Ich rede schon lange davon, nie ist so richtig was daraus geworden. Nun aber sind alle Weichen gestellt und ich kann es kaum abwarten, dass es richtig los geht. Die Rede ist von… ähm.. Sport. Und jeder, der mich kennt, weiß, dass Sport und meine Wenigkeit nie gute Freunde waren. Jetzt bin ich 40, mein Körper schreit danach, endlich die Zuwendung zu bekommen, die er verdient. Und das heißt bei mir nichts anderes, als: Beweg‘ dich, Du faule Socke.

Vor ein paar Jahren hatte ich mir ein Fahrrad gekauft, mit dem ich aber nicht allzu glücklich geworden bin. Es war ein Fitness-Bike. Also eines mit ein paar wenigen Rennrad-Eigenschaften, aber kein wirkliches Rennrad. Ich hatte schnell den Spaß an diesem Gerät verloren. Also stand es lange Zeit einfach nur noch rum. Es musste jetzt etwas anderes her. Und noch einiges mehr. Und siehe da: die Motivation ist zurück.

Ein neues Fahrrad

Mein Arbeitgeber bot mir an, ein sogenanntes Dienstfahrrad zu bekommen. Es ist eine Art Leasing über JobRad.org, dass über die Firma läuft und verhältnismäßig günstig ist. Da konnte man sich dann auch überlegen, für das Fahrrad mal den ein oder anderen Euro mehr auszugeben. Meine Entscheidung fiel dann auf folgendes Gerät:

Bulls Night Hawk 3

Ich bin absolut begeistert von dieser Maschine. Fast komplett aus Carbon gefertigt, wiegt das Fahrrad gerade mal 8 Kilogramm, ist also leichter als jedes Fahrrad, das ich jemals besessen habe. Die Laufruhe ist bemerkenswert! Auch Tretmimik und das Schaltsystem sind sehr hochwertig – Shimano Ultegra. Da das Modell von letztem Jahr ist, ist das Schaltsystem leider nicht die neueste Version, die sich via Samrtphone feinjustieren ließe. Das wäre das i-Tüpfelchen für mein Nerd-Herz gewesen. Aber vielleicht lässt sich das ja irgendwann nochmal nachrüsten. Dann vielleicht sogar mit dem DuraAce-System.

Kampf dem Wetter

Es ist niederschmetternd! Da holt man sein neues Fahrrad beim Händler ab, und einen später fallen 20 Zentimeter Neuschnee. Ende März wohlgemerkt. Sollte einen zwar nicht überraschen, aber dennoch. Wenn man loslegen will und man einfach nicht kann. Deswegen musste eine Lösung her, mit der ich dem Wetter ein Schnippchen schlagen und trotzdem in die Pedale treten kann. Die Lösung hieß: Rollentrainer.

Wahoo Kickr Snap (2015)

Wahoo ist mir schon lange ein Begriff. Seit längerem besitze ich schon den ELEMNT – einen GPS-Fahrradcomputer – und das passende Equipment für die Trittfrequenzmessung. Mir fehlt eigentlich nur noch der Herzfrequenzsensor, dann wäre ich komplett. Irgendwann mal. Aber von diesem Rollentrainer bin ich absolut begeistert. Und in Verbindung mit der entsprechenden Software nochmal cooler!

Der Aufbau ist denkbar einfach. Man spannt dann das Hinterrad des Rennrades ein, legt die Stahlrolle fest ans Gummi und verbindet das System dann via Bluetooth (ANT+) mit dem Smartphone, bzw. dem AppleTV.

Apropos AppleTV: Wenn man im Wohnzimmer auf sein Fahrrad steigt, dann möchte man vielleicht zumindest ansatzweise das Gefühl haben, dass man wirklich Fahrrad fährt. Hierfür gibt es ein tolles System: Zwift. Mit Zwift hat man die Möglichkeit, auf dem Fernseher eine Strecke abzufahren. Da der Rollentrainer mit der App verknüpft ist, ergeben sich daraus tolle Anwendungsmöglichkeiten. Geht es auf der virtuellen Strecke bergauf, wird das Treten auch entsprechend schwerer, was ich auch genial finde und das ganze recht realistisch wirken lässt. Die Abbildung Deines viruellen Ichs in der App zeigt, was du aktuell tust – ob du tritts oder nicht und wie schnell. Du fährst mit anderen Figuren mit – also anderen Fahrern, die zur gleichen Zeit die App nutzen. Das motiviert natürlich, an ihnen dran zu bleiben und hier und da auch mal über die Grenzen hinaus zu gehen. Selbstverständlich kann man sich mit anderen Fahrern verabreden und gemeinsam eine Tour machen. Das Gamification funktioniert hier wunderbar! Um das Feeling noch etwas realistischer zu machen, sollte ich nochmal über einen Ventilator nachdenken, um den Fahrtwind zu simulieren. Darüber hinaus schwitzt man dann auch nicht so stark. Sollte aber für einen schmalen Taler.

Alle Daten meiner Outdoor- und Indoor-Touren landen selbstvertändlich in Strava. So habe ich einen schönen Überblick darüber, was ich so geleistet habe, oder auch nicht. Mein Strava-Profil findet Ihr hier. Dürft mit gerne folgen.

Zusammen mit einem entsprechenden Set an Radfahrer-Kleidung für kältere und wärmere Tage denke ich, dass ich nun gut ausgerüstet bin. Ich habe inzwischen auch sehr gute Freunde hier, die dieses neue Hobby mit mir teilen und mit denen ich die wunderschöne Umgebung rund um Regensburg erkunden kann. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, dann halt virtuell und nicht minder anstrengend und fordernd.

Es gibt nun keine Ausreden mehr, jetzt muss es losgehen. Ab und zu mal den Dienstwagen stehen lassen und mit dem Rad zur Arbeit fahren (12 Kilometer). Anstatt sich Abends an den Computer zu setzen, mal für eine halbe Stunde im Wohnzimmer in die Pedale treten – das sollte drin sein. Meine Freude über den Sommer und wärmere Temperaturen (obwohl ich ja eher der Winterfan bin) ist also groß. Auf die Plätze, fertig, los!