Die Katze ist nun aus dem Sack, und irgendwie… war niemand groß überrascht. 2021 stirbt Skype for Business Online komplett. War ja eigentlich auch schon lange angekündigt. Und viele, die vor Kurzem erst mit der Microsoft Cloud begonnen haben, sind mehr oder weniger gleich auf Microsoft Teams gegangen. Aber wie könnte der Change von Skype for Business auf Teams in der Praxis aussehen? Schauen wir uns kurz mal ein zwei Szenarien an, die in diesem Fall Sinn machen.

Feature-Set von Skype in Teams

Microsoft Teams bietet inzwischen auch im Klickibunti-Backend verschiedene Modi an, in denen Microsoft Teams betrieben werden. Einer davon lautet „Island-Mode“, welcher auch im Standard ausgewählt ist. Das bedeutet nichts anderes, als dass Teams und Skype for Business Online parallel laufen – vollkommen unabhängig voneinander. Wenn Skype dann abgeschaltet wird, steht halt nach wie vor Teams für sich alleine. Das wäre also so, als würde man Microsoft 365 in den „Teams only“-Modus setzen. Die Frage ist dann, wie man Teams so konfigurieren, dass es nahezu nahtlos weitergehen kann.

Trifft man die Entscheidung, Teams nicht in vollem Maße zu nutzen, hat man im Grunde genommen (zu jetzigen Zeitpunkt) keine Möglichkeit, die Teams-Funktionen komplett in dem Client zu verstecken. Der Menüpunkt „Teams“ bleibt. Man kann höchstens zusehen, dieses Menü-Item aus dem Blickfeld zu räumen. Dazu gibt es einen verhältnismäßig neuen Teil im Teams-Admincenter. Und zwar unter

  • Teams apps –> Setup policy,
  • wähle die globale Policy aus,
  • markiere die Applikation „Teams“
  • und klicke auf „Remove“.
Screenshot zum Ändern des App-Menüs in Microsoft Teams.
Unter „Pinned Apps“ lassen sich Anwendungen in Teams neu sortieren, entfernen und anordnen. Der Teams-Teil lässt sich aber nicht komplett entfernen.

Wer aber glaubt, dass Remove auf wirklich remove heißt, täuscht sich. Denn mit diesem Schritt wird der Menüpunkt „Teams“ nicht aus dem Menü entfernt, sondern einfach nur hinter die drei Punkte verschoben. Damit er zumindest aus dem normalen Sichtfeld verschwunden. Wer den Punkt trotzdem findet, könnte Begehrlichkeiten entwickelt und damit herumspielen. Und schon tänzeln die ersten Teams durch den Tenant. Was ist also noch zu tun?

Wer ist hier der Chef?

Schränke ein, wer ein Team in Microsoft Teams erstellen darf und blockiere somit die Kollaborations-Funktionen. Auch das ist kein Hexenwerk.

  • Erstelle zuerst im Office 365 Admincenter eine Security-Group – ganz normal unter „Groups“.
  • Per Powershell ist es nun möglich, diese neu erstellte Gruppe auf das Erstellen von Office 365-Gruppen (sprich: auch Teams) zu berechtigen. Und damit sind alle anderen, die nicht in dieser Gruppe sind, davon ausgeschlossen.

$GroupName = „“
$AllowGroupCreation = „False“

Connect-AzureAD

$settingsObjectID = (Get-AzureADDirectorySetting | Where-object -Property Displayname -Value „Group.Unified“ -EQ).id
if(!$settingsObjectID)
{
$template = Get-AzureADDirectorySettingTemplate | Where-object {$_.displayname -eq „group.unified“}
$settingsCopy = $template.CreateDirectorySetting()
New-AzureADDirectorySetting -DirectorySetting $settingsCopy
$settingsObjectID = (Get-AzureADDirectorySetting | Where-object -Property Displayname -Value „Group.Unified“ -EQ).id
}

$settingsCopy = Get-AzureADDirectorySetting -Id $settingsObjectID
$settingsCopy[„EnableGroupCreation“] = $AllowGroupCreation

if($GroupName)
{
$settingsCopy[„GroupCreationAllowedGroupId“] = (Get-AzureADGroup -SearchString $GroupName).objectid
}

Set-AzureADDirectorySetting -Id $settingsObjectID -DirectorySetting $settingsCopy

(Get-AzureADDirectorySetting -Id $settingsObjectID).Values

Detaillierte Beschreibung ist hier zu finden.

Damit sollte nichts in Deinem Tenant passieren, das Du nicht möchtest. Mache Deine Mitarbeiter halt nur darauf aufmerksam, dass der neue Client nun Teams ist, und dass man auf der Seite „Chats“ nun die Möglichkeiten hat, die man vorher in Skype hatte – chatten, Video- und Audiocalls inklusive Screensharing. Kleine Umgewöhnungszeit inbegriffen.

Spar dir den Aufwand, du kannst es eh nicht aufhalten

Und damit wären wir bei der zweiten Variante. 2021 ist noch eine ganze Weile hin. Und da Du Skype for Business, und damit Office 365, eh schon nutzt, stellt Dich der Situation und führe Microsoft Teams so ein, wie es ist. Warum? Ganz einfach: weil die Kollaborationsfeatures in Teams einfach mal die Zukunft (eigentlich schon die Gegenwart) sind. Besonders die jüngeren Mitarbeiter sind mehr und mehr daran gewöhnt, mit solchen Plattformen zu arbeiten. E-Mails sind ein immer noch vorhandenes, wichtiges, aber angestaubtes Konstrukt. Immer weniger wollen damit arbeiten.

Das heißt, es sind jetzt noch ca. zwei Jahre, in denen man locker planen kann, wie man Teams im Unternehmen einführt und nutzen könnte. Und damit schafft man einen noch attraktiveren Arbeitsplatz und stellt sich für die Zukunft auf.