Es geht auch ohne

Es ist immer irgendwie interessant, Jahresrückblicke von Personen zu lesen, die man kennt, oder die man einfach mal eine Weile im Web „verfolgt“ hat. Man bekommt so einiges im Laufe eines Jahres mit und am Ende erfährt man dann, was für einen Schluss, was für ein Fazit derjenige zieht. Und so ist mir dieses Jahr, zumindest virtuell, die Lena Rogl aus München über den Weg gelaufen, die sich um das Thema Social Media und PR bei Microsoft kümmert.

Ihren ganz persönlichen Jahresrückblick findest Du bei LinkedIn. Sehr lesenswert! Über Ihren Punkt 2 bin ich besonders gestolpert und hat mit dazu inspiriert, diesen Blogpost zu schreiben. Denn er spricht ein Thema an, das auf der einen Seite aufdeckt, dass das heutige Job-System einen gravierenden Fehler mitbringt, auf der anderen Seite auch nicht alles verloren ist. Aber ich beginne einfach mal von Vorne.

Auch ich habe damals frühstmöglich die Schule beendet. Ich wollte ins Arbeitsleben, Geld verdienen. Und außerdem haben mir meine Lehrer nicht sehr viel Hoffnung gemacht, dass ich das Gymnasium und das Abitur schaffen würde. Ich war schon ein wenig faul, und Schule hatte noch nie meine große Aufmerksamkeit. Also verließ ich die Realschule mit einer mittelmäßigen Mittleren Reife. Ich glaube, es war einfach nur Glück, oder mein beharrliches Anklopfen bei der einen Firma, dass ich den Ausbildungsplatz bekommen habe. Dreieinhalb Jahre Ausbildung zum Elektroniker für Büromaschinen folgten. Abschluss: Ja, aber auch nicht unbedingt berauschend.

Diverse Jahre nach der Ausbildung arbeitete ich weiter in dem Beruf, später sogar in der Firma, zu der ich nach der Ausbildung immer arbeiten wollte. Ich strengte mich an, war fleißig, arbeitete sauber, teilte mein Wissen, lernte weiter. Und jede Chance, in dem Unternehmen weiter zu kommen, versuchte ich zu ergreifen. Bis es eines Tages klappte: ich wurde Abteilungsleiter. Ob nun ein guter, mittelmäßiger oder schlechter – das möge andere beurteilen. Von meiner Seite aus habe ich mich auch hier angestrengt, habe mit weitergebildet und war fleißig. Bis zu dem Tag, an dem es Umstrukturierungen gab und mein Kopf zu viel war. Die „sozial verträglichste Option“ war, dass ich gehe. Nun gut…

Mir schallt es jetzt noch durch den Kopf: „Herr Wübbena, sie sind jung, flexibel, haben eine traumhafte Karriere hingelegt und haben eine Unmenge an Erfahrung im Service Management. Sie brauchen sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen. Die Firmen werden bei ihnen Schlange stehen!“ Und je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wuchs mein Selbstvertrauen. Und…

… wurde eines Besseren belehrt.

Passt oben und unten nicht

Ich bewarb mich auf unglaublich viele Managerposten. Als Projektmanager, als Servicemanager. Eine Absage nach der anderen. Mehr als ein Dreiviertel Jahr war ich auf der Suche. Und wenn ich nachgefragt habe, was denn die Gründe für die Ablehnung waren, hieß es: „In der Stellenanzeige haben wir eindeutig jemanden gesucht, der ein Studium hat. Und das hatten Sie nicht.“ Ja… aber Erfahrung? Stille, und… „Wir haben uns für jemand anderes entschieden.“

Das war so ungefähr in der Zeit, als es eine ganze Reihe von Artikeln in der Presse gab, dass die Universitäten aus allen Nähten platzen, dass sie teilweise sogar Kinos anmieten mussten, um die Studies unterzubekommen. Mein Selbstbewusstsein schwand mehr und mehr. Und ich machte mir Gedanken darüber, wie denn den Arbeitsmarkt in ein paar Jahren aussehen würde, wenn diese Schwemme an Bachelor- und Master-Absolventen den Arbeitsmarkt überrennen. Hätte man dann als jemand mit einer „lächerlichen“ Mittleren Reife und einer normalen Ausbildung überhaupt noch eine Chance?

