Autor: Sascha Wübbena (Seite 1 von 5)

Ruhig mal mute-ig sein

Derzeit ist Twitter immer noch mein favorisierter Social-Media-Kanal. Und nahezu (neben LinkedIn) auch mein einziger. Klar, es gibt vieles an der Strategie von Twitter, was mich ärgert und nervt. Sie gehen mit meinem Profil fast genauso dreckig um, wie Facebook es tun würde. Und ihr Umgehen mit Third-Party-Applikationen ist meiner Meinung nach unter aller Sau. Sich über Jahre hinweg die App-Hersteller bei Laune halten und eine wunderbare API anbieten und dann nach und nach den Hahn abdrehen. Das wird in Zukunft bestimmt die ein oder andere Bude in den Ruin treiben.

Bei all der Kritik muss ich aber sagen, dass Twitter für mich ein Hörrohr in die weite Welt ist. Gibt es irgendwo was Neuen, erfährt man es dort als erstes. Sämtliche Hersteller für mich interessanter Produkte (Gadgets, Software u.v.m.) sind dort vertreten und schreiben mehr oder weniger regelmäßig über Neuigkeiten. Ebenso auch Magazine und andere Blogger. Meine ganzen Lieblingskünstler aus Musik und Film sind ebenfalls dort zu finden. Es ist also wie es ist: auch wenn man eigentlich weg will, Twitter schafft es, mich zu halten.

Eine Unart, die mich allerdings immer mehr nervt ist, dass selbst irgendwelchen Technik-Blogger, Technik-Magazine und auch schon viele andere nicht bei ihren Themen bleiben, sondern mehr und mehr auch über Politik schreiben. Und das, was ich nicht in meiner Timeline sehe, ist alles, was damit zu tun hat. Es interessiert mich einfach nicht, oder macht mich unendlich wütend. Und ich weiß auch so, dass die Welt nicht mehr zu retten ist.

Ein Hoch auf die Mute-Funktion

Da es also nicht mehr reicht, einfach keinem zu folgen, der sich mit Politik auseinandersetzt, musste ich nun verstärkt mit der inzwischen doch ganz gut ausgereiften Mute-Funktion von Twitter arbeiten. Besonders in der Twitter-eigenen App (jaja, ich weiß, den finden die meisten auch blöd) funktioniert das ganz simpel.

Gibt es einen Tweet, der Hashtags oder einzelne Wörter enthält, die man nicht mehr in der Timeline sehen will, dann tippt man diesen Tweet an, so dass dieser einzeln zu sehen ist. Dann markiert man diesen Begriff, und schon wird einem angeboten, diesen stumm zu schalten. „Merkel“ – weg. „Trump“ – weg. Und zig andere Begriffe ebenfalls.

Möchte man verhindern, dass irgendwelche Accounts einem Tweets von anderen, nicht gern gesehenen Accounts in die Timeline spülen, einfach auch die entsprechenden Konten stummschalten.

Jetzt gerade habe ich das leise Gefühl, dass ich die richtigen Wörter getroffen habe. So allmählich fühle ich mich meine Timeline wohl und es wird angenehmer, entspannter, ruhiger.

Einmal rund um Regensburg

Meine letzte Tour mit dem Rennrad war gestern vor einer Woche. Und auch nur, weil mir ein anderer Termin ausgefallen ist. Ich komme gerade recht selten dazu, mich aufs Rennrad zu schwingen, was mich etwas fuchsig macht. Denn ich merke, dass ich mich jedes Mal, wenn ich denn mal Zeit habe, schon fast durchringen muss, mich umzuziehen und das Fahrrad rauszuholen. Ich bin noch lange nicht so weit, als das sich bei mir sowas wie „Gewohnheit“ eingestellt hat.

Nichts desto trotz hatte ich mir bei meiner letzten Radtour einiges vorgenommen. Ich wollte Regensburg einmal umrunden. Und darüber hinaus hatte ich bei meiner Tour auch einige Höhenmeter geplant – solche, für die ich andere Radler aus der Umgebung schon etwas bewundert habe.

Die ersten Höhenmeter waren die „Weichslmühle“, dicht bei meinem Zuhause. Die Straße, die von der Donau hoch nach Pentling führt, hatte ich schon einmal gemeistert, allerdings dafür knapp 11 Minuten gebraucht – incl. vieler kleiner Pausen und einem Puls jenseits von Gut und Böse. Der Puls war auch diesmal sehr hoch, aber ich musste nur eine kurze Pause einlegen. Nach 8 Minuten war ich dann oben angekommen. Für mich also schon ein kleiner Erfolg. Und das zeigt mir, dass das Training wirklich was bringt. Man muss nur dran bleiben.

Die Umrundung von Regensburg war im Grunde genommen nicht wirklich spektakulär. Alles recht flach. Ein Teil verläuft auch ein wenig durch die Stadt (nördlich der Donau). Ist nicht ganz schön, aber okay. Besonders sehenswert ist die Brücke bei Regenstauf, die einen herrlichen Blick auf die Donau und die Walhalla bietet.

Die ganze Fahrt über hatte ich aber immer einen Feind vor mir – die letzte Etappe mit seinen Höhenmetern. Nittendorf war der erste Abschnitt – ein Dorf am Berghang mit gut und gerne auch mal 13% Steigung. Herausforderung für mich als Anfänger war, dass sich diese Strecke wirklich lang hinzog. Irgendwann überholte mich dann noch ein anderer Rennradfahrer mit ziemlich sportlichem Tempo. Niederschmetternd!

