Bis ins Detail

Am 24. August erscheint das neue Album von Olafur Arnalds. Re:member wird es heißen und bringt wieder einige kleine Innovationen mit. Denn Olafur ist nicht nur für wunderschöne, moderne Klassik bekannt, sondern auch dafür, dass er gerne mit Instrumenten experimentiert.

In diesem Fall sprechen wir von STRATUS. Dies ist eine Software, die per MIDI eingespielte Töne an ein Apparat weiterleitet, das die Tasten mechanischer Pianos betätigt und so ein virtuoses „Geklimper“ auslöst. Keine Vorstellung, was ich meine? Hier ein kurzes Video dazu:

Doch damit nicht genug. Das, was an die Pianos weitergegeben wird, nutzt Arnalds auch noch in anderer Hinsicht. Er „malt“ mit diesen Signalen einfach das Cover des neuen Albums. Und damit wird Re:member nicht einfach nur (hoffentlich) musikalisch Kunst, sondern auch das Drumherum ist ein Kunst. Ich mag sowas sehr! Diese Liebe zum Detail, einfach dieses „über eine Sache hinaus zu denken“. Beneidenswerte Kreativität!

Die Entstehungsgeschichte zum Album-Cover lässt sich im folgenden Twitter-Thread anschauen:

VERO – wo wir gerade beim Thema sind

Gestern war ich ein wenig in Rage und habe mich über das Thema soziale Medien und insbesondere über Twitter echauffiert. Ihr erinnert euch. Oder auch nicht. Egal. In diesem Zusammenhang habe ich auch über die mögliche Alternative Mastodon gesprochen. Und nein, zumindest derzeit ist das KEINE Alternative für mich.

Als ich nun des Abends auf der Couch saß,  viel mir wieder etwas ein. Vor einigen Monaten, es könnte auch ein Jahr her sein, gab es mal einen kurzen Hype um VERO true social. Ich war förmlich überwältigt – aus verschiedenen Gründen:

  • Die App ist bildschön.
  • Für unterschiedliche Medienformate gibt es jeweils eine Maske zum Erstellen eines Beitrags.
  • Ein geniales System, um Postings eine unterschiedliche Reichweite zu verpassen.
  • Kontakte können entweder als Freunde, Enge Freunde oder Bekannte einsortiert werden.
  • Liken, teilen, kommentieren ist möglich, aber auch Direct Messages.
  • Ach ja, die App ist bildschön. Hab ich fast vergessen! 🙂

Ich habe mich heute wieder dort angemeldet und geschaut, was sich bei VERO die letzten Monate getan hat. Und nein, nicht viel. Dabei gibt es doch noch ein, zwei Sachen, die irgendwie fehlen: Es fehlt das Beitragsformat „Text“. Es gibt Masken für Fotos, Videos, Links, Musik, Bücher, Filme und Orte, aber nichts für reinen Text. Und ich habe wirklich keine Ahnung, wie man sowas vergessen kann! Und noch etwas: Derzeit gibt es ausschließlich eine Smartphone-App und keine Webanwendung. Auch ein riesengroßes Manko, ich weiß das.

Aber ganz ehrlich, wenn das nachgereicht werden würde, wäre VERO ein echt tolles soziales Netzwerk. Vielleicht sogar ein toller Ersatz für Twitter, Facebook, Instagram und WhatsApp. Keine manipulierte Timeline, kein Profiling im Hintergrund – alles, was man sich irgendwie schon immer gewünscht hat. Ich würde VERO gerne nochmal eine Chance geben.

Irgendwie ist dieses Social Media komplett im Eimer

Ich mag das Internet wirklich. Deswegen ist es ja irgendwie mein drittes oder viertes Zuhause geworden. Es ist für mich ein Ort der Inspiration, und ein Anreiz Dinge auszuprobieren, die ich sonst wohl nie wahrgenommen hätte. Seit Jahren schreibe ich Dinge ins Web und tummel mich in diversen sozialen Netzwerken rum. Allerdings kann mich nicht dagegen verwehren, dass das Internet, insbesondere die Sozialen Netzwerke, in den vergangenen Jahren eher zu einer Hassliebe geworden ist.

Es war ein ziemliches Hin und Her. Im Grunde genommen habe ich so ziemlich alle Sozialen Netzwerke einmal mitgemacht und ausprobiert (außer die ganzen VZ-Sachen). Später hatte ich dann mal die Schnauze voll, habe diverse Profile gelöscht (sofern möglich) und hier und da wieder eines erstellt. Was mir einige als „sprunghaft“ unterstellten, war immer eine bewusste, in dem Moment gut überlegte Sache. Es gab für mich immer genügend Gründe, warum ich ein Netzwerk verließ, und vielleicht irgendwann wieder nutzte.