Etwas geknickt versuchte ich mich mit dem Gedanken anzufreunden, kein Manager mehr zu sein. Also bewarb ich mich wieder als Techniker. Und wieder eine Absage nach der anderen. Die Begründungen für diese Ablehnungen haben mich ein wenig irre-wahnsinnig lachen lassen: „Hey, Sie waren Servicemanager. Sie sind ja vollkommen überqualifiziert für diesen Job!“ Meine Argumente – an den Haaren herbeigezogen oder nicht – prallten einfach ab. Es war wirklich krass, wie sehr man zwischen den Stühlen stand. Wie konnte ich nur noch dämlich sein, und ohne Studium ins Berufsleben gehen können?! Das ging mir irgendwann Tag und Nacht durch den Kopf.

Kleine Chancen, großes Vertrauen

Apple ist ein Unternehmen, das guckt so überhaupt nicht darauf, was man vorher gemacht oder nicht gemacht hat. Die Strategie beim Recruiting lautet: Bist du cool? Passt du ins Teams? Dann komm her! Und alles andere lernst du hier bei uns. Und scheinbar passte ich ins Profil. Ich hatte wieder Arbeit und war glücklich. Von dem Zeitpunkt an musste ich zwar damit leben, mit sehr viel weniger als die Hälfte meines Gehalts klarzukommen, aber alles war besser, als gar nichts zu haben.

Nach drei Jahren Apple war es dann ein anderes, kleines Unternehmen, wo ich als Projektmanager für Software-Entwicklung arbeiten durfte – obwohl ich von Software-Entwicklung keine Ahnung hatte. Als das irgendwie dann doch nicht passte und ich kündigte, tat sich eine andere Chance auf. Nämlich: nach Regensburg zu ziehen und dort als Cloud-Produktmanager und inzwischen als Cloud-IT-Strategieberater  zu arbeiten. Und wieder: Ich bin fleißig, lernbereit und klemme mich wirklich dahinter. Und siehe da, ich bin glücklich. Und scheinbar alle anderen auch.

Kurz zusammengefasst kann ich also sagen, dass mein berufliches Leben aus drei ganz elementaren Umständen besteht: Fleiß, Glück und Unternehmen, die mir eine Chance gegeben haben. Glück braucht man immer, wenn man eine neue Arbeit sucht. Fleiß sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Aber Unternehmen, die einem Quereinsteiger eine Chance geben, sind heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit.

Und daraus möchte ich einen Appell starten an die Firmen da draußen:

Liebe Firmen, werdet offener – ein Appell

Natürlich habt Ihr einen gewissen Anspruch an Eure zukünftigen Mitarbeiter. Und das ist auch legitim. Ihr braucht Leute, auf die Verlass ist, die Erfahrung haben, konstant sind und ins Unternehmen passen. Ihr möchtet Euren Kunden gute Waren und gute Dienstleistungen bieten, weshalb es gut und wichtig ist, dass Ihr bei der Wahl Eures Personals auch auf die entsprechende Qualität und Qualifikation achtet.

Aber mal Hand aufs Herz: Muss es denn wirklich immer der studierte Mann oder die studierte Frau sein? Was hindert Euch daran, auch mal mutig zu sein und einen Quereinsteiger mit ins Boot zu holen? Warum rümpft Ihr so oft die Nase, wenn eine Bewerbung von jemandem ins Haus flattert, der „nur“ eine normale Berufsausbildung hat? Lasst mich bitte ein Worte darüber verlieren, warum es eine großartige Chance auch für das Unternehmen ist, so jemanden ins Team zu integrieren:

Ein anderer Blick. Mit Beginn seiner Ausbildung war er gleich von Anfang an (bei mir war es in Alter von 16 Jahren) voll in der Praxis. Klar, er lernte auch theoretisches, war aber von Beginn an darauf getrimmt, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen. Er war also gezwungen, praxisorientiert zu denken. Das prägt – das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Früh genug entstanden also Denkmuster, die einem Unternehmen, einer Abteilung oder einem Team dabei helfen können, auch mal einen anderen Blick auf eine Sache zu bekommen. Das bereichert Dein Unternehmen durchaus.

Er will arbeiten. Jemand, der eine stinknormale Ausbildung absolviert hat, zeichnet sich wahrscheinlich dadurch aus, dass er unbedingt arbeiten, und nicht weiter die Schulbank in der Uni drücken wollte. Ja okay… vielleicht war er in der Schule damals gar nicht mal so gut, weshalb ein Abitur, geschweige denn die Uni, überhaupt in Frage gekommen wäre. Aber hey: In diesem Fall hat er bereits von einem Ausbildungsbetrieb eine Chance bekommen und er hat sie genutzt! Gibt es ein besseres Zeugnis für so jemanden!

