Aus dem Schuppen geholt

Ich gebe es ganz offen zu: ich bin so sportlich wie ein Pommes. Erstens, weil ich nie wirklich Bock darauf habe, schweißgebadet durch die Gegend zu rennen, ein oder zweimal wöchentlich in ein Fitnessstudio zu rennen, oder sonst dafür Zeit zu opfern. Außerdem kann ich mich eh schon nicht über zu viel zeitliche Freiräume beklagen – da passt Sport also eh nicht rein. Die Folge: Stress, den ganzen Tag vor’m Computer sitzen, Süßigkeiten fressen, In der Mittagspause mehr oder wenig Ungesundes, neues Kampfgewicht, aus der Puste sein, wenn man sich die Schuhe zugebunden hat. Und selbstverständlich weiß der werte Herr, dass dieses Denken vollkommen bescheuert ist.

Aber nun wird aaaaalles anders. Punkt 1: Ich habe eine neue Arbeit. Punkt 2: Ich ziehe aus Berlin weg. Punkt 3: Ich wohne dann 50 Meter Luftlinie an der wunderschönen Donau. Punkt 4: Vor unserer Wohnung läuft der Donau-Fahrradweg vorbei – ein Naherholungsgebiet für die Städter. Ergo (was liebe ich dieses Wort): Ich verkaufe mein Fahrrad nicht. So ein harter Schnitt im Leben muss genutzt werden, um auch neue Gewohnheiten zu etablieren. Und so transportierte ich mein Fitnessbike in dieser Woche schon mal in die neue Heimat, brachte es zum Service (ja, es wurde lange nicht mehr bewegt) und montierte meinen neuen Fahrrad-Computer. Es kann also losgehen.

Meine erste Fahrt verband ich mit etwas Praktischem – ich musste Freunden etwas vorbeibringen. 7 km hin, 7 km zurück. Für jemand, der so gar keine Kondition hat, war das ein ganz schöner Ritt. Und außerdem habe ich die Temperaturen etwas unterschätzt. Einem wird bei der Anstrengung nicht warm, sondern der Fahrtwind lässt einen noch mehr frieren, als es die Temperatur vermuten lässt. Aber gut, ich habe die Fahrt überlebt. Der Hintern tut, die Waden schmerzen, die Lunge pfeift, aber es gut getan!

Die Technik

Wie bereits erwähnt, ich habe einen neuen Bordcomputer. Kein neuer Vorsatz ohne technischen Anreiz. Und ich bin begeistert! Diverse Dinge werden mit dem WAHOO ELEMNT und dem passenden BLUE SC festgehalten:

  • Geschwindigkeit
  • Trittfrequenz
  • die Strecke via eingebautem GPS
  • Zeiten
  • Höhenmeter

Man hat also die Möglichkeit, das Smartphone einfach zu Hause zu lassen. Alle Daten – also auch die GPS-Daten – werden im Bordcomputer ermittelt und gespeichert. Durch eine Reihe von LEDs kann man sich zu größeren Leistungen anspornen lassen. Man kann definieren, was sie einem anzeigen sollen. Ob die Geschwindigkeit unter oder über dem Durchschnitt ist, das gleiche noch einmal in Bezug auf die Leistung. Und (falls man den Wahoo-Pulsmesser dabei hat) wie es um die Herzfrequenz steht. Man hat also eine Menge Informationen im Blick.

Was auch toll ist: Das ELEMNT ist auch ein Navigationssystem. In der ELEMNT-App kann man direkt eine Route planen und diese auf den Fahrad-Computer laden. Aber auch aus anderen Quellen kann man geplante Routen importieren. Für die Planung nutze ich beispielsweise Komoot, weil dieses System spezielle Fahrradrouten sucht und eine Menge Informationen zur Strecke liefert (z.B. Untergründe, Straßentypen, durchschnittliche Geschwindigkeiten und Höhenmeter, sowie den Schwierigkeitsgrad). Man verbindet die ELEMNT-App mit der Komoot-App und schon werden einem alle gespeicherte Routen angezeigt. Diese werden offline heruntergeladen. Überhaupt ist ein Haufen Kartenmaterial auf dem ELEMNT enthalten. Also spontane Routenänderungen sind immer möglich.

Ist man dann zu Hause (oder beendet man eine Tour), werden die Daten einfach gesynct und landen dann Wahoo-App. Da ich die aber nicht ganz so schick finde, werden die Daten noch einmal weitergegeben an Strava. Das Portal dort gefällt mir sehr gut. Und die Möglichkeit, Widgets in diesen Blog einzufügen (so wie oben oder unten im Footer), ist auch ganz nett.

Nein, ich werde kein Spitzensportler. Aber es wird mir und meinem Körper gut tun, wenn ich mich regelmäßig bewege. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine neue Motivation. Da es mit meiner Selbstdisziplin nicht immer zum Besten steht, hoffe ich, das mich auch diese ganze Spielerei ein wenig länger bei der Stange hält. Und wie heißt es so schön? Wenn man eine Sache 66 mal tut, wird sie zur Gewohnheit. Na dann!