Inzwischen hat sich das aber alles ein klein wenig eingespielt. Facebook wird mich niemals wiedersehen. LinkedIn ist mein Standard für das Berufliche geworden (mag ich auch sehr inzwischen), und sonst ist Twitter derzeit das Medium, das ich am häufigsten nutze. Und damit beginnt nun (wieder einmal) mein Unmut.

Was ich will

Ich wünsche mir einfach nur ein soziales Netzwerk, dass mir folgende Dinge bietet:

  • News von Unternehmen und deren Produkte, die mich interessieren,
  • News von Künstlern, die ich mag,
  • Informationen zum Thema IT, Elektromobilität, Musik und sonstigem,
  • ab und an ein paar nette Anekdoten oder lustige Sachen von irgendwelchen Privatpersonen, die ich ganz sympathisch finde.

Eigentlich keine großen Ansprüche, oder? So hat das damals auch mal gut funktioniert. Glaub‘ ich. Zusammengefasst gibt es zwei Dinge, die mich dazu bringen, mich in sozialen Medien aufzuhalten:

  1. informiert und
  2. unterhalten werden.

Was ich bekomme

  • Politik in Hülle und Fülle. Ich folge keinem Account irgendeiner Partei oder eines Politikers. Ich habe Unmengen an Hashtags, die mir in diesem Zusammenhang ein- und auffielen, gemutet. Ich will davon rein gar nichts hören oder sehen. Und dennoch rutscht haufenweise solches Zeugs in die Timeline. Ich habe kaum eine Chance das zu verhindern. Es hat halt jeder inzwischen eine Meinung, die er der Welt mitteilen muss. Egal, ob sie andere interessiert, oder nicht.
  • Jede Menge Fanatismus. Kein politischer, sondern in Hinblick auf das militante Verteidigen seiner Meinung zu x-beliebigen Themen. Man interessiert sich zum Beispiel für Elektroautos? Du kannst davon ausgehen, dass man sich zwischen den Lagern (sogar innerhalb eines Lager) gegenseitig die Augen auskratzt, sich blockt und auch sonst kein gutes Haar an dem anderem lässt. Das nervt, verbreitet schlechte Laune und macht ein sonst wichtiges und spannendes Thema einfach nur zur Farce. Demjenigen einfach zu entfolgen macht aber auch keinen Sinn, weil einem dann gewünschte Informationen verloren gehen. Zwickmühle halt.
  • Auch mit jeglichem Aktivismus will ich nichts zu tun haben. Wenn ich dem Account eines Technik-Unternehmens folge, erwarte ich Neuigkeiten zu dessen Produkten. Es interessiert mich nicht, zu welchem politischen oder sozialpolitischen Thema dieses Unternehmen eine Meinung vertritt oder dafür kämpft. Sollen sie für solche Themen doch einen eigenen Account erstellen, dem ich dann nicht folgen brauche.

Ich verbringe viel Zeit auf Twitter. Einfach weil mich vieles interessiert. Aber zunehmend merke ich, dass mir das nicht gut tut.

Alternativen?

Wenn ich das Thema Twitter-Alternative anspreche, wird als erstes immer Mastodon genannt. Ich meine, das mit den Alternativen haben wir ja schon mal durch, als App.net in aller Munde war. Dann aber wurde der Dienst eingestellt, weil „im Internet ja alles kostenlos sein muss“. So zumindest scheinbar die Meinung der meisten User. Echt schade drum, da steckte eine Menge Potential drin. Also klickte ich mir gestern Abend mal einen Mastodon-Account.

Technisch sieht dort alles ganz nett aus. Mir erschließt sich der Sinn und Zweck eines dezentralen Dienstes nicht; es macht meiner Meinung die Sache nur unübersichtlicher und komplizierter. Aber egal. Wie es halt so ist bei einem Service, der gerade erst das Licht der Welt erblickt hat: es herrscht dort tote Hose. Kein Unternehmen dieser Welt, das mein Interesse verdienen würde, ist dort vertreten. Die Themen, die mich interessieren haben dort ebenfalls keinerlei Lobby.

