Warum meine AppleWatch bald in Rente geht

Als vor über vier Jahren die AppleWatch vorgestellt wurde, war ich Feuer und Flamme. Eine wunderschöne Smartwatch, mit großem Potential, individuell gestaltbar. Als sie dann im September 2014 endlich veröffentlicht wurde, gehörte ich auch zu den ersten, die sie bestellt und bekommen haben. Seitdem begleitet mich das Gadget jeden Tag. In 2018 wird sie höchstwahrscheinlich in Rente geschickt.

Stetiger Begleiter…

Ich gehöre zu denen, die schon gerne tracken, wie ich mich so bewegungstechnisch mache. Da die AppleWatch immer am Arm hängt, war die Anzahl der Schritte, der Stehstunden und Aktivitäten recht genau und zuverlässig. Meine Erfahrung zeigt aber, dass man irgendwann die Erinnerungen, dass man sich sportlich bewegen oder zwischendurch auch mal vom Schreibtisch aufstehen sollte, einfach ignoriert. Für mich waren also die ganzen Fitness-Funktionen und „Pokale“ keine große Motivation, mehr Sport zu treiben. Gut, das liegt jetzt eher an mir, aber trotzdem: Ziel verfehlt.

Was mich aber immer auf Trapp gehalten hat, waren die Benachrichtigungen. Egal welche App auf dem iPhone, ich habe Notifications immer auf die Watch bekommen und wurde angenehm am Handgelenk angestupst. Ein kurzer Blick, und ich wusste, ob das jetzt wichtig ist, oder nicht.

Ich weiß nicht, wie es die anderen AppleWatch-User da draußen es sehen, aber wie intensiv nutzt Ihr Apps auf der Smartwatch? Ich muss ganz ehrlich sagen: das geht bei mir gegen „null“. Es sind ein paar installiert, aber es kam vielleicht alle zwei Monate mal vor, dass ich eine solche Watch-App mal aktiv geöffnet und genutzt habe. Der Griff zum iPhone und das größere Display war dann doch einfach komfortabler.

… aber nicht mehr lange

Wie meine geschilderten Erlebnisse vielleicht leicht andeuteten, schöpfe ich das Potential der AppleWatch lange nicht aus. Sie ist halt einfach da, trackt meine körperlichen Aktivitäten und schickt mir die Notifications. Mehr… nicht…

Hinzu kommt, dass ich allmählich zu einer Erkenntnis komme, die meinen Blick auf die AppleWatch grundlegend verändert. Was ich damals als wünschenwert betrachtet habe, nämlich eben nicht ständig aufs iPhone gucken zu müssen, empfand ich es in den letzten Wochen und Monaten als allzu störend, ständig auf die SmartWatch zu gucken, wenn man eine Benachrichtigung erhalten hat. Natürlich kann man diese Notifications stark selektieren oder gar ganz deaktivieren. Aber dann wäre die AppleWatch für mich nur noch ein Tracking-Gadget und ein bisschen Uhr. Und damit in seinen Möglichkeiten komplett überdimensioniert und unnötig für mich. Ich möchte allmählich wieder in den Modus, überhaupt weniger in Echtzeit über alles informiert zu werden, was da auf meinem Taschencomputer los ist. Es tut mir auf Dauer einfach nicht mehr gut. Man wird halt auch älter. 😉

Hinzu kommt noch ein anderer Aspekt. Ich bin von der Akkulaufzeit der AppleWatch nach wie vor begeistert. Sie hält locker anderthalb Tage durch, was für die Funktionen und die Art des Displays eine wirklich gute Leistung ist. Aber sie hängt Nachts halt zum Laden neben dem Bett. Was ich aber möchte ist, dass ich die Uhr auch Nachts am Arm trage, um ein genaueres Schlaf-Profil zu bekommen. Derzeit mache ich das zwar über Mikrofon-Funktion von SleepCycle, ich habe aber den Eindruck, dass die Messungen da nicht allzu toll sind. Es gibt auch entsprechende Apps dafür für die AppleWatch, aber wie gesagt, das läuft halt nicht so toll, wenn diese eigentlich an den Strom muss.

Eine Alternative?

Natürlich möchte ich auf das Tracking von Bewegung und Puls nicht verzichten. Also muss doch wieder eine Art SmartWatch her. Allerdings eine, die noch mehr Uhr ist, und weniger Smart. Und die Lösung habe ich dann auch gefunden.

Ich besitze bereits die Personenwaage von Nokia Health. Alle meine Gewichtsdaten landen in der App „Health Mate“. Da ich die App und auch die Hardware von Nokia recht toll finde, warf ich auch einen Blick auf die Smartwatches von Nokia. Und das recht neue Produkt, die Nokia Steel HR hat es mir angetan. Eine Uhr mit richtigen Zeigern und einem wirklich kleinen Display zur Anzeige von Datum, Schritten, Herzfrequenz und einigem mehr. Ich finde diese Uhr äußerst schick. Gut, ich habe Sie noch am Arm gehabt und habe jetzt auch keine Vorstellung davon, wie groß diese in Wirklichkeit ist, aber das wird sich dann ja zeigen. Es gibt übrigens zwei Größen – etwas, was sich Nokia sicherlich von Apple abgeschaut hat und auf jeden Fall auch sinnig ist.

Was Benachrichtigungen angeht, ja, sie können auch auf die Uhr geschickt werden. Aber erstens lässt sich auch das ausschalten, und zweitens gehört das nicht zu den Haupt-Features dieser Uhr. Sie stehen also hier übehaupt nicht im Fokus, was ich sehr angenehm finde. Viel gibt dieses kleine runde Display dafür auch nicht her.

Was mich hier ebenfalls reizt ist die Akkulaufzeit. Nokia gibt diese mit 25 Tagen an. Klar, wir haben hier kein großes, stromfressendes Display. Und der Funktionsumfang ist ebenfalls übersichtlich. Das eröffnet mir aber die Möglichkeit, die Uhr auch Nachts zu tragen. Die App „Health Mate“ trackt den Schlaf und bereitet die Daten dann übersichtlich auf und liefert damit ganz sicher zuverlässigere Infomationen als SleepCycle. Und damit ist mein Ziel auch in dieser Hinsicht erreicht.

Der Wechsel der Smartwatch wird nicht heute und nicht morgen passieren. Aber es ist für das kommende Jahr angedacht. Und ich werde natürlich berichten.

Möchte ich damit sagen, die AppleWatch ist keine gute Smartwatch? NEIN, auf jeden Fall nicht. Ganz im Gegenteil, wenn mich jemand fragt, welche Samrtwatch ich empfehle, wird mein erster Tipp die AppleWatch sein. Besonders jetzt in der dritten Version ist es die einzige Watch, die in Verbindung mit den AirPods und der Calling-Funktion den ersten Schritt in Richtung vollwertiges Telefon geht, sucht die AppleWatch nach vergleichbarem. Es ist nach wie vor ein geniales Produkt. Nur für mich ganz persönlich passt das System hat nicht mehr so. Das ist der einzige Grund für den Wechsel und keine Kritik.