Der Krampf mit dem Musikstreaming

Es könnte alles so toll sein. Hat man damals viel Geld in die CD- und Plattenläden getragen, war man im Rahmen von iTunes irgendwann glücklich darüber, ganz einfach am Schreibtisch neue Musik kaufen zu können. Hat zwar eher dafür gesorgt, dass man noch mehr Geld rausgehauen hat, aber es war bequemer und schneller. Als dann schlussendlich das Zeitalter der Streaming-Dienste aufkam, war für mich die Welt perfekt. Man hatte die Kosten schlagartig unter Kontrolle.

Ich weiß – das, was jetzt kommt, ist mäkeln auf hohem Niveau. Aber es macht mich irgendwie unglücklich und es nervt massiv! Ich werde den Eindruck nicht los, dass keiner der großen Streaming-Dienste so richtig dem entspricht, was ich erwarte. Und jeder failed auf seine ganz eigene Art und Weise. Gehen wir mal ganz entspannt durch:

Spotify

Der erste (und ich glaube immer noch größte) Anbieter ist Spotify. Immer noch groß gefeiert. Ich glaube auch, dass das zurecht ist. Große Auswahl und die Usability schien von Anfang an nicht allzu kaputt zu sein. Zumindest bin ich immer gut damit zurecht gekommen.

Ein weiterer Vorteil in meinem speziellen Fall: Die App spricht mit meinem Connected Drive von BMW. Ich kann also über mein Display im Auto durch meine Musik blättern und auch sonst steuern. Sehr bequem das alles.

Das Problem begann, als meine Familie ankündigte, ebenfalls zu einem Musikstreaming-Dienst zu gehen. Um also Geld zu sparen, bot ich an, einen Familien-Account zu machen und sie dann zu meinem Account einzuladen. Als ich das tun wollte stieß ich auf die Info, dass der Familien-Account nur möglich wäre, wenn die Mitglieder auch wirklich unter meinem Dach leben würden. Das wurde einem so vehement um die Ohren gehauen, dass ich mich echt nicht mehr getraut habe. Würde Spotify das kontrollieren? Also IPs checken? Keine Ahnung, ich wollte das Risiko nicht eingehen. Spotify war also Geschichte.

Apple Music

Der nächste Vertreter, den ich unter die Lupe genommen habe, war Apple Music. War auch ein logischer Schritt als Apple-Fanboy. Und da es hierfür auch eine Android-Version gab, konnte ich auch einen Großteil meiner Familie mit abholen. Und damit habe ich schon verraten, dass das Familien-Abo nicht daran scheiterte, dass alle unter einem Dach leben mussten. Hier gibt es keine Einschränkung. Aber…

Alle diejenigen, die in dem Abo dabei sein wollten, musste ich als Familie bei meiner AppleID hinterlegen. Das hatte zur Folge, dass sämtliche Apps, die gekauft wurden, über meine Kreditkarte liefen. Zumindest bekam ich immer eine Info, wenn irgendjemand was gekauft hatte oder wenn sich ein iCloud-Speicher-Abo verlängert hat. Sehr nervig.

Normalerweise kann Apple UI recht gut. Aber bei Apple Music schienen sich die Geister zu streiten. Und insgesamt mochte ich auch die Musik-Apps. Nur mit einer Sache bin ich nicht klargekommen – als jemand, der gerne Ordnung in seiner Bibliothek hat: Habe ich meiner Bibliothek einen Sampler hinzugefügt (also ein Album, mit Songs von unterschiedlichen Interpreten), konnte ich darauf warten, dass dieses eine Album kurze Zeit später in viele kleine Stücke zerhackt wurde. Pro Interpret wurde dann ein eigenes Album erstellt mit dem einen Track, der ursprünglich auf dem Sampler zu finden war. Und als das immer und immer wieder passiert ist, hatte ich die Schnauze voll. Nach fast zwei Jahren habe ich das Abo gekündigt und musste meine Familie überreden und zwingen, den Weg mitzugehen.

Amazon Music Unlimited

Der dritte große Player, der nun zur Debatte stand, war Amazon. Große Musikauswahl, die App ist auch nicht ganz falsch und sie gibt es auch für diverse Plattformen. Auch der Familien-Account erfüllte meine / unsere Erwartungen. Und wenn man andere schon dazu zwingt, sich seine Musik-Bibliothek neu aufzubauen, dann sollte der Umstieg auch einigermaßen sanft sein. Soweit läuft bis auf den heutigen Tag auch alles gut. Großes Plus auch hier: Die Amazon Music-App kann ich ebenfalls über mein Auto steuern.

Aber auch hier kommt wieder ein „Aber“. Und dieses Aber lässt mich gerade wieder mit dem Gedanken spielen, nach einer Alternative zu suchen. Es ist die ganze Zeit schon extrem ätzend, wenn man Alben seiner Bibliothek hinzufügt, viele davon aber nach einiger Zeit ausgegraut werden. Die Info dazu: „Inhalt nicht verfügbar“.

Es ist nicht so, dass das Album oder der Song gar nicht mehr bei Amazon Music vorhanden ist. Nein, es hat sich nur scheinbar irgendetwas verändert. Ich schmeiße also das „nicht mehr verfügbare“ Album aus der Liste, suche es dann neu und füge es wieder hinzu. Und das passiert ständig. Komischerweise auch oft genau bei den Künstlern, die ich gerne und viel höre. Und ja, hin und wieder kommt es vor, dass ein Album komplett bei Amazon verschwindet. Klar, das muss nicht nur an Amazon liegen. Vielleicht drehen da auch die Label an irgendwelchen Rädchen. Am Ende des Tages interessiert mich das aber nicht. Ich möchte gerne eine gewisse Sicherheit haben, dass mir die Bibliothek, die ich teilweise sehr akribisch pflege, auch so erhalten bleibt. Diese Art von Problemen hatte ich weder bei Spotify, noch bei Apple Music.

Alles in allem macht mich das Thema gerade wuschig. Und ich weiß derzeit keinen Rat. Ich wollt’s einfach mal loswerden. Und vielleicht hat ja einer der beiden Besucher einen Tipp.

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