Als Nittendorf dann hinter mir lag und weiterhin ein paar enspanntere Meter absolviert waren, kam der nächste Hammer – der Aufstieg nach Eilsbrunn. Recht steil (auch gut und gerne 10%), aber nicht ganz so lang. Fast oben angekommen winkte dann aber ein kleiner Biergarten und ein frisches, kühles Radler. Von da an kamen dann nur noch die letzten 10 Kilometer zurück nach Hause. Am Ende waren es knapp 60 Kilometer Fahrt und über 500 Höhenmeter. Letzteres ein neuer persönlicher Rekord. Und bei all der Schufterei waren die gebotenen Panoramen wirklich atemberaubend.

Bei aller Anstrengung muss ich sagen: Nittendorf und Eilsbrunn sind zwar ein krasse Herausforderung für mich, aber irgendwie dann doch irgendwann hoffentlich machbar. Ich muss halt nur öfter fahren und mich mehr an die Höhenmeter wagen. Und irgendwann wird sich das Bergtraining auch auszahlen. Ich habe mir jetzt eine Hausrunde ausgesucht, die zumindest zwei Höhenetappen beinhalten. Ich hoffe, dass ich in dieser Woche ein oder zweimal dazu komme, sie auszuprobieren.

Privacy? Brauch ich nicht.

Die Skandale rund um Facebook nehmen nicht ab. Aber inzwischen habe ich das Gefühl, dass die gar nicht mehr als Skandale wahr-, sondern einfach so hingenommen werden. In meinem direkten Umfeld stoße ich mit meinem Aufregen darüber auf relativ wenig Resonanz. Und nicht nur, dass da das Verständnis fehlt, ich stoße auch immer wieder auf pure Ignoranz und Desintresse. Auch nichts neues, aber immer wieder creepy!

In einem WhatsApp-Status gab ich bekannt, dass ich allmählich meine Kommunikation in dieser App einstellen werde. Wer mit mir nach wie vor Nachrichten versenden möchte, den möchte ich bitte, zukünftig Threema zu verwenden. Ich wies darauf hin, dass ich die Praktiken von Facebook nicht länger hinnehmen werde. Es gab darauf einige Kontakte, die mir sagten, dass sie das verstehen würden und vielleicht auch Threema nutzen würden. Andere verstanden den Schritt auch, argumentierten aber, dass ein Wechsel für sie nicht möglich wäre – wegen der vielen Leute, mit denen sie schreiben würden.

Aber dann gab es die Fraktion, bei der ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte. Hier ein kleiner Ausschnitt der Konversation:

Irgendwer: 😂😂 Ist mal wieder soweit!

Ich: Ja, irgendwann muss mein Umfeld das ja begreifen. Gerade wieder neue Facebook-Skandale. So langsam habe ich die Nase voll 😕

Irgendwer: Hahahahha, na und😢 Bei mir gibt’s nix zu holen, keine spannenden Daten😂

Ich: Du lässt ja auch nicht zu, dass jemand von Deinem Kind, deiner Wohnung und von Dir Fotos macht, die dann auswertet, mit anderen Informationen verknüpft und daraus ein fast vollständiges Profil über Dich erstellt und solche Informationen an irgendwelche Firmen verkauft, die sonst was damit tun? Das gleiche auch mit all den Texten, die Du privat an einzelne Personen schreibst. Oder wenn Dir jemand hinterherläuft und sich aufschreibt, wohin Du alles gegangen bist und diese Informationen dann auch verarbeitet und weitergibt.
Außerdem wird automatisch Dein gesamtes Adressebuch zu Facebook hochgeladen. Alle Kontaktdaten: Adressen, Telefonnummern, Namen… Auch von denen, die nicht bei WhatsApp und/oder Facebook sind. Hast Du mich gefragt, ob mir das Recht ist?

Irgendwer: Ich bin da recht entspannt… Sollen sie sich doch die Fotos an die Wand hängen, wenn sie wollen. 😂
Und wenn sie wollen, kommen sie eh an alle Daten.

Besser wird’s nicht, keine Pointe. Ich habe es selten erlebt, dass jemand so verantwortungslos mit seinen privaten Daten umgeht. Da hilft halt auch keine Diskussion mehr. Privacy in a nutshell.

Falls mich jemand fragt

… warum ich immer so von meiner neuen Heimat schwärme, brauche ich eigentlich nur dieses Foto zeigen. Fast direkt vor meiner Haustür. Heute morgen.

Jeden Tag aufs Neue verliebe ich mich in die Idylle meines kleinen Dörfchens. Und jeder Ausflug in die Innenstadt von Regesburg zeigt mir, dass es die absolut richtige Entscheidung war, Berlin den Rücken zu kehren. Das macht ein gutes Gefühl, so in der Bauch- und Herzgegend!

All Strings Attached 2

Habe ich vor einigen Wochen noch fast geweint, dass ich wohl keines der Konzerte von Ólafur Arnalds Tournee besuchen konnte, hat sich das Blatt nun gewendet. Ich werde eines besuchen!

Und zwar werde ich am 08. Oktober 2018 in Ludwigsburg mit dabei sein. Der Sitzplatz ist jetzt nicht so berauschend, aber dabei sein ist alles. Ich freue mich riesig und kann es kaum abwarten. Elektronische Klangteppiche, butterweiche Streicher, Klaviere, die wie von Zauberhand alleine spielen – all das wird es dort so sehen und hören geben.

Einen kleinen Vorgeschmack gibt es aber hier. Mal sehen lange es das Video noch gibt 😉