Learnings 2019 = Doings 2020

Der Winter hat Einzug gehalten und eine meiner liebsten Jahreszeiten ist da. Zudem ist das heute mein letzter Arbeitstag im Jahre 2019. So wie viele andere in ihren Blog und hier auf LinkedIn ist es vielleicht mal auch mal Zeit, einen kurzen (halb)beruflichen Rückblick zu halten, um festzustellen, was 2020 anders oder genauso weiterlaufen sollte – Learnings und Doings halt.

Vorweg: Wenn ich die letzten Monate zurückblicke, habe ich das Gefühl, in einer kleinen Kiste gesteckt zu haben, die irgendjemand kräftig durchschüttelt.

Holacracy

Im Unternehmen haben wir Holacracy eingeführt, und damit war es für jeden an der Zeit, sich neben der „normalen“ Arbeit an neue Meeting-Formate und neue Themen zu gewöhnen. Wir mussten begreifen, was es wirklich bedeutet, eigenverantwortlich zu sein. Denn plötzlich hatte man Themen auf dem Tisch, die man vorher dem Vorgesetzten delegiert hatte. Auch für mich, der recht enthusiastisch an Hola herangegangen ist, war das ein mittelschwerer Kraftakt. Plötzlich musste man eine neue Balance finden (als wenn ich je schon mal eine Balance gefunden hätte). Mein Arbeitsleben besteht also aus zwei Teilen:

  • Das Arbeiten IN der Organisation (also Geld verdienen).
  • Das Arbeiten AN der Organisation (also an Prozessen und Strukturen innerhalb des Unternehmen herumwerkeln).

Jetzt, nach einem knappen Dreiviertel Jahr kommt die Sache schon gut ins Laufen. Und es war faszinierend zu sehen, wie sehr sich das Unternehmen bereits verändert hat. Viele Dinge haben an Klarheit gewonnen und werden in Zukunft noch klarer werden. Beeindruckend – auch wenn der Weg ein steiniger war. Und ganz sicher wird auch 2020 einiges an Hürden mitbringen. Aber besonders die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass wir das auch noch packen werden.

Learning 2019: Nie wieder freiwillig in einer Organisation mir starren Hierarchien arbeiten.

Doing 2020: Mich weiter mit Kreativität an der Gestaltung des Unternehmens beteiligen.

Orientierung

Vor etwas über drei Jahren habe ich als Quereinsteiger bei der infoWAN Datenkommunikation GmbH angefangen. Zwar ausgeprägte User-Kenntnisse zum Thema Office 365, mehr aber auch nicht. Das änderte sich schnell. Die Wissenskurve ging steil nach oben. Und daraus folgte, dass ich auf so unendlich vielen Hochzeiten tanzte. Ich beriet Kunden zum Thema Security und Compliance, DSGVO und Teamwork mit Microsoft Teams, machte Trainings für Enduser und Administratoren, bin ins Thema Change & Adoption eingestiegen, kümmerte mich aber auch um die Gestaltung und Einführung neuer Managed Services. Auch hier wieder Kiste-Schütteln. Schlussendlich war jetzt der Zeitpunkt, mich klar zu positionieren – und Holacracy gibt mir die Möglichkeit, das auch eigenverantwortlich zu tun.

In den letzen Wochen habe ich ein paar Entscheidungen getroffen. Ab 2020 gibt es nur noch drei Themen für mich:

  • Consulting „Change & Adoption“ (Usecases und Trainings)
  • Consulting „Microsoft 365 Architektur“
  • Managed Service Design

Und ich werde noch mehr Zeit in mein Self-Management stecken. Ich muss proaktiv mehr in meinem Kalender und meiner To-Do-Liste festhalten, um eher „nein“ sagen zu können. Und ich muss mir 2020 unbedingt beibringen, mich in meinen Tätigkeiten klar abzugrenzen. Ich glaube, dass alleine wird schon schwer genug für mich. Aber darüber hinaus bin ich 2019 richtig im Consulting angekommen. Das allein ist doch schon ein Erfolg.

Learning 2019: Auf zu vielen Hochzeiten tanzen ist nicht gut (Wer hätte das gedacht!).

Doing 2020: Mehr Selbst-Organisation und häufiger mal „nein“ sagen – Stichwort „Abgrenzung“.

Mehr Zeit für mich

Privat, wie auch beruflich muss ich 2020 meine Grenzen so stecken, dass ich wieder mehr Zeit für mich habe. Und diese dann mit mehr Aktivität füllen – was soviel heißt, wie: weniger Netflix, weniger Couch. Anstatt dessen klein wenig mehr Rennrad fahren und Musik machen. Für Körper und Kreativität etwas zu tun, wird mir hoffentlich dabei helfen, mehr ausgeglichen zu sein und innerlich nicht so häufig in Panik auszubrechen.

Learning 2010: Ich muss mehr auf mich aufpassen (Danke auch für das Feedback von den Kollegen zu diesem Thema).

Doing 2020: Zeiten suchen, finden und planen, um den Kopf frei zu bekommen.

Fazit

2019 war ein ziemlich cooles Jahr. Unsere 2016er Entscheidung, nach Regensburg zu ziehen und mal den Blick über den Apple-Tellerrand hinaus in Richtung Microsoft zu wagen, hat sich auch in diesem Jahr als richtig erwiesen. Diese beiden Welten auch so eng verbunden zu sehen, macht einfach Spaß. Normalerweise beginnt bei mir nach drei Jahren so ein innerer Druck, mal zu schauen, was es denn noch so gibt. Das bleibt derzeit komplett aus. Ich will gar nichts anderes machen, als das, was ich derzeit tue.

Wenn ich es 2020 schaffe, meine ehrenamtlichen, beruflichen und persönlichen Prioritäten noch besser zu sortieren und nicht alles von der Arbeit überschatten lasse, dann wird das kommende Jahr ein spannendes und gutes werden. Die Weichen sind gestellt. Und in diesem Sinne wünsche ich allen vor allem erholsame, freie Tage zum Krafttanken.