Ich habe direkt jemandem in meinem nahen Umfeld, auf den genau das zutrifft: In der Schule keine gute Figur gemacht und sie dann noch nicht einmal mit der Mittleren Reife abgeschlossen. Dann einen Ausbildungsplatz „für hoffnungslose Fälle“ zum Maurer bekommen. Aber dort packte es ihn dann. Früher als alle anderen beendete er die Ausbildung mit Bravur, holte damit noch seinen Schulabschluss nach. Als jemand mit Maurer-Erfahrung und einem professionellen Auftreten kam er dann in den technischen Vertrieb für Werkzeuge unter, wo er äußerst erfolgreich war. Inzwischen bekleidet er ebenfalls eine Vertriebsposition in einem Unternehmen, welches eigentlich studierte Chemiker gesucht hat. Auch sie gaben ihm eine Chance und sehen ihn nun als wichtigen, teuren Mitarbeiter an. Sie haben ihn in der Zwischenzeit sogar für viel Geld wieder von einem anderen Unternehmen zurückgeholt. Sie brauchten seine Expertise in diesem Bereich.

Dankbarkeit und Loyalität. Wie mag sich ein Mitarbeiter fühlen, der von Euch eine Chance erhält und sich beweisen darf? Natürlich: das Wissen, dass er eigentlich für eine Position theoretisch nicht qualifiziert genug ist und nun fest im Sattel sitzt, vergisst er nicht. Bringt ein Unternehmen ihm das Vertrauen entgegen, sich in einer Position zu beweisen, erzeugt das Loyalität und noch mehr Engagement. Denn seien wir mal ehrlich: Das für den Beruf relevante Wissen erlernt man nicht an der Universität, sondern im täglichen Berufsleben. Bringt der neue Mitarbeiter also eine gewisse Affinität zu dem Thema mit, lernt er schnell dazu und wird zu einem Fachmann. Das Erlernte wird er immer mit Euch und Eurem Unternehmen in Verbindung bringen und Euch unendlich dankbar dafür sein. Und dafür wird er auch die Extra-Meile mit Euch gehen. Ihr habt mit ihm jemanden, auf den Ihr lange Zeit bauen können.

Die Integration von Quereinsteigern bedarf allerdings einer gewissen Vorbereitung und benötigt wichtige Parameter. Aber die habt Ihr ganz sicher bereits bei Euch etabliert:

  • Schafft eine Arbeitsatmosphäre, in der man kollegial miteinander umgeht und gerne bereit ist, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Nichts ist schlimmer für einen Quereinsteiger, als in einem Umfeld zu arbeiten, wo jeder mit seinem Wissen hinterm Berg hält. Und das aus Angst, irgendwann vielleicht mal ausgetauscht zu werden. Erstens ist das Blödsinn, und zweitens möchte niemand so arbeiten wollen.
  • Lernt, in Eure Mitarbeiter zu investieren. Und nicht nur in die Quereinsteiger, sondern in JEDEN. Sucht aktiv nach Möglichkeiten, Eure Leute zu Schulungen und Trainings zu schicken. Organisiert intern kleinere oder größere Runden zum Austausch von Erfahrungen. Kümmert Euch um die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter. Das wird die Qualität Eures Teams und Eures Unternehmens steigern. Das spüren die Kunden, und das fördert wiederum die Motivation der Mitarbeiter. Startet für Quereinsteiger und Neuankömmlinge ein Mentoren-Programm.

Und diejenigen, denen Ihr die Chance gegeben habt, sich in ein vielleicht völlig fremdes Gebiet einzuarbeiten, werden mit dieser Lernkurve durch die Decke gehen. Und wer weiß: vielleicht werden genau diese irgendwann Deine wichtigsten Standbeine in der Firma werden. Nehmt dieses Thema bitte ernst, denn auf diese Weise bleibt niemand, der wirklich arbeiten will, auf der Strecke.

Zweitausendsiebzehn

Tja, und schon ist es wieder vorbei mit dem Jahr. Und gefühlt war es das Jahr, dass so schnell vergangen ist, wie kein anderes. Klar, vielleicht sagt man das irgendwie jedes Jahr, aber diesmal war das Tempo echt heftig! Nicht zuletzt, weil sich in meinem Leben irgendwie ALLES verändert hat. Aber fangen wir mal von Vorne an.

