird bald sicherlich der Fall sein. Auf jeden Fall soll sie sich gut konfigurieren lassen, um sich seine TV-Sender so anzuordnen, wie man sie gerne hätte.

Ja, auch die diese App gibt es nur im Abo. Das ist eigentlich das, was ich ja vermeiden wollte, aber gut. Es sind zumindest keine 10 Euro pro Monat. Es sind 10 Euro pro Halbjahr, also knapp 1,70 pro Monat. Das kann ich irgendwie noch vertreten.

Das ganze System ist also vom Prinzip her ein Sateliten-Receiver, den man in zwei Stücke zerteilt hat: die Hardware, die sonst direkt an den Fernseher angeschlossen wird und die Software, die darauf läuft. Ich glaube, das könnte wirklich gut funktionieren, und der große Vorteil wäre: man hätte alles, was man auf dem Fernseher haben möchte, in einem Gerät und benötigt auch nur eine Fernbedienung für alles. Was unter anderem mein großes Ziel ist. Und wenn mich nicht alles täuscht, kann man den Fernseher auch so einstellen, dass er sich automatisch mit ausschaltet, wenn das AppleTV in den Ruhemodus geht. Das wäre perfekt!

Das Wohnzimmer als zentrale für TV (Sat>IP), Filme und Serien (Netflix), Musik (Apple Music) und vielleicht bald irgendwann mal so ein bischen Home Automation (Home-App). Irgendwie ist das ein kleiner Schritt in diese Richtung. Und das gefällt mir sehr gut!

Modernes Fernsehen? (Teil 1)

Obwohl man immer wieder das Gefühl hat, dass das Niveau im Fernsehen mehr und mehr unter die Grasnarbe sinkt, so hat es immer noch seinen Sinn und Zweck. Und ja, nicht alles ist schlecht. Es gibt durchaus Formate, die gut funktionieren und Spaß machen. Aber auch unser Konsum wird weniger – mehr noch, nachdem wir Netflix für uns entdeckt haben. Man schaut halt gezielter, strukturierter, und man wird nicht ständig mit Werbung bombardiert. Das gleiche gilt für andere Anbieter wie Amazon Prime. Aber trotzdem interessierten mich die ein oder anderen Sendungen im normal klassischen Fernsehen. Und bin mehr und mehr genervt von der technischen Lethargie unserer Rundfunkanstalten. Allerdings mit Ausnahmen. Und überhaupt habe ich mich mal ein wenig um dieses Thema gekümmert. Im Zentrum steht der AppleTV.

Im ersten Teil dieses Artikels geht es in erster Linie um die Apps zum Thema Fernsehen. Im zweiten Teil wird es ein klein wenig nerdiger, denn ich habe mich einer ganz speziellen technischen Umgebung beschäftigt: AppleTV in Verbindung mit einer Satelitenschüssel.

Die Öffentlich-Rechtlichen

Ich fange gleich mal mit einer kleinen Sensation an. Das erste Mal habe ich das Gefühl, dass meine GEZ-Gebühren irgendwie gut angelegt wurden. Wenn jemand im Bereich TV-Apps Vorreiter ist, dann sind es die Öffentlich-Rechtlichen Sender wie die ARD, das ZDF (und anhängender Kanäle) und ARTE. Die Mediatheken werden im Internet schon gerne genutzt, noch etwas komfortabler ist es mit den entsprechenden Applikationen für iPhone und iPad. Ist eine WLAN-Verbindung vorhanden, kann man nicht nur auf bereits gesendete Dinge zugreifen, man hat auch entsprechendes Live-Fernsehen.

Das alles macht besonders viel Sinn auf dem Fernseher selbst. Und da man nicht immer über Airplay auf das AppleTV streamen möchte, war ich sehr dankbar, dass die Mediatheken-Apps auch für das AppleTV verfügbar waren. Ich nutze die wirklich oft! Zum einen, um meine ganzen Satire-Sendungen zu sehen, aber auch die ein oder andere Doku. Und auch, wenn ich kein Fußballfan bin, die nächste WM/EM kann ich wohl locker auch über diese Apps live mitverfolgen.

Ich sagen nicht, dass die beiden Mediatheken-Apps perfekt sind. Ja, sie sind sogar ziemlich unübersichtlich! Was mich am meisten nervt ist, dass man Sendungen wie die “heute-show” oder “Extra 3” in zig kleine Episoden aufteilt und den User komplett mit der Menge an Videos überfordert. Anstatt so eine Sendung einfach im Stück behält – man kann ja schließen vor- und zurückspulen. Und dennoch muss man sagen, dass sich alle anderen TV-Sender in Sachen neuer “Vertriebswege” an diesen messen müssen.

Die Privatsender

Jetzt wird es haarig. Und unübersichtlich.Da gibt es zum Beispiel die App von ProSieben und Sat1. Auf dem iPad macht die eigentlich eine ziemlich nette Firgur. Neben dem Live-Fernsehen kann man hier und da auch mal die Folge einer Sitcom nachgucken. Scheinbar stehen die aber nur ein oder zwei Tage zur Verfügung, dann sind die weg. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass immer ganz klar ist, wo man die dann findet. Das kann alles Lizenz-technische Gründe haben, aber ich möchte behaupten, dass man die ProSieben-App nicht als Mediathek begreifen darf.

Aber gut, die Live-Funktion ist wenigstens schon mal ein Anfang. Aber jetzt kommt die große Frage: Warum gibt es diese noch nicht für das AppleTV? Vom Prinzip her ist es gar kein großer Akt, die iOS-App für das tvOS zu portieren. Fernsehen gehört auf den Fernseher. Das ist so, und das wird die nächsten Jahre auch so bleiben. Also Leute, macht hinne!

Aber jetzt wird es richtig schmerzhaft! Die RTL-Gruppe hat sich in einer einzigen App zusammengefunden – TVnow. Man startet die App, sieht eine Menge Material, und sobald man eine Sendung starten will, kommt ein Login-Fenster. Dahinter verbirgt sich ein TVnow Plus-Abo. Ja, richtig gehört. Alle bekommen das hin, nur RTL scheint den Hals nicht voll zu bekommen. Ich habe nichts dagegen, im Live-Modus die normale Werbung zu sehen. Ich habe auch nichts dagegen, aus der Mediathek etwas zu sehen und alle paar Minuten mal einen Spot zu sehen. Aber im Ernst? Ich sehe im Live-TV schon die Werbung und muss darüber hinaus noch 3 Euro pro Monat zahlen? Überhaupt die Tatsache, dass ich mir einen Account klicken muss, ist unnötig nicht akzeptabel.

Und natürlich gibt es die App auch nicht für das AppleTV. Will man in dieser Form aber auch gar nicht.

Zattoo als Generelle App

Jeder, der mal nach TV-Apps gesucht hat, ist über Zattoo gestolpert. Der große Vorteil hier: man hat das Live-Programm von so ziemlich allen namenhaften TV-Sendern in einer App. Die Öffentlich-rechtlichen und ein paar Nischensender sind kostenlos, der Rest kostet Geld. Pro Monat 10 Euro, pro Jahr 100 Euro. Mag vielleicht gehen für den Luxus des One-App-Systems (die es übrigens auch für AppleTV gibt). Aber wenn ich überlege, dass ich parallel pro Monat noch einen knappen 10er für Netflix ausgebe, dann auch noch alle drei Monate die GEZ an der Backe habe, dann muss man sich schon mal überlegen: Wie viel Geld möchte ich eigentlich wirklich pro Jahr diese Unterhaltung ausgeben? Soviel ist mir das dann doch nicht wert.

Fazit

Ein klein wenig ist passiert und hier und da reagiert man auch auf die TV-Boxen. Dennoch haben nicht alle begriffen, dass man auch über Satelitenschüsseln, Kabelanschluss und Angebote der Telekom und Co. hinausdenken muss. Man geht den Weg einfach nicht zu Ende und verschenkt einfach Potential. Einige machen gar nichts, andere spielen nur auf den mobilen Devices, und nur sehr wenige geben sich alle Mühe, das AppleTV zu unterstützen. Ich nehme mal ganz stark an, dass die gleiche Situation auf dem Fire TV Stick von Amazon und Chromecast von Google herrscht. Vielleicht ist es sogar noch schlimmer. Nimmt man pro Monat zusätzliches Geld in die Hand, hätte man eine nette Lösung. Aber wie beschrieben: rechnet man alles zusammen, schaufelt man eine Menge Geld ins TV. Das will man eigentlich auch nicht.

In unserer neuen Wohnung haben wir darüber noch den kleinen Luxus, dass der Vermieter eine Satelitenschüssel auf dem Dach hat und alles fein säuberlich direkt in alle Zimmer verlegt hat. Ich stellte mir dann diese irrwitzige Frage: Gäbe es denn eine Möglichkeit, das Sateliten-Signal direkt ins AppleTV einzuspeisen? Und ich bin fündig geworden. Darum geht es im nächsten Teil.