Schlagwort: Datenschutz

Privacy? Brauch ich nicht.

Die Skandale rund um Facebook nehmen nicht ab. Aber inzwischen habe ich das Gefühl, dass die gar nicht mehr als Skandale wahr-, sondern einfach so hingenommen werden. In meinem direkten Umfeld stoße ich mit meinem Aufregen darüber auf relativ wenig Resonanz. Und nicht nur, dass da das Verständnis fehlt, ich stoße auch immer wieder auf pure Ignoranz und Desintresse. Auch nichts neues, aber immer wieder creepy!

In einem WhatsApp-Status gab ich bekannt, dass ich allmählich meine Kommunikation in dieser App einstellen werde. Wer mit mir nach wie vor Nachrichten versenden möchte, den möchte ich bitte, zukünftig Threema zu verwenden. Ich wies darauf hin, dass ich die Praktiken von Facebook nicht länger hinnehmen werde. Es gab darauf einige Kontakte, die mir sagten, dass sie das verstehen würden und vielleicht auch Threema nutzen würden. Andere verstanden den Schritt auch, argumentierten aber, dass ein Wechsel für sie nicht möglich wäre – wegen der vielen Leute, mit denen sie schreiben würden.

Aber dann gab es die Fraktion, bei der ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte. Hier ein kleiner Ausschnitt der Konversation:

Irgendwer: 😂😂 Ist mal wieder soweit!

Ich: Ja, irgendwann muss mein Umfeld das ja begreifen. Gerade wieder neue Facebook-Skandale. So langsam habe ich die Nase voll 😕

Irgendwer: Hahahahha, na und😢 Bei mir gibt’s nix zu holen, keine spannenden Daten😂

Ich: Du lässt ja auch nicht zu, dass jemand von Deinem Kind, deiner Wohnung und von Dir Fotos macht, die dann auswertet, mit anderen Informationen verknüpft und daraus ein fast vollständiges Profil über Dich erstellt und solche Informationen an irgendwelche Firmen verkauft, die sonst was damit tun? Das gleiche auch mit all den Texten, die Du privat an einzelne Personen schreibst. Oder wenn Dir jemand hinterherläuft und sich aufschreibt, wohin Du alles gegangen bist und diese Informationen dann auch verarbeitet und weitergibt.
Außerdem wird automatisch Dein gesamtes Adressebuch zu Facebook hochgeladen. Alle Kontaktdaten: Adressen, Telefonnummern, Namen… Auch von denen, die nicht bei WhatsApp und/oder Facebook sind. Hast Du mich gefragt, ob mir das Recht ist?

Irgendwer: Ich bin da recht entspannt… Sollen sie sich doch die Fotos an die Wand hängen, wenn sie wollen. 😂
Und wenn sie wollen, kommen sie eh an alle Daten.

Besser wird’s nicht, keine Pointe. Ich habe es selten erlebt, dass jemand so verantwortungslos mit seinen privaten Daten umgeht. Da hilft halt auch keine Diskussion mehr. Privacy in a nutshell.

Kein Tracking

Mit der neuen europäischen Datenschutz Grundverordnung hat jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten speichert und verarbeitet, eine Menge Arbeit. Es geht dabei darum, klare Prozesse, Transparenz und Fairness zu schaffen, wenn es um solche empfindlichen Daten geht. Ich habe mich beruflich eingehend mit dem Thema beschäftigen müssen und bin davon überzeugt, dass diese Verordnung richtig ist.

Ich bin mit diesem Blog hier keine Firma. Aber die Datenschutz Grundverordnung betrifft auch all jene, die ein Blog führen. Und wie schnell ist man dabei, Informationen über Besucher zu speichern, Cookies auf deren Rechnern abzulegen und anderweitige Daten zu sammeln! Deswegen ist es gerade jetzt wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und das hier sind meine Gedanken und Doings.

Ich werden kein Statistik-Tool mehr einsetzen. Im Prinzip ist es mir vollkommen schnuppe, wieviele Besucher ich hier auf meiner Seite habe, welche Artikel am meisten aufgerufen werden, oder von wo die Besucher kommen. In erster Linie ist das hier meine kleine Welt. Wenn hier jemand was hier liest, ist das okay, wenn nicht, dann auch. Ich weiß, es gibt auch Statistik-Tools, die jegliche Daten anonymisieren, aber was solls. Ich brauche das einfach nicht.

Mit WordPress ist es nicht immer einfach. So habe ich mir einen Wolf gesucht, um das eine Tracking-Tool zu finden, dass hier irgendwo versteckt war. Und dann fand ich es: Gravatar ist ein fester Bestandteil, greift aber auf einen Dienst zurück, der scheinbar auch irgendwas im Hintergrund tut – und wenn es einfach nur irgendein Cookie-Zeugs ist. War aber auch schnell abgeschaltet. In diesem Zuge wiest Du auch vergeblich nach irgendwelchen Link-Buttons oder anderen Social Media Sachen suchen.

Und dann das Killer-Feature im Rahmen der DSGVO: Es gibt keine Kommentar-Funktion mehr. Die Verordnung sagt, man darf nur zwingend notwenigen Daten speichern und verarbeiten. Da in den letzten Jahren in keinem meiner Blogs groß kommentiert wurde, hielt ich das also für nicht zwingend notwendig. Ich komme also nicht in die Verlegenheit, Emailadresse oder eventuell Namen zu speichern.

Was ebenfalls inzwischen Pflicht geworden ist, ist das SSL-Zertifikat. Ich wollte das schon immer mal einbinden, bin aber nie dazu gekommen. Aber jetzt ist das endlich auch erledigt. Wer mir also über das Kontaktformular eine Nachricht schreibt, tut das nun auch verschlüsselt.

Frei Schnauze habe ich auch die Datenschutz-Erklärung formuliert und auf eine eigene Seite gepackt. Auch das ist inzwischen Pflicht (sogar schon sehr viel länger). Im Rahmen meiner Vorbereitungen auf die DSGVO ist das nun auch erledigt. Vielleicht ist der Part mit den Emails auch interessant für Dir. Schaue einfach mal drauf.