Beruf

Bereits 2016 hatte ich meine neue Arbeit begonnen. Von September jenes Jahres an war jede Woche Pnedeln angesagt – zwischen Berlin und Regensburg. Kaum auszudenken, wie anstrengend das auf Dauer war. Jede Woche 1200 km auf der Autobahn, dazu ein komplett neues Arbeitsgebiet in Bereichen, die ich vorher nicht annähernd angegangen bin – das war schon eine harte Aufgabe.

Aber 2017 war beruflich gesehen ein unfassbar erfolgreiches Jahr für mich. Ich bin richtig bei der infoWAN angekommen und habe richtig viel Spaß hier. Die Themen Office365, Windows 10, IT-Security und die Dateschschutz Grundverordnung haben mich gepackt, begeistert und ich konnte mich hier zu einem Experten entwickeln. Durch meine vermehrte Tätigkeit auf Twitter und LinkedIn konnte ich mein Wissen gut mit anderen teilen, was mir ein paar sehr interessante Kontakte eingebracht hat.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Arbeitgeber echt bedanken für die Chance, die ich hier habe, mich frei zu entfalten, kreativ zu werden und in die Richtung marschieren zu können, die mir Freude macht und in der ich mich wohlfühle.

Privat

Nicht nur beruflich war alles (oder vieles) neu. Ich glaube, 2017 war das einschneidenste in meinem Leben. Im April zogen meine Frau und ich komplett nach Regensburg. Ich wollte schon immer aus Berlin weg. Ich gehöre der Fraktion, die diese Stadt auf den Tod nicht ab können. Es gibt halt nur die zwei Extreme: Entweder man liebt oder hasst diese Stadt. Nun habe ich den Absprung geschafft. Und ich kann nun aus eigener Erfahrung sagen, dass es schon ein Herausforderung ist, einen Umzug über diese Entfernung zu organisieren und durchzuführen. Und dann weg von der Familie, den Freunden, der gewohnten Umgbung. Und da ich ja auch nicht alleine bin, gehören auch immer zwei zu einer solchen Entscheidung dazu. Deswegen an dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an meine Frau, die diese Entscheidung mit getragen hat.

Wir leben jetzt wirklich traumhaft – mit Blick auf die Donau und inmitten wunderschöner Natur. Die Stadt Regensburg ist einfach herrlich gemütlich. Wir haben viele tolle Freundschaften hier und sind bereits nach kurzer Zeit wirklich heimisch geworden. Wir beiden empfinden im Nachhinhein den Umzug als großes Glück und bereuen nichts. Und ich glaube, mehr kann man nicht erwarten. Klar, einiges lief insgesamt nicht so rund, aber das ist wohl normal.

Gelernt

Es gab in den letzten 20 Jahren wohl kein Jahr, in dem ich so viel gelernt habe, wie 2017. Bis dato war das Thema IT so gar nicht meines. Aber die Lernkurve war hier extrem steil. Und ich bin noch lange nicht am Zenit des Wissen angekommen. So allmählich muss ich an den Punkt kommen, mich auf bestimmte Themen zu konzentrieren. Denn alles kann man bekanntlich nicht wissen.

Gelernt habe ich auch, dass ein Blick über den Tellerrand manchmal gar nicht so schlecht ist. War man vorher extrem verbohrt, was die Wahl der Computer-Systeme angeht, so musste ich nun begreifen: Es gibt kein Non-plus-Ultra. Egal ob Microsoft-Welt oder Apple-Welt – es gibt überall Vor- und Nachteile. Mein macOS ist für mich privat immer noch mein favorisiertes Betriebssystem. Hier möchte ich einfach nichts anderes haben. Im Unternehmensbereich allerdings hat Microsoft einfach ungeschlagen die Nase vorn. IT-Sicherheit und die Cloud-Systeme sind Apple in jeder Hinsicht voraus, an Innovationskraft unschlagbar. Und ja, ich fühle mich ein klein wenig freier, das erkannt zu haben. Ich bin inzwischen in beiden Welten zu Hause und glücklich damit.

Hobby

Nachdem ich lange Zeit nichts mehr an Freizeitbeschäftigung in Angriff genommen hatte, war es 2017 mal wieder an der Zeit, mir etwas Kreatives zu suchen. Die iPhone-Fotografie hat mich sehr beschäftigt. Durch die neue Heimat und die vielen neuen Eindrücke hatte ich genügend Gelegenheiten, zu fotografieren. Mein Instagram-Account erfreut sich großer Beliebtheit und wird weiterhin mit hoffentlich sehenswerten Fotos gefüllt. Ich finde, die iPhone-Fotografie macht unendlich viel Spaß und wird das auch in Zukunft tun.