Was hingegen eine Lobby auf Mastodon hat, sind Software- und Webentwickler. Die sind ja auch wichtig, wenn so eine Plattform neu entsteht. Aber da hört auch schon (gemäß meiner Beobachtung) das höhere Niveau auf. Der Rest, den ich dem globalen Feed entnehmen konnte, verteilt sich auf Chinesen, die Manga-Bilder posten, Accounts, die ungefragt den Newsfeed irgendwelcher Nachrichtenseiten reinhusten und Mädels, die ihre Hintern und Brüste in die Kamera halten. Das war’s dann auch schon.

Mein Fazit, mit Stand 13. August 2018, 9 Uhr: Eigentlich habe ich keinen Bock mehr auf dieses ganze Zeug. Wäre ich vernünftig und konsequent, würde ich meinen Twitter-Account als letzten, breitgefächerten Dienst wieder einmal absägen. Fertig. Aber damit würde mir halt auch einiges verloren gehen. Ist also auch keine Lösung. Zumal ich mehr und mehr merke, dass ich beruflich wichtige Informationen fast nur noch über diesen Kanal beziehe. Ich werde also weiterhin in den sauren Apfel beißen müssen. Aber im Grunde ist meine Meinung gerade sehr in Stein gemeißelt: das Projekt Social Media ist für mich oder weniger gescheitert.

N26 & Spaces

Wer kennt das nicht. Man haushaltet irgendwie mit seinem im Monat zur Verfügung stehenden Geld und plötzlich kommt ganz „überraschend“ die Hausratversicherung, Unfallversicherung oder die GEZ um die Ecke. Und dann wird es plötzlich knapp. Ging mir viele, viele Jahre so, bis ich dann wirklich mal angefangen habe, etwas mehr in die Finanzplanung zu gehen. Jetzt wird jeden Monat für alle geplanten, späteren Zahlungen ein entsprechender Betrag zur Seite gelegt, um dann am Stichtag die Summe beisammen zu haben. Diesen gesammelten Betrag für alle nicht monatlichen Zahlungen habe ich dann immer auf ein extra Konto überwiesen.

Dieser Anwendungsfall bewog mich, vor längerer Zeit einen Feature-Request an N26 zu schicken – meiner Lieblingsbank. Feedback gab es bis dato keines, aber heute bekam meine Banking-App ein großes Update. Und siehe da: sie haben genau das gebaut, was ich mir gewünscht habe. Keine Ahnung, ob das auf Grundlage meiner „Geld-Parken“-Idee geschehen ist, oder ob das eh auf der Roadmap stand. Ist auch egal, ich bin wieder mal sehr glücklich!

Spaces

Wer das normale N26-Konto hat, kann bis zu zwei Unterkonten („Spaces“ genannt) erstellen. Wer Black- oder Metal-Kunde ist bis zu 10. Auf der Seite „Spaces“ in der App kann ich dann ausgehend vom Hauptkonto auf eines der angelegten Spaces wischen und dann den Betrag eingeben, den ich dorthin verschieben möchte. Fertig. Auf meinem Hauptkonto ist der Betrag dann als Geldausgang verbucht, allerdings mit einem entsprechenden Symbol, damit ich schnell sehe, dass das Geld nicht wirklich weg ist.

Zum einen ist das extrem praktisch für meinen Anwendungsfall. Zum anderen auch eine schöne Sache, um zu sparen. Ich kann pro Space obendrein ein Sparziel definieren. Mit dieser Methode kann ich also wirklich ganz gezielt für eine definierte Sache sparen – was man zum Beispiel für einen Urlaub oder einen neuen Computer tun kann. Habe ich ein solches Sparziel angelegt, wird mir auf der Kachel angezeigt, wie viel Prozent ich bereits erreicht habe.

Der Screenshot zeigt, wie die Seite für Spaces aussieht. Ich habe diese bisher nur angelegt, aber noch nicht mit Leben gefüllt. Aber ich denke, es zeigt, wie sich das mit den Unterkonten so darstellt. Meiner Meinung nach ist das ein sehr innovativer und ein großer Unterschied zu den klassischen Banken. Ja, ich habe ein richtiges Unterkonto (mit eigenem Kontoauszug), muss aber nicht mit irgendwelchen zusätzlichen IBAN-Nummern hantieren. Einfach mit einem Wisch Geld hin- und herschieben. So muss das sein.

Was derzeit noch nicht geht: eine Art Dauerauftrag erstellen, der automatisch Geld in den anderen Space schiebt. Vielleicht kommt das aber noch.

