Vor gut einem Dreiviertel Jahr hatte ich mich entschieden, meine Apple Watch abzulegen. Was ich dann auch gleich tat. Die Gründe dafür waren mehrere.

Zum einen wollte ich etwas Informationsdiät betreiben. Die vielen Benachrichtigungen zwangen mich wirklich ständig dazu, auf die Uhr zu schauen. „Ja gut“, mag man jetzt einwenden, „die kann man ja auch deaktivieren.“ Stimmt, hatte ich auch gemacht. War auch alles gut. Aber damit kam ich automatisch zum nächsten Punkt.

Die Apple Watch rutschte damit in den Bereich, wo sie absolut keinen Sinn mehr machte. Was nutzt mir dieses verhältnismäßig große Display am Handgelenk, wenn sie einfach nur noch als Zeitmesser da war? Und ich dann trotzdem jeden Abend ans Ladegerät musste? Ehrlich gesagt gab es auch keine App, die ich auf der Uhr intensiver oder länger genutzt hätte.

Im Hintergrund lief auf der Apple Watch immer das Tracking meiner Schritte und des Puls. Was mir auch wichtig war. Allerdings fehlte mir ein Wert, den ich von allen fast noch als wichtiger empfunden habe: mein Schlaf. Wenn die Apple Watch tagsüber am Handgelenk war, musste sie über nach an den Strom. Stand also nicht für das Schlaftracking zur Verfügung.  Somit war das auch ein Grund, mich von meiner Apple Watch zu trennen. Und vor zwei Wochen verließ sie dann postalisch auch endgültig mein Zuhause.

Nokia Steel HR

Nach dieser Entscheidung musste allerdings was anderes her. Aufgrund meines Wunsches, meine Körperfunktionen im Blick zu behalten, musste es natürlich ebenfalls eine Smartwatch sein. Fündig wurde ich dann bei Nokia, ehemals Withings. Aus der Serie der Health-Produkte besitze ich bereits die Personenwaage, weshalb mir deren Smartwatches ebenfalls zusagte. Allerdings gab es einen klaren Unterschied zwischen dieser Uhr und der Apple Watch: Nokia baut Hybriden, also eine mehr oder weniger normale Uhr mit einem nur kleinen LCD-Display.

Da der Akku wirklich 25 Tage hält, kann ich die schicke Uhr Tag und Nacht tragen. Somit steht dem Schlaftracking nichts mehr im Wege. Die Steel HR ist sehr leicht und stört besonders beim Schlafen gar nicht. Selbstverständlich hat sie auch einen Schrittzähler und misst den Puls. Und alle diese Daten landen dann in der Nokia Health-App – dort, wo auch schon seit Jahren meine Gewichtsdaten liegen. Somit habe ich hier alles beieinander. Wenn es um die Schritte geht, kann ich auch Tagesziele definieren. Je nachdem, wie aktiv ich bin, läuft der untere Zeiger von 0 bis 100% durch.

Wenn man möchte, kann man sich auch hier Benachrichtigungen anzeigen lassen. Ähnlich wie die Apple Watch ist sogar ein Vibrieren der Uhr möglich. Unterstützt werden Telefonanrufe, SMS und Kalender-Erinnerungen. Ersteres habe ich aktiviert, alles andere nicht. Wobei: Wann bekommt man schon mal eine SMS? Und da ich meine Termine in Outlook pflege und nicht in der nativen iOS-App, kommt da auch nichts durch. Wie in dem kurzen Film erklärt, werden keine anderen Apps unterstützt. Schade für jemanden, der das gerne hätte, mich stört es weniger.

Ich habe mir noch ein paar Armbänder dazugekauft, um hier etwas Abwechslung zu haben. Das Wechseln ist ähnlich einfach, wie bei einer stinknormalen Uhr. Insgesamt bin ich nun seit gut 9 Monaten sehr happy mit meiner Nokia Smartwatch und kann hier ein ganz klare Empfehlung aussprechen. Und da meine Entscheidung bisher noch nicht feststeht, ob ich weiterhin iOS-Devices nutzen werden, oder ob ich einfach mal das Abenteuer Android wage (man muss ja wissen, über was man sich die letzten Jahre so aufgeregt hat) – die Uhr auch damit kompatibel.