Neu hinzugekommen ist die Musik. Ich hatte schon lange vor, Musik zu machen. Aber irgendwas ist ja immer. Nun habe ich mich durchgerungen und bin damit gestartet. Der Kauf eines großes MIDI-Keyboards (das Native Instruments Komplete Kontrol S88) und einer großen Sound-Library tragen dazu bei, dass ich für die nächsten Jahe genügend Raum zum Ausprobieren, Lernen und Arrangieren habe. Die ersten Versuche waren recht vielversprechend – kaum auszudenken, was passiert, wenn ich die Technik wirklich beherrsche 😉

Menschen

Wie man in den Wald hineinruft… Das zeigte sich auch dieses vergangene Jahr. Nach unserem Umzug in eine komplett fremde Umgebung galt es natürlich auch, neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen. Wir freuen uns riesig über die vielen, lieben Menschen, mit denen wir viel Zeit verbringen und die uns so wichtig geworden sind. Und wir ihnen. Sie alle haben einen großen Anteil daran, dass das Heimweh ausgeblieben ist.

Danke dafür!

Musik

Und da Musikhören ein wichtiger Teil meines Lebens ist, muss das jetzt auch hier rein. Da ich in diesem Jahr recht wenig Zeit hatte, mich da intensiver zu engagieren, wird daraus diesmal kein eigener Blogpost, so wie letztes Jahr.

Olafur Arnalds und Nils Frahm haben auch 2017 wieder begleitet. Ihre Musik fesselt mich, hat ich eigentlich mehr oder weniger durch das Jahr getragen. Hier und da kamen kleinere Neuveröffentlichungen raus, aber es waren doch eher meine Entdeckungen aus dem vorletzten Jahr, die ich gehört habe. Zeitlos schön und äußerst emotional.

In diesem Jahr veröffentlichte das Musiker-Duo Hammock ein neues Studio-Album namens „Mysterium“. Ein wunderschönes, melancholisches und unter die Haut gehendes Stück Musik. Überwiegend elektronisch, aber aufgenommen mit einem echt Chor. Auch die Geschichte hinter dem Album geht an die Nieren. Marc Byrd, der Gitarristvon Hammock, hat seinen 11jährigen Neffen verloren, der an einem Tumor starb. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf das Album zu hören, ist mehr als eine Gänsehaut wert. Mein Musik-Tipp des Jahres: „Mysterium“ von Hammock.

Fazit & Ausblick

Ja, 2017 war krass. Aber die meisten Entscheidungen waren ein großer Volltreffer. Deswegen kann ich diesem vergangenen Jahr ein gut gemeintes Thumb-up geben. Klar, die Erschöpfung aus den Veränderungen sitzt immer noch tief in den Knochen und es wird eine Weile brauchen, bis ich da wieder raus bin. Aber alles in allem lief es gut und bin dabei, meine „Mitte“ wieder zu finden. Etwas weniger Stress, etwas weniger Konsum der elektronischen Medien wird mir hoffentlich dabei helfen.

Und damit bin ich auch schon im Jahr 2018. Ich muss in einigen Dingen ein wenig kürzer treten um mich beieinander zu halten. Etwas klarere Strukturen, und das Wiederauflebenlassen meiner Todo-Listen (Getting Things Done). Auch das bessere Pflegen meiner Kalender soll mir das dabei helfen. Heißt nicht, ich will weniger tun, ich möchte es einfach nur strukturierter tun, und damit mein Leben etwas entspannter gestalten.

Und damit lesen wir uns dann im neuen Jahr wieder. Vielen Dank für das Halten der Treue und bis bald!

Aus dem Schuppen geholt

Ich gebe es ganz offen zu: ich bin so sportlich wie ein Pommes. Erstens, weil ich nie wirklich Bock darauf habe, schweißgebadet durch die Gegend zu rennen, ein oder zweimal wöchentlich in ein Fitnessstudio zu rennen, oder sonst dafür Zeit zu opfern. Außerdem kann ich mich eh schon nicht über zu viel zeitliche Freiräume beklagen – da passt Sport also eh nicht rein. Die Folge: Stress, den ganzen Tag vor’m Computer sitzen, Süßigkeiten fressen, In der Mittagspause mehr oder wenig Ungesundes, neues Kampfgewicht, aus der Puste sein, wenn man sich die Schuhe zugebunden hat. Und selbstverständlich weiß der werte Herr, dass dieses Denken vollkommen bescheuert ist.