Fakt ist: Ich kann noch in dieser Woche zwei Konten bei anderen Banken leerräumen und kündigen, was voll in mein Simplify-your-Life-Schema passt.

Ob ich meine Apple Watch vermisse?

Vor gut einem Dreiviertel Jahr hatte ich mich entschieden, meine Apple Watch abzulegen. Was ich dann auch gleich tat. Die Gründe dafür waren mehrere.

Zum einen wollte ich etwas Informationsdiät betreiben. Die vielen Benachrichtigungen zwangen mich wirklich ständig dazu, auf die Uhr zu schauen. „Ja gut“, mag man jetzt einwenden, „die kann man ja auch deaktivieren.“ Stimmt, hatte ich auch gemacht. War auch alles gut. Aber damit kam ich automatisch zum nächsten Punkt.

Die Apple Watch rutschte damit in den Bereich, wo sie absolut keinen Sinn mehr machte. Was nutzt mir dieses verhältnismäßig große Display am Handgelenk, wenn sie einfach nur noch als Zeitmesser da war? Und ich dann trotzdem jeden Abend ans Ladegerät musste? Ehrlich gesagt gab es auch keine App, die ich auf der Uhr intensiver oder länger genutzt hätte.

Im Hintergrund lief auf der Apple Watch immer das Tracking meiner Schritte und des Puls. Was mir auch wichtig war. Allerdings fehlte mir ein Wert, den ich von allen fast noch als wichtiger empfunden habe: mein Schlaf. Wenn die Apple Watch tagsüber am Handgelenk war, musste sie über nach an den Strom. Stand also nicht für das Schlaftracking zur Verfügung.  Somit war das auch ein Grund, mich von meiner Apple Watch zu trennen. Und vor zwei Wochen verließ sie dann postalisch auch endgültig mein Zuhause.

Nokia Steel HR

Nach dieser Entscheidung musste allerdings was anderes her. Aufgrund meines Wunsches, meine Körperfunktionen im Blick zu behalten, musste es natürlich ebenfalls eine Smartwatch sein. Fündig wurde ich dann bei Nokia, ehemals Withings. Aus der Serie der Health-Produkte besitze ich bereits die Personenwaage, weshalb mir deren Smartwatches ebenfalls zusagte. Allerdings gab es einen klaren Unterschied zwischen dieser Uhr und der Apple Watch: Nokia baut Hybriden, also eine mehr oder weniger normale Uhr mit einem nur kleinen LCD-Display.

Da der Akku wirklich 25 Tage hält, kann ich die schicke Uhr Tag und Nacht tragen. Somit steht dem Schlaftracking nichts mehr im Wege. Die Steel HR ist sehr leicht und stört besonders beim Schlafen gar nicht. Selbstverständlich hat sie auch einen Schrittzähler und misst den Puls. Und alle diese Daten landen dann in der Nokia Health-App – dort, wo auch schon seit Jahren meine Gewichtsdaten liegen. Somit habe ich hier alles beieinander. Wenn es um die Schritte geht, kann ich auch Tagesziele definieren. Je nachdem, wie aktiv ich bin, läuft der untere Zeiger von 0 bis 100% durch.

Wenn man möchte, kann man sich auch hier Benachrichtigungen anzeigen lassen. Ähnlich wie die Apple Watch ist sogar ein Vibrieren der Uhr möglich. Unterstützt werden Telefonanrufe, SMS und Kalender-Erinnerungen. Ersteres habe ich aktiviert, alles andere nicht. Wobei: Wann bekommt man schon mal eine SMS? Und da ich meine Termine in Outlook pflege und nicht in der nativen iOS-App, kommt da auch nichts durch. Wie in dem kurzen Film erklärt, werden keine anderen Apps unterstützt. Schade für jemanden, der das gerne hätte, mich stört es weniger.

Ich habe mir noch ein paar Armbänder dazugekauft, um hier etwas Abwechslung zu haben. Das Wechseln ist ähnlich einfach, wie bei einer stinknormalen Uhr. Insgesamt bin ich nun seit gut 9 Monaten sehr happy mit meiner Nokia Smartwatch und kann hier ein ganz klare Empfehlung aussprechen. Und da meine Entscheidung bisher noch nicht feststeht, ob ich weiterhin iOS-Devices nutzen werden, oder ob ich einfach mal das Abenteuer Android wage (man muss ja wissen, über was man sich die letzten Jahre so aufgeregt hat) – die Uhr auch damit kompatibel.