Jóhann Jóhannsson – So schnell geht es manchmal

Zunächst einmal ein großes Entschuldigung, dass es hier derzeit recht ruhig ist. Das Leben meint es derzeit mit meiner Familie und mir nicht ganz so gut, weshalb kaum Zeit und vor allem Nerv bleibt, sich um Blog, Musik und andere Dinge zu kümmern. Ich hätte es gerne anders. Aber es gibt halt Prioritäten.

Ja, so ist es manchmal. Man geht mit guten Plänen ins neue Jahr. Aber irgendwas ist ja immer. Und genau das denkt sich wahrscheinlich auch gerade die Familie und die Freunde des Musikers Jóhann Jóhannsson. Deren Probleme sind derzeit ungleich höher als meine, denn sie trauern um ihn. Scheinbar plötzlich wurde er tot in seiner Berliner Wohnung aufgefunden. Einen Tag zuvor twitterte er noch und kündigte Konzerte an. Und sowas schockt mich dann doch, wenn dann plötzlich so als Meldung durch das Web geht.

Ich liebe Musik aus Island. Und Jóhann Jóhannsson war einer derjenigen, dessen Werke ich sehr geschätzt habe. Er war ein experimentierfreudiger Klangkünstler mit einem starken Hang zur Klassik. Klavier, Streicher und elektronische Klangteppiche zeichneten ihn aus und brachten ihm einiges an Ruhm ein. Auch Hollywood wurde auf ihn aufmerksam und buchten ihn für Film-Projekte. Das letzte große Projekt war der Soundtrack zu „Arrival“ – einem außerordentlich guten, atmophärischen Film, zu dem seine Musik extrem gut passte.

Er fühlte sich der Kunst verpflichtet

Im Zuge des Todes von Jóhann Jóhannsson erzählte Òlafur Arnalds auf Twitter eine Geschichte über ihn, die ihn selbst immer wieder begeisterte:

Jóhannsson arbeite an einem Soundtrack für den Film „Mother!“. Ein Jahr lang arbeite er an der Musik zu diesem Film. Als er sich dann Teile des Film anschaute, überzeugte er den Produzenten des Films, weitestgehend auf Musik zu verzichten und mehr Stille walten zu lassen. Er trug noch etwas mit ein paar sphärischen Klangteppichen bei, den Rest löschte er schlicht und ergreifend.

Arnalds wertet diese Situation als selbstlos, dem ich nur beipflichten kann. Sich selbst zurückzunehmen, um das Werk eines anderen mehr wirken zu lassen, das ist eine wirklich edle Geste und zeigt Größe. Jóhann Jóhannsson war die „Kunst“ wichtiger, als sein eigener Anteil daran.

Ich habe in den letzten Tagen wieder vermehrt seine Musik gehört. Jóhannssons Tod ist ein schwerer Verlust für die moderne Klassik. Und das Tragische ist: Er war erst 48. Er hätte noch so viel Zeit gehabt, die Musikwelt mit seinen Ideen zu bereichern. Noch ist nicht bekannt, woran oder wie er gestorben ist. Das wird die Autopsie zeigen. Aber egal was dabei herauskommt, es ist sehr traurig. Und man hört seine Musik noch viel wehmütiger, als man es bisher getan hat.

Jóhann, Du wirst fehlen.

Shorty: Simple Complexity

Vor wenigen Wochen ist mein zweiter Tack auf die Welt gekommen. Auf diesen bin sogar noch ein klein wenig mehr stolz, als auf den ersten Versuch. Insgesamt etwas melancholischer, klangvoller, mehr Ambient und wieder mit ein paar Blechbläsern garniert.

Derzeit macht mein 10 Jahre alter Mac nicht ganz so mit, wie ich das gerne hätte. Zumindest mit einem orchestralen Software-Instrumenten ist momentan kein Arbeiten möglich. Deshalb ist die Produktion neuer Track etwas im Stocken. Ich muss mal schauen, ob mir hier irgendeine Lösung einfällt. Aber bis es soweit ist, viel Spaß mit meinem zweiten Werk.

Shorty: Erster musiklischer Versuch

Im Rahmen eines lang ersehnten Wunsches, doch mal endlich damit anzufangen, Musik zu machen, ist mein erster Versuch ein Electronic-Track geworden. Ein par kleine klassische Elemente sind auch mit eingewandert, was hoffentlich eine kleine Vorschau sein wird, für ein paar orchestrale Ideen, die mir seit ein paar Jahren im Kopf herumschwirren. Mein Ziel für diesen Track war es, überhaupt erstmal mit Logic Pro zurecht zu kommen und einen schönen Klangteppich zu erzeugen. Und ich glaube, für einen ersten Versuch ist das ganz nett geworden.

Ich hoffe, dass ich bald die Zeit finden werde, diese in Angriff zu nehmen. Ja ja, die Zeit.