Aber nun wird aaaaalles anders. Punkt 1: Ich habe eine neue Arbeit. Punkt 2: Ich ziehe aus Berlin weg. Punkt 3: Ich wohne dann 50 Meter Luftlinie an der wunderschönen Donau. Punkt 4: Vor unserer Wohnung läuft der Donau-Fahrradweg vorbei – ein Naherholungsgebiet für die Städter. Ergo (was liebe ich dieses Wort): Ich verkaufe mein Fahrrad nicht. So ein harter Schnitt im Leben muss genutzt werden, um auch neue Gewohnheiten zu etablieren. Und so transportierte ich mein Fitnessbike in dieser Woche schon mal in die neue Heimat, brachte es zum Service (ja, es wurde lange nicht mehr bewegt) und montierte meinen neuen Fahrrad-Computer. Es kann also losgehen.

Meine erste Fahrt verband ich mit etwas Praktischem – ich musste Freunden etwas vorbeibringen. 7 km hin, 7 km zurück. Für jemand, der so gar keine Kondition hat, war das ein ganz schöner Ritt. Und außerdem habe ich die Temperaturen etwas unterschätzt. Einem wird bei der Anstrengung nicht warm, sondern der Fahrtwind lässt einen noch mehr frieren, als es die Temperatur vermuten lässt. Aber gut, ich habe die Fahrt überlebt. Der Hintern tut, die Waden schmerzen, die Lunge pfeift, aber es gut getan!

Die Technik

Wie bereits erwähnt, ich habe einen neuen Bordcomputer. Kein neuer Vorsatz ohne technischen Anreiz. Und ich bin begeistert! Diverse Dinge werden mit dem WAHOO ELEMNT und dem passenden BLUE SC festgehalten:

  • Geschwindigkeit
  • Trittfrequenz
  • die Strecke via eingebautem GPS
  • Zeiten
  • Höhenmeter

Man hat also die Möglichkeit, das Smartphone einfach zu Hause zu lassen. Alle Daten – also auch die GPS-Daten – werden im Bordcomputer ermittelt und gespeichert. Durch eine Reihe von LEDs kann man sich zu größeren Leistungen anspornen lassen. Man kann definieren, was sie einem anzeigen sollen. Ob die Geschwindigkeit unter oder über dem Durchschnitt ist, das gleiche noch einmal in Bezug auf die Leistung. Und (falls man den Wahoo-Pulsmesser dabei hat) wie es um die Herzfrequenz steht. Man hat also eine Menge Informationen im Blick.

Was auch toll ist: Das ELEMNT ist auch ein Navigationssystem. In der ELEMNT-App kann man direkt eine Route planen und diese auf den Fahrad-Computer laden. Aber auch aus anderen Quellen kann man geplante Routen importieren. Für die Planung nutze ich beispielsweise Komoot, weil dieses System spezielle Fahrradrouten sucht und eine Menge Informationen zur Strecke liefert (z.B. Untergründe, Straßentypen, durchschnittliche Geschwindigkeiten und Höhenmeter, sowie den Schwierigkeitsgrad). Man verbindet die ELEMNT-App mit der Komoot-App und schon werden einem alle gespeicherte Routen angezeigt. Diese werden offline heruntergeladen. Überhaupt ist ein Haufen Kartenmaterial auf dem ELEMNT enthalten. Also spontane Routenänderungen sind immer möglich.

Ist man dann zu Hause (oder beendet man eine Tour), werden die Daten einfach gesynct und landen dann Wahoo-App. Da ich die aber nicht ganz so schick finde, werden die Daten noch einmal weitergegeben an Strava. Das Portal dort gefällt mir sehr gut. Und die Möglichkeit, Widgets in diesen Blog einzufügen (so wie oben oder unten im Footer), ist auch ganz nett.

Nein, ich werde kein Spitzensportler. Aber es wird mir und meinem Körper gut tun, wenn ich mich regelmäßig bewege. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine neue Motivation. Da es mit meiner Selbstdisziplin nicht immer zum Besten steht, hoffe ich, das mich auch diese ganze Spielerei ein wenig länger bei der Stange hält. Und wie heißt es so schön? Wenn man eine Sache 66 mal tut, wird sie zur Gewohnheit